Rottenberg und Lindahl: Der WM-Traum lebt

Von am 23. Juni 2007 – 0.49 Uhr

rottenberg_silke.jpgSilke Rottenberg (Bild, Quelle: DFB.de) und Hedvig Lindahl verband im vergangenen Winter ein gemeinsames Schicksal.

Erst zerstörte sich die schwedische Nationaltorhüterin Anfang Januar im Training das vordere Kreuzband, knapp drei Wochen später ereilte die deutsche Nummer Eins dasselbe Schicksal, zwei Tage nach ihrem 35. Geburtstag während des Trainings beim Vier-Nationen-Turnier in China.

Auch für die Frankfurter Keeperin begann die Zeit des Bangens. Doch beide Torhüterinnen absolvierten die Rehabilitation in Rekordtempo und die harte Arbeit scheint sich gelohnt zu haben.

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Rottenberg arbeitete zuletzt mit dem früheren Gewichtheber Martin Zawieja an ihrer Fitness. Laufen, springen und die Arbeit am Ball bereiten ihr schon keine Probleme mehr, wie sie auf ihrer Website mitteilte. „Alles läuft perfekt“, freut sich die 123-fache Nationalspielerin über den schnellen Heilungsprozess. So sieht der Plan vor, bereits an dem am Montag beginnenden Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft in Köln teilzunehmen.

Bundestrainerin Silvia Neid hatte Rottenberg Anfang Juni bereits für den erweiterten WM-Kader nominiert, aber darauf hingewiesen: „Sie muss wie alle anderen Spielerinnen auch in der Vorbereitung ihre Leistung bringen.“

Wann Rottenberg ihr Comeback in einem Spiel geben wird, steht noch nicht fest. Bis zur Weltmeisterschaft in China sind es aber noch fast drei Monate. Rottenberg ist überzeugt, dass sie noch genügend Zeit hat, um Spielpraxis zu sammeln und bei den Titelkämpfen das deutsche Tor hüten wird.

Lindahl: Gelungenes Comeback

Hedvig Lindahl ist sogar schon einen Schritt weiter. Am 16. Juni gab sie abseits des großen Rampenlichts nicht einmal fünf Monate nach der Operation ihr Überraschungs-Comeback in einem Pokalspiel ihres Vereins Linköpings FC gegen das fünftklassige Boxholm. Vier Tage später stand dann schon der erste echte Härtetest gegen den Zweitligaverein Mariestad an, wo sie beim 5:0-Sieg in der ersten Halbzeit erfolgreich das Tor hütete.

Auch im Training kann sie inzwischen ohne Knieprobleme wieder mitmachen, auch wenn sie parallel an den Vormittagen immer noch ein Reha-Programm durchzieht. Nächsten Mittwoch will sie im Spiel bei Kopparbergs/Göteborg auch in der Damallsvenskan bereits wieder ihr Comeback geben.

Lindahl arbeitet schon am nächsten Ziel, der WM in China. „Das wäre ein Bonus für mich. Ich sehe mich dort als dritte Torhüterin, aber es wäre toll, überhaupt mitzufahren“, gibt sie sich bescheiden. Die Zeichen stehen auf jeden Fall gut, dass Weltmeister Deutschland und Vizeweltmeister Schweden die beiden Torhüterinnen in den WM-Kader aufnehmen werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.