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Silvia Neid: „Der Favoritenkreis ist ziemlich groß“

Von am 5. Juli 2007 – 0.38 Uhr 3 Kommentare

Neid_TribueneMit dem Leistungstest in Köln ist in der vergangenen Woche für die deutsche Mannschaft die Vorbereitung für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China in die nächste Phase gegangen. Bundestrainerin Silvia Neid (Bild) zog ein positives Gesamtfazit, das allerdings durch die Verletzung von Isabell Bachor getrübt wurde.

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Neid freut sich: „Die Spielerinnen sind motiviert und konzentriert an das Projekt WM 2007 rangegangen.“ Doch neben der eigenen Mannschaft hat Neid eine Menge anderer Teams auf der Rechnung, wenn es um die Vergabe des WM-Titels geht.

Im Interview mit der DFB-Website bekräftige die Bundestrainerin noch einmal die Zielsetzung. „Natürlich wollen wir den Titel holen. Wir gehören sicherlich zum Favoritenkreis, doch der ist ziemlich groß.“ Neben den üblichen Verdächtigen USA, Norwegen, Schweden, Brasilien und Gastgeber China glaubt sie, dass diesmal auch Teams wie Nordkorea oder Afrikameister Nigeria ein Wörtchen um den Titel mitreden werden.

„Der Spielplan hat es in sich“, so Neid, die bei Erreichen des Viertelfinales mit ihrem Team bereits auf eines der starken Teams aus den USA, Schweden, Nordkorea oder Nigeria treffen wird.

Optimale Rahmenbedingungen in der WM-Vorbereitung

Neid freut sich über die vom DFB geschaffenen Rahmenbedingungen. „Ich kann im Vorfeld der WM neun Wochen mit der Mannschaft zusammenarbeiten, um sie bestmöglich auf die WM vorzubereiten.“

Und sie verspricht, dass ihre Mannschaft alles daran setzen wird, den Titel erneut nach Deutschland zu holen. Unter Druck sieht sie ihre Elf nicht. „Das Turnier 2003 hat mit dem 2007 nichts mehr zu tun, das ist jetzt eine neue Herausforderung. Wir haben eine andere Mannschaft, wir treffen auf andere Gegner, die ganze Situation ist eine andere.“

Der Frauenfußball habe sich in allen Bereichen enorm weiter entwickelt. „Er ist schneller, athletischer geworden. Die Weltspitze rückt immer mehr zusammen. Entsprechend müssen die Spielerinnen einen höheren Aufwand betreiben.“

Wachsende Professionalisierung nötig

Neid freut sich über die positive Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland, fordert aber eine zunehmende Professionalisierung. „Dem Frauenfußball kann deshalb nichts Besseres passieren, als dass große Vereine wie Bayern München oder der Hamburger SV ihre Frauen-Abteilungen fördern.“

Eine WM-Ausrichtung 2011 würde nach Meinung von Neid die „Massen mobilisieren“. Der Mädchen- und Frauenfußball würde dadurch sogar „einen Boom erleben“. Neid hofft, dass sie dann selber noch am Ruder ist. „Mein Vertrag läuft noch bis 2009. Aber es wäre selbstverständlich eine tolle Sache, ein solches Turnier als Trainerin zu begleiten.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Also wenn das deutsche Team nicht unter Druck steht, dann weis ich auch nicht!!! Nach den total verkorksten Spielen in Portugal und China, weis wohl niemand wo der amtierende Weltmeister steht!!!
    Nicht nur die USA, werden alles daran setzen, um ihre Vormachtstellung im internationalen FF zu unterstreichen!!!
    Auch die Schwedinnen werden nach all den Niederlagen gegen uns, endlich mal den Titel holen wollen!!!
    Und die Gastgeberinnen aus dem „Reich der Mitte“ haben seit langem auf diesen Moment hingearbeitet!!!
    Ich persönlich habe kein gutes Gefühl, wenn ich auf unsere Mannschaft sehe!!! Hoffentlich reicht die Zeit für Frau Neid aus, damit wir uns nicht schon im Viertelfinale verabschieden müssen!!! Blamabel wäre es nicht, denn andere Teams sind sicher stärker besetzt als Deutschland!!!
    Aber vielleicht können unsere Frauen durch Kampf und viel Arbeit dagegenhalten!!!

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  • Christina sagt:

    Aber was ich schon sagen muss: die Mädels haben wirklich n harte Programm vor sich. Sie sind ja quasi die ganze Zeit zusammen, wies scheint. Letzte Woche der 1. Lehrgang bis Samstag, jetzt ab gestern der 2. Lehrgang bis Montag dazu noch 2 Freundschaftsspiele gegen Jugendmannschaften vom BVB. Dann ab nächste Woche wieder einer und dass parallel zum wieder beginnenden Mannschaftstraining und das 2 1/2 Monate lang. Da bleibt ned viel Zeit für andere Dinge. Schon heftig! Aber wenn man schaut, dass die USA teilweise seit über einem halben Jahr zusammen trainieren wird das wirklich Zeit!!!

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  • Sylvia sagt:

    @ Detlef

    Auch ich glaube, dass es sehr schwer wird für die deutschen Mädels; für mich zählen andere Nationen (USA, Schweden, China, usw.) zu den großen Favoriten!!!! Da ich evtl. nach China reise um die Mädels anzufeuern, hoffe ich erst einmal, dass die Mannschaft die Vorrunde übersteht …! Und im Viertelfinale kann dann schon Endstation sein (USA möglicher Gegner …)! Ich sehe es auch so, dass Silvia Neid nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, um das Team topfit und vor allem „eingespielt“ an den Start zu schicken!!!
    Aber wie Du schon sagst – Detlef – = die deutschen Mädels können auf jeden Fall Kampf und Mut dagegensetzen und hoffen …!

    @Christina

    Das hört sich zwar nach einem harten Programm an, aber „von nix kommt nix …“ Ich glaube, dass jede Spielerin gerne diese „Opfer“ bringt, denn es sind noch nicht alle Stammplätze vergeben und bei der WM möchten die Frauen ein Wort mitreden!!!!

    Mfg

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