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Steffi Jones exklusiv: „Mein Leben in der Nationalmannschaft“ (Teil 6)

Von am 18. Juni 2007 – 1.25 Uhr

jones_freizeit.jpgIm letzten Teil unserer sechsteiligen Serie gewährt Steffi Jones nicht nur Einblicke in ihre Zukunftspläne, sondern verrät auch ihren ganz großen Traum, den sie langfristig verwirklichen will.

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So hat sie schon seit einer ganzen Weile ganz konkrete Zukunftspläne, die sie realisieren will.

Wehmut kommt beim Gedanken an das Ende ihrer Nationalmannschaftskarriere nicht auf. Ganz im Gegenteil.

Meine Zukunft

Es war wirklich das schönste Gefühl, im Nationaltrikot aufzulaufen und ich möchte diese Zeit niemals missen. Es war über die Jahre so etwas wie eine Traumwelt, jetzt muss man wieder in der Realität Fuß fassen. Inzwischen sehe ich mich als Fan der Nationalmannschaft, der sich freut, wenn er die Spiele live oder im Fernsehen verfolgen kann und ich kann sagen, ich war auch einmal dabei.

Steffi Jones exklusiv: „Mein Leben in der Nationalmannschaft“ (Teil 1)
Steffi Jones exklusiv: „Mein Leben in der Nationalmannschaft“ (Teil 2)
Steffi Jones exklusiv: „Mein Leben in der Nationalmannschaft“ (Teil 3)
Steffi Jones exklusiv: „Mein Leben in der Nationalmannschaft“ (Teil 4)
Steffi Jones exklusiv: „Mein Leben in der Nationalmannschaft“ (Teil 5)

Das ist ein schönes Gefühl und ich bin gar nicht traurig, denn ich habe sehr viel mitgenommen, auch wenn ich Fehler gemacht habe. Die Zeit hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich hoffe nur, dass ich irgendwann etwas von dem zurückgeben kann, dass ich einmal eine gute Trainerin werde. Die Zeit, die ich schon mit den Kindern im Kindergarten oder in der Schule verbracht habe, war wunderschön. Kinder sind einfach etwas ganz Tolles, das macht mir wahnsinnig Spaß.

Aber ich träume von etwas ganz anderem. Ich möchte in 10 oder 15 Jahren die erste Frau sein, die es schafft, ein Männerteam zu trainieren. Das ist nicht unrealistisch, aber auch nicht einfach. Leuten, denen ich das erzähle, sagen alle zu mir, dass ich das schaffen werde. Sie trauen mir sehr viel zu. Prinzipiell finde ich es wichtig, dass wir Nationalspielerinnen uns wenn möglich für den Nachwuchs einsetzen. Aber natürlich können nicht alle beim DFB arbeiten oder die Nationalmannschaft trainieren. Ich bin eher jemand, der etwas an der Basis tun will. Ich weiß aber auch, dass das keine leichte Aufgabe sein wird.

Es wird einem heute im Frauenfußball immer noch nicht leicht gemacht. Man muss schließlich sein Leben finanzieren, und als Jugendtrainerin verdient man einfach nicht mal eben 3000 Euro im Monat, deswegen muss ich sehen, wie ich alles auf die Reihe kriege.

Ich habe schon vor dem Algarve Cup mich darum gekümmert, was ich machen würde, wenn ich nicht mit zur Weltmeisterschaft fahre. Ich habe bei Erich Rutemöller angefragt, wie das mit dem Fußballlehrerschein ist und ob sie mich aufnehmen können. Ich habe eine Zusage bekommen und werde schon bei der U-21-EM in den Niederlanden Spielanalysen machen. Die Bundesligasaison ging am 10. Juni zu Ende, jetzt bin ich noch ein paar Tage im Urlaub und dann geht es direkt los.

Der Fußballlehrerschein dauert ein halbes Jahr, ab Januar werde ich dann bei Nike ein Praktikum im Marketingbereich machen. Es wird auf jeden Fall mit Fußball und Scouting zu tun haben. Ich will meine letzte Saison noch einmal sinnvoll nutzen, denn danach muss man ja arbeiten gehen. Wegen des Fußballlehrerscheins werde ich in der Hinrunde der nächsten Saison eher weniger spielen. Ich komme dann immer erst donnerstags wieder zurück und kann wohl gerade mal am Abschlusstraining am Freitag teilnehmen.

Ich kann also keine Ansprüche stellen und werde nur noch aushelfen, in der Rückrunde könnte ich dann wieder voll einsatzfähig sein. Ich will auf jeden Fall die Saison durchspielen und meinen Vertrag erfüllen. Der Verein muss ja auch planen, sonst hätten sie sich schon jetzt um eine andere Spielerin bemühen müssen. Auch wenn ich auf der Bank sitzen werde, werde ich unsere Mädels anfeuern. Es ist auf jeden Fall ein spannender neuer Lebensabschnitt, der beginnt, auf den ich mich schon sehr freue.

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