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Nigerias Trainer beklagt schlechte WM-Vorbereitung

Von am 6. Juli 2007 – 0.59 Uhr

Deutschlands Bundestrainerin Silvia Neid hat sich gerade erst lobend über die guten Rahmenbedingungen für die Vorbereitung ihres Teams auf die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China geäußert.

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Ganz anders scheint der Fall wieder einmal in Afrika zu liegen, wo es schon traditionell im Vorfeld großer Turniere Wehklagen von Trainern über mangelnde Unterstützung und Konsequenz in der Vorbereitungsphase zu hören gibt. Und auch die WM 2007 scheint da keine Ausnahme zu bilden. Denn Nigerias Trainer Effiom Ntiero hat die Nase bereits jetzt offenbar gestrichen voll.

„Es fällt mir schwer, zu sagen, dass Nigeria bei der WM in China für eine Überraschung sorgen wird, wenn man so wenig finanzielle Mittel für die Vorbereitung des Teams locker macht“, beschwert sich Ntiero über die mangelnde Unterstützung seitens des nigerianischen Verbands.

Gerade für den Afrikameister scheint eine optimale Vorbereitung Grundvoraussetzung für den Erfolg zu sein, denn in der schweren Gruppe B mit den Topteams USA, Schweden und Nordkorea wird man von Beginn an Höchstleistungen abrufen müssen, will man eine Chance haben, die Vorrunde zu überstehen.

Zu wenig Geld

„Ich habe ein Treffen mit Sani Lulu, dem Vorsitzenden des nigerianischen Fußballverbands anberaumt. Danach werde ich sagen können, wie weit es die Falcons im Wettbewerb bringen können.“ Ntiero beklagt sich. „Es gibt kein Geld für egal was“ – das sei die Standardantwort, die er jedes Mal zu hören bekomme, wenn er sein Vorbereitungsprogramm dem Verbandsboss vorlegen würde.

„Wie kann man unter diesen Rahmenbedingungen sagen, Nigeria würde sich in China hervortun können, wenn das Team nicht die notwendigen Schritte tätigt, die sie für das Turnier rüsten würde?“

Gerangel um Trainerposten

Im Hintergrund herrscht offenbar Gerangel darüber, welcher Trainer das Team bei der WM betreuen soll. Neben Ntiero ist auch U-23-Coach Jossy Lad als WM-Trainer im Gespräch. Verwirrung löste vor allem die Tatsache aus, dass das nigerianische U-23-Team mit der A-Nationalmannschaft inzwischen nahezu identisch ist.

Dadurch ist der Verband nun in einer Zwickmühle: Soll Lad oder Ntiero das Team bei den in der kommenden Woche beginnenden All African Games in Algerien betreuen?

Berti Vogts als Trainer?

Einen ungewöhnlichen Vorschlag hat Mercy Akide-Udoh gemacht, die nicht mehr für Nigeria spielen will, solange Ntiero Trainer ist, mit dem sie sich überworfen hat und dem sie taktische Schwächen vorwirft. „Das Team braucht einen ausländischen Trainer und wenn wir uns keinen eigenen leisten können, kann ja vielleicht Berti Vogts helfen.“ 🙂

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.