EM-Quali: Norwegen mit magerer Torausbeute – Rekordkulisse auf Island

Von am 22. Juni 2007 – 13.17 Uhr

Mit drei Spielen wurde gestern die Qualifikation für die Europameisterschaft 2009 fortgesetzt. WM-Teilnehmer Norwegen feierte zwar einen ungefährdeten Erfolg gegen Österreich, doch einmal mehr wurde die Schwachstelle im Team deutlich. Beflügelt vom Überraschungssieg gegen Frankreich kam Island vor fast 6.000 Zuschauern zu einem lockeren Erfolg gegen Serbien, Polen hatte gegen Israel nach dem unerwarteten Remis im Hinspiel diesmal keine Probleme.

Die 478 Zuschauer im Åråsen-Stadion von Lilleström sahen beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen Österreich eine überlegene norwegische Mannschaft, die wieder einmal Probleme hatte, ihre zahlreichen Chancen in Tore umzuwandeln. „Ich bin zufrieden, dass wir aus den Spielen in Israel und gegen Österreich sechs Punkte geholte haben, mit der Chancenverwertung kann ich es weniger sein“, so Norwegens Trainer Bjarne Berntsen.

Spiele und Tabelle der Gruppe 6

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Wie es gehen muss, sah man beim zweiten, allerdings etwas abseitsverdächtigen Treffer, als die starke Lene Mykjåland nach einem tollen Pass von Marit Fiane Christensen das Auge hatte, die besser postierte Melissa Wiik zu sehen, die mühelos zum 2:0 verwertete (73.). „Erst einmal ist es positiv, dass wir uns so viele Chancen erarbeiten, aber anders als bei diesem Treffer sehen wir oft eben nicht, dass eine Spielerin noch besser postiert ist und schießen den Ball dann über das Tor“, erklärt Berntsen das Manko seiner Elf.

Erst kurz vor der Pause hatte Solveig Gulbrandsen den Bann mit einem Weitschuss aus 25 Metern gebrochen und die offensivstarken Norwegerinnen in Führung gebracht (43.). Trine Rønning stellte kurz vor Spielende den Endstand her, als sie einen Elfmeter im Nachschuss verwertete (89.). „Lene Mykjåland und Trine Rønning waren heute wichtige Spielerinnen“, so Berntsen.

Island setzt Höhenflug fort

Island setzte nach dem 1:0-Überraschungserfolg gegen Frankreich seine Siegesserie fort. Gegen Serbien feierte das Team vor der Rekordkulisse von 5.976 Zuschauern – 3.000 mehr als je zuvor – im Laugardalsvöllur-Stadion von Reykjavik einen ungefährdeten 5:0 (2:0)-Sieg. Dóra Stefánsdóttir sorgte bereits in den Anfangsminuten für die Führung (3.), gegen das Team, das drei Island-Legionärinnen in der Startaufstellung aufbot.

Dóra María Lárusdóttir baute die Führung nach Vorarbeit von Ásthildur Helgadóttir schnell auf 2:0 aus (23.). Verteidigerin Katrín Jónsdóttir erhöhte nach einer Ecke in der zweiten Halbzeit auf 3:0, Margrét Lára Vidarsdóttir und ein Eigentor der Serbinnen sorgten für den 5:0-Endstand, so dass Island nun vor Frankreich die Tabellenführung übernommen hat.

Spiele und Tabelle der Gruppe 3

Polen erwischte nach der 1:3-Niederlage in Russland vom vergangenen Samstag gegen Israel einen Blitzstart. Marta Stobba brachte die Polinnen bereits in der ersten Spielminute in Führung. Stobbas zweiter Treffer (25.) sowie Tore von Anna Gawronska (34.) und Dominika Maciaszczyk (44.) sorgten bereits vor der Pause für klare Verhältnisse. In den zweiten 45 Minuten gelang Shrili Ohana für Israel der Ehrentreffer (60.), als Polen einen Gang zurückschaltete. Im Hinspiel hatte man den Polinnen vor wenigen Wochen noch ein 2:2 abgetrotzt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.