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Ein Hauch von „Bend it like Beckham“ beim Mellendorfer TV

Von am 16. Juni 2007 – 0.12 Uhr 22 Kommentare

dalaf_1_180.jpgSC Bad Neuenahr, Bayern München, Magdeburger FFC. Diese Namen zählen derzeit alles für Jalila Dalaf. Die 14 Jahre alte Syrerin ist Fußballerin beim Mellendorfer TV. Sie wohnt in Sarstedt und erlebt beim MTV ihre erste Saison als Erfolgssaison. Niedersachsenpokal der Frauen, norddeutsche Meisterin mit den Mädchen, bis Sonntag noch in Leipzig im Finalturnier der besten Acht in Deutschland.

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Heute Nachmittag gegen Bayern München. „FC Bayern – das heißt gar nichts“, gibt sich Jalila enorm selbstbewusst. „Die stehen unter Druck und wir haben schon alle Ziele erreicht. Wir sind frei und deshalb werden wir deutscher Meister.“

Dieses Selbstbewusstsein macht Jalila zu einer typischen Syrerin. Nur das sie dort eine Art Glocke über dem Kopf haben, der sie rechtzeitig wieder deckelt. Es sei denn, die Traditionen gebieten Fröhlichkeit, Lust und vor allem Tanz. Etwa bei Hochzeiten. Jalila tanzt derzeit mit dem Fußball hohe Zeiten. 

Geboren in Damaskus. Dann flüchtete die Familie Dalaf wenige Monate später. Als Kurden fühlten sie ihr Leben bedroht. Über Celle, Uelzen, Peine nach Sarstedt. Dort geht Jalila in die 9. Klasse der Gesamtschule. Arabisch spricht sie nicht, nur das in Syrien verbotene Kurdisch und natürlich Deutsch. Seit kurzem gibt es auch einen deutschen Pass. 

Stolz auf die Eltern 

Oma und Onkel blieben in Syrien, wo Jalila selbst noch nie war.  Die Familie geht ihr über alles. „Ich bin richtig stolz auf meine Eltern. Mit nichts geflüchtet. Sechs Kinder, eigenes Haus. Die haben echt was geschafft.“ Der Vater, einst Lehrer für Englisch und Französisch, ist heute Landschaftsgärtner. 

Erster Verein von Dalaf war der VfL Giften. Dort wurde sie von Helmut Schechowsky entdeckt und zum PSV Hildesheim geholt, bis beide vor Jahresfrist zum Mellendorfer TV wechselten. Mit dem Traum von Titeln und Pokalen. Der MTV rund 20 km nördlich von Hannover war einst ein ganz normaler Dorfverein mit ein paar kickenden Frauen. Heute sind die Frauen und Mädchen das Aushängeschild der Rotweißen als höchst spielendes Team der Region. Platz drei lieferte das Team von Trainer Karlheinz Harde gerade in der Regionalliga Nord ab. 

Überraschende Erkenntnis

dalaf_2_180.jpgBis vor wenigen Tagen wusste Dalaf noch gar nicht, dass Frauen und Mädchen in Syrien Fußball spielen dürfen. Laut der Mutter sei so etwas verboten. In der Tat: Studentinnen gründeten erst vor drei Jahren ein Nationalteam, das seit Ende 2005 unter Regie des Fußballverbandes steht. Im letzten Jahr gab es erstmals auch eine Liga mit sechs Klubs. Jalila will aber doch lieber beim MTV bleiben und später einmal Polizistin werden. „Bei denen ist gute Action.“ 

Das klingt sehr entschlossen. Jalila genießt die Gleichberechtigung in Deutschland. „Hier bin ich aufgewachsen. Das ist meine Heimat. Hier sind meine Freunde. Syrien kann ich mir nicht vorstellen. Die haben alle Angst vor Extremen und Unterdrückung.“ Dass sie fast alles darf, verdankt sie ihrem offenen Elternhaus, das nur auf wenige Traditionen achtet. 

Voller Durchsetzungsvermögen 

„Ich darf nur keinen Freund haben und soll innerhalb meiner Religion heiraten, also einen Jazygen.“ Das waren Nomaden vom Schwarzen Meer, die einst Richtung Süden wanderten.

Ihr Temperament ist ein prägender Wesenszug, der sie auch zum Fußball geführt hat. „Ich habe mich gegen meine Mama durchgesetzt. Weil ich mir dann selbst einen Verein gesucht habe, kam das Okay. Davor habe ich viel mit meinen Brüdern gespielt. Und die haben halt immer gekickt.“ 

Manchmal umweht die Geschichte von Jalila Dalaf mehr als nur ein Hauch von „Bend it like Beckham“. Gleichwohl Jalilas Vorbilder die Herren Ronaldinho und Cristiano Ronaldo sind. Der Brasilianer wegen seiner außergewöhnlichen Tricks und seines Auges, der Portugiese wegen seiner Technik und Schnelligkeit. 

„Nächste Saison bekomme ich auch die Rückennummer 10 oder 17“, sagt Jalila, die im offensiven Mittelfeld spielt. „Bisher mit 14. Adieu Thierry Henry.“

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22 Kommentare »

  • Rainer48 sagt:

    Wieder mal ein schönes Beispiel dafür, wie der Fußball zur Integration in die Gesellschaft beitragen kann.

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  • Detlef sagt:

    Fußball kann sicher ein INTEGRATIONS-KATALYSATOR sein!!!
    Das ist immerhin ein Anfang!!!
    Leider gibt es noch immer viele Mädchen, denen von ihren Eltern das Fußball spielen verboten wird!!! Sei es aus traditionellen-oder religiösen Gründen, oder einfach nur aus Sturheit!!!
    Nun müssen JALILAS Eltern nur noch einsehen, dass hier in Deutschland die jungen Frauen ihre Freunde und später ihre Ehemänner, ganz allein aussuchen!!!

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  • Rainer48 sagt:

    Genau, Jalila kann möglicherweise den WEg für andere ebnen. Aber das ist sicherlich noch ein steiniger Weg.

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  • jalila sagt:

    hallo…is ja nett dass hier wer rein schreibt =)

    sicher ist fussball in den arabischen ländern für frauen noch nicht so angesehn…

    ..aber ich bin mir sicher das kann sich noch ändern
    ich bin mir soger SICHER dass es sich ÄNDERN wird

    wenn ich etwas älter werde,werde ich mich auch ganz sicher dafür einsetzen 🙂

    ich will später auch mal trainerin werden,so eine trainerin wie meine trainer!!!!=)

    lg jalila

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  • catta sagt:

    ich find den bericht klasse=)
    jalila ist so ne hamma fussballspielerin….geht gar nicht …
    ich bin froh das ssie mit mir in einer mannschaft spielt un d nicht meine gegnerin ist….!

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  • nefja sagt:

    wayyy wayyy jaylooo

    achwas jetz biste hier schon was 😉

    damals warste die bessere von uns beiden jetz will ich ma sehn wie du jetz drauf bist;)

    bei google haste auchn pic :D:D geilo

    vfb peine war schon was ne? irgednwann werden wir bestimmt mal wieder just4fun zusammen spielen

    hab dich immer noch sooo lieb süße

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  • mandyy sagt:

    hi jalila…also das is einfach hamma dich fußball spielen zusehn du bist einfach die beste…und mit dir iner klasse is immer fun dabeiiiii!!!

    bleib wie du bist kleine,der hammer einfach 😉

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  • PInaR sagt:

    hey , ich find jalila einfach klasse sie spielt super fußball ich bin auch froh das ich so eine wie jalila kenne und mit ihr in eine klasse geh sie spilet echt super hoffendlich werden alle ihre wünche wahr und ich hoffe das sie irgenwann mal im tv sehe by h.d.l viel glück in deinem leben:-)

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  • dilek sagt:

    hallo jalila ist einfach nur spitze sie geht in meine klasse ich finde sie ist sehr nett und spielt super fußball ich wünsche ihr im leben noch viel viel glück hab dich lieb jalila

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  • jalila sagt:

    heyy…dank dem reiner hennis hab ich jetz nochn interview mit der sarstedter zeitung 🙂 dankeschön

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  • suhail sagt:

    hi jaylo beste fußballerin in der familie. ich drück dir die daumen für deine zukunft meine süsse

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  • Max Diderot sagt:

    Geschichten, die das Leben schreibt. Im Fundus liegen aberwitzig gute Inhalte. Großen Respekt an die Protagonistin und den Autor.
    Und ein weihnachtlicher Wunsch für das neue Jahr: keine Einschränkungen respektive Modifikationen der Debattenkultur! Unsere Gesellschaft besteht halt nicht nur aus kultivierten Naturen. Und selbst vielen „schrägen Vögeln“ lässt sich noch Interessantes abgewinnen.

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  • jalila sagt:

    das geht jetz ma an den max!
    was soll dein text da bedeuten`?
    das is mir echt zu hoch =P

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  • Max Diderot sagt:

    Alles ganz simpel: Der Text hat mir gut gefallen. Und der Begriff Respekt dürfte doch eindeutig sein.
    Der zweite Absatz betrifft die augenblickliche Einschränkung der Bloggkultur auf Womensoccer und hat mit dem eigentlichen Artikel nichts zu tun. Auch wenn ich wiederum daran scheitere, eine Erklärung für „…=P“ zu finden, gehe ich davon aus, dass diese meine Zeilen doch eindeutig sein dürften.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Max: Was meinst Du mit „Einschränkung der Blogkultur“? Das manuelle Freischalten der Kommentare? Es werden ja keine Kommentare zurückgehalten, es geht nur um das Ausfiltern des Spams.

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  • Rainer sagt:

    @Markus: Ich kann das gut nachvollziehen, denn der Spam, der sich einschleicht enthält eben in der Regel alles zwischen angeblich 18-Jährigen Texanerinnen, die sich mit freizügigen Bildchen ihr Studium finanzieren wollen bis hin zu nigerianischen Kriegerwitwen, die gerne unsere Konten verwenden wollen, um 100 Millionen $ aus dem Land zu schmuggeln, von Viagra und den Anlegemöglichkeiten in Sierra Leone ganz zu schweigen.

    Ich fand den Artikel im Übrigen richtig gut und bin mir fast sicher, dass Jalila später mal in der Bundesliga spielen wird und auch mit demjenigen zusammen sein wird, den sie mag (wünsch ich ihr jedenfalls).

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  • Rainer sagt:

    Ach so, vergass zu fragen, ob man nicht wie in anderen Blogs Zufallscodes ziwschenschalten kann, dann können Kommentare selbst durch den Kommentierenden freigeschaltet werden, man hat aber einen aktiven Schutz.

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  • Markus Juchem sagt:

    Rainer, die von Dir angesprochene CAPTCHA-Technik wäre eventuell eine Möglichkeit, ich werde im neuen Jahr die diversen Möglichkeiten einmal ausloten.

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  • jalila sagt:

    danke rainer=)..

    was hat das alles mit dem text zu tun?

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  • Max Diderot sagt:

    Bekanntlich soll das neue Jahr auch dazu dienen, guten Absichten auch Taten folgen zu lassen. Die von Jalila aufgeworfene Frage, was das „alles“ mit dem eigentlichen Artikel zu tun hätte, die, wenn der Begriff „alles“ Bezug nimmt auf die außerhalb des eigentlichen Themas angesiedelte Frage nach der umgehenden Freischaltung der Postings, kann eigentlich nur mit „nichts“ beantwortet werden und trifft nun beim Verursacher dieses Tohuwabohus auf Einsicht.
    Markus, ich hätte mir gewünscht, dass innerhalb des Beitrags „In eigener Sache“ darüber diskutiert werden könnte, ob diese technische Restriktion die richtige Antwort ist auf die mehr oder weniger unseriösen Zusendungen an Euren Server. Nach meinem Verständnis gehört zum Bloggen ein Maß an Spontanität, eine Art Momentaufnahme der eigenen Reflexion, weshalb ich von einer „… Einschränkung der Bloggkultur …“ schrieb. Ich will Euch nicht unterstellen, und möglicherweise ist mir auch nicht die Bandbreite des ursächlichen Auslösers bekannt, dass Ihr inhaltliche Korrekturen der Postings vornehmt.
    Mir ist sehr wohl bewusst, dass eine Mehrzahl von Beiträgen im Netz, und damit meine ich nicht den Blog „Womensoccer“, primär suboptimaler Natur sind und eher verletzend als erhellend. Aber: so ist nun ‚mal die Welt – auch im Jahr 2008! Von R.M. Rilke gibt es das wunderbare Neujahrsgedicht. Dort heißt es: „Wir wollen sehen, dass wir’s nehmen lernen, ohne allzu viel fallen zu lassen …“.

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  • Kathrin B. sagt:

    Hey Na…..finde es schade das du wegfährst nach potsdam aber wenn du es willst dann wünsche ich dir viel glück und hoffe es gefällt dir dort werde dich vermissen

    hdggggggdl Kussi

    Kathrin

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  • Beschta sagt:

    heyyy jalila , man du hast es echt bis hier hin geschafft omg ich glaub es gar nicht , du bist schon fast berühmt , mach weiter so , ihc freu mich voll für dich . vermisse dich voll, hoffe hast spaß in potsdam, pass auf dich auf bye H.D.G.D.L kisssssssss

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