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Webmasterin feiert Bundesligadebüt – Erlaa-Training im SOS-Kinderdorf

Von am 20. Juni 2007 – 1.49 Uhr

erlaa_1.jpgZu gerne hätte Womensoccer einem Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf Hinterbrühl nahe Wien den von uns ersteigerten 15-minütigen Einsatz in einem Spiel der österreichischen Frauenfußball-Bundesliga spendiert. Doch wir haben die Rechnung ohne die Bürokratie gemacht, aus dem Vorhaben wurde leider nichts.

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Dafür durfte sich die Webmasterin des ASK Erlaa, Becki Santin, über ihr überraschendes Bundesligadebüt freuen. Damit die Mädchen im SOS-Kinderdorf nicht leer ausgehen, haben sich der ASK Erlaa und Womensoccer aber noch etwas anderes ausgedacht.Denis Djulic, Sportleiter von SOS-Kinderdorf Österreich, begründete die Absage: „Viele unserer Kinder und Jugendlichen sind aufgrund ihrer Herkunfts- und Lebensgeschichten leider nicht in der Lage, so spontan auf Angebote reagieren zu können. Dafür bedarf es immer einer koordinierten und vorbereiteten Arbeit seitens der Betreuer und der Bezugspersonen, was aufgrund der terminlichen Dringlichkeit in diesem Fall nicht machbar war.“ Sprich: Es wären einige Genehmigungen und Freigaben, unter anderem vom Jugendamt, einzuholen gewesen, was sich in der Kürze der Zeit nicht bewerkstelligen ließ. Schade!

Schöne Geste vom ASK Erlaa

Doch Erlaa-Trainer Thomas Rauch verspricht: „Wir wollen die Idee von Womensoccer mit dem SOS-Kinderdorf nicht fallen lassen. Mit Herrn Djulic wurde bereits vereinbart, dass wir im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl einmal ein Training mit unseren Bundesligaspielerinnen und interessierten Mädchen aus dem Kinderdorf abhalten werden.“ Doch das ist noch nicht alles. „Darüber hinaus werden wir in einem der nächsten Heimspiele in der kommenden Saison Kinder aus dem SOS-Kinderdorf einladen und auch Womensoccer ist bei der Partie herzlich willkommen.“ Eine tolle Sache!

Damit aber trotzdem jemand in den Genuss des 15-minütigen Bundesligaeinsatzes kommen konnte, hatten wir schnell eine Alternativlösung parat. Die Webmasterin des ASK Erlaa, Becki Santin, die in ehrenamtlicher mühevoller Arbeit die Website des Vereins pflegt, wurde von Womensoccer in der Halbzeit des Bundesligaspiels in Gloggnitz per Überraschungsanruf kontaktiert und zum Warmmachen für ihren bevorstehenden Einsatz geschickt.

Ins kalte Wasser geworfen

erlaa_2.jpgEin wenig geschockt meinte sie: „Ich wusste von nichts. Es wäre mir lieber gewesen, ich hätte mich vorbereiten können.“ In der 56. Minute wurde Santin dann als Patenkind unserer gewonnenen Versteigerung ins kalte Wasser geworfen und feierte ihr Bundesligadebüt. Am Ende stand sie dann sogar 19 Minuten lang auf dem Platz, ehe sie wieder ausgewechselt wurde. Nicht zum Schaden des ASK Erlaa, der am Ende mit 5:1 gewann und sich in seinem dritten Bundesligajahr den fünften Platz in der Abschlusstabelle sicherte.

Der Erlös der Versteigerung von 111 Euro geht an das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl. Wir von Womensoccer freuen uns über die originelle Aktion und werden natürlich in ein paar Wochen die Reise nach Wien antreten!

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.