Lillys Blitztor schockt Brasilien

Von am 24. Juni 2007 – 10.41 Uhr

Die U.S.-Frauenfußball-Nationalmannschaft ist nicht zu stoppen. In einer Neuauflage des Finales der Olympischen Spiele 2004 kam das Team von Trainer Greg Ryan gegen Brasilien zu einem nie gefährdeten Erfolg, der bereits in der Anfangsphase unter Dach und Fach gebracht wurde. Es dauerte gerade einmal 58 Sekunden, da gerieten die Brasilianerinnen bereits ins Hintertreffen. Die Amerikanerinnen sind somit in regulärer Spielzeit nun seit 43 Spielen ungeschlagen.

2:0 (2:0) hieß es am Ende vor 17.000 Zuschauern im Giants Stadium von East Rutherford/New Jersey. Bereits in der ersten Spielminute sorgte Kristine Lilly in ihrem 327. Länderspiel für die Führung. Einen sehenswerten Freistoß zirkelte sie mit dem linken Fuß von der Strafraumgrenze unhaltbar über die brasilianische Torhüterin Andrea hinweg in den Winkel, Lillys 123. Treffer im Nationaltrikot. „58 Sekunden? Vielleicht habe ich auf dem College mal ein schnelleres Tor erzielt“, so die Rekordnationalspielerin lachend.

Spielbericht von ussoccer.com (Englisch)
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Eine Viertelstunde später sorgte Abby Wambach mit einem Kopfball für die frühe Entscheidung und den vierten Treffer in Folge durch eine Standardsituation (17.). „Wir haben eine ganze Menge an Standardsituationen gearbeitet, denn wir wissen, dass die meisten Endspiele bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen häufig dadurch entschieden werden“, so U.S.-Trainer Greg Ryan.

Den Brasilianerinnen war anzumerken, dass sie nicht allzu häufig zusammen spielen. Im Mittelfeld konnten sich die Südamerikanerinnen zwar gelegentlich den Ballbesitz erobern, doch die zweikampfstarken Amerikanerinnen ließen in der Defensive nicht viel zu, ganze vier Schüsse auf das Tor hatte Brasilien im gesamten Spiel zu verzeichnen.

Brasiliens Trainer Barcellos kommentierte nach der Partie: „Es ist sehr schwer, wenn man nicht die Chance hat, zusammen zu trainieren. Wir haben zu wenig Zeit miteinander verbracht.“

In Reihen der USA war man zufrieden mit dem gelungen Härtetest. „Es war gut, dass wir gegen Brasilien gespielt haben, denn sie spielen ganz anders als die anderen Teams“, so Lilly. „Sie sind technisch so gut, sie sind schnell, spielen aber auch ein bisschen hart.“

Fünf Gelbe Karten sah Brasilien im Spielverlauf, Wambach beschwerte sich ebenfalls über die harte Gangart des Gegners: „Das ist nervenaufreibend, denn wenn man so sich so knapp vor der WM eine Verletzung einfängt, schafft man es möglicherweise nicht mehr, zurück zu kommen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.