Comeback der Saison: Turbine Potsdam

Von am 15. Juni 2007 – 16.27 Uhr 3 Kommentare

Logo Turbine PotsdamDie letzte Winterpause war kein Zuckerschlecken für Turbine-Fans. Nein, wahrlich nicht. Schon im November gab Nationalspielerin Britta Carlson ihren Wechsel nach der Hinrunde zum VfL Wolfsburg bekannt, dann ging Kapitänin Ariane Hingst schon mitten in der Rückrunde nach Schweden und kündigten Conny Pohlers (zum 1. FFC Frankfurt) und Navina Omilade (zum VfL Wolfsburg) ihren Abschied nach Saisonende an. „Quo vadis, Turbine Potsdam?“, fragten wir damals.

Vertragsverlängerungen von Angerer und Zietz sorgten für Wende 

Alles schien den Bach runterzugehen, doch dann sorgten Nadine Angerer und die neue Spielführerin Jennifer Zietz mit ihren Vertragsverlängerungen für die Wende. Fatal wäre gewesen, hätte der Verein alle seine erfahrenen Stützen verloren, um mit den zahlreich vorhandenen jungen Talenten wieder eine neue schlagkräftige Truppe aufzubauen. Doch nachdem die beiden Nationalspielerinnen den Verein wieder in sicheres Fahrwasser gebracht hatten, entschied sich auch Nationalverteidigerin Babett Peter fürs Bleiben.

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Veränderungen, die Turbine-Trainer Bernd Schröder zu einem radikalen Schnitt bewegten. In der Rückrunde setzte er voll auf seine Nachwuchsspielerinnen. Nur noch Spielerinnen, die auch im nächsten Jahr das Turbine-Trikot zu tragen gedenken, sollten auflaufen. Pohlers und Omilade, die noch um ihre Nominierung für die WM kämpften und kämpfen, wollte er dennoch Einsatzzeit gewähren. Diese hielt sich schließlich in Grenzen, was für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Doch das ist ein anderes Thema.

Altersdurchschnitt nahe 20 

Unbestritten hat die junge Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt nahe der 20 gemeinsam mit Schweden-Rückkehrerin Anja Mittag in der Rückrunde den Weg zurück in die Erfolgsspur geschafft. Josephine Schlanke (19), Carolin Schiewe (18), Bianca Schmidt (17) und Stefanie Draws (17) rückten in die Stammformation auf. Schmidt erzielte in ihrer ersten Bundesliga-Saison auf Anhieb acht Tore und steht im erweiterten WM-Kader auf Abruf.

So gelangen den „Blauen“ nach der Winterpause in 12 Partien neun Siege und drei Remis, was nach zwischenzeitlichem Abrutschen auf den 6. Tabellenplatz (7. Spieltag) am Ende Tabellenplatz drei hinter dem 1. FFC Frankfurt und dem FCR 2001 Duisburg bedeutet.

Turbine will wieder um Titel mitspielen 

Die sieben Punkte Rückstand auf Duisburg und 16 auf Frankfurt sind kein Pappenstiel, doch Turbine-Coach Bernd Schröder blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. Auf die Frage nach seinen Saisonzielen sagte er den Potsdamer Neuen Nachrichten: „Mit dem Ziel Meistertitel oder DFB-Pokal, sonst machen wir uns nach dieser Rückserie unglaubwürdig. Ein solches Ziel braucht die Truppe auch als Motivation.“

Unmöglich erscheint das nicht und man tut gut daran, Turbine Potsdam nicht zu unterschätzen, doch müsste für das Erreichen dieses Ziels vermutlich alles passen und die Konkurrenz auch das ein oder andere Mal patzen. Schließlich hat nicht zuletzt das Heimspiel gegen Heike Rheine am 19. Spieltag gezeigt, dass das Potenzial der jungen Truppe zwar schon erstaunlich groß ist, die Konstanz aber letztlich auch ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg ist.

Konstanz als Schlüsselelement 

Damals sagte die erfahrene Schlussfrau Nadine Angerer: „Die Mannschaft muss es lernen, ruhig weiter zu spielen, wenn es mal nicht läuft. Das gehört zur Entwicklung dazu“. Wie weit sie in dieser Entwicklung schon ist, dürfte 2007/2008 möglicherweise den Ausschlag geben über das Abschneiden des Double-Gewinners von 2006.

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3 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Also zunächst einmal, „TURBINE hat in der Rückrunde nicht verloren, und erreichte neben den 9 Siegen 3 mal ein UNENTSCHIEDEN!!!
    Davon war das gegen Rheine sicher das peinlichste, aber selbst Ligaprimus Frankfurt ist dies in der Hinrunde passiert, und da war die Meisterschaft noch nicht in trockenen Tüchern!!!
    Das REMIS gegen die SGS war sicherlich sehr unglücklich, aber auch sehr lehrreich, mahnte es doch die TURBINEN bis zur 90. Minute achtsam zu sein!!! Da waren einige Spielerinnen schon in Gedanken in der Kabine!!!
    Auch das Unentschieden gegen den hohen Favoriten FFC Frankfurt, hätte mit etwas mehr Clevernes, und besserer Konzentration im Abschluss durchaus ein DREIER für die Potsdamerinnen werden können!!! Insgesamt hat sich das Zusammenspiel aller Mannschaftsteile sehr verbessert, ist aber von der Form der Vorjahre noch weit entfernt!!! Man darf auch keine Augenwischerei betreiben!!!
    Hätten der FFC Frankfurt und vor allem der FCR Duisburg, am Ende der Saison nicht so abgebaut, hätte die Schröder-Elf auch nicht so brillieren können!!! Deshalb darf man sehr gespannt sein, wie sich diese junge Truppe in der neuen Saison schlagen kann!!!

    Noch ein kurzes Wort zu CONNY und NAVINA!!! In meinen Augen hat Schröder sein Wort klar gebrochen!!! Vor allem NAVINA war hier die HAUPTLEIDTRAGENDE!!! In den wenigen Minuten, die sie zum Einsatz kam, konnte sie wohl kaum ihre momentane Leistung unter Beweis stellen!!! CONNY kam zwar wesentlich öfter zum Einsatz, und zeigte meiner Meinung auch Einsatzwillen und Spielstärke, aber für eine realistische Chance zur WM-Nominierung, waren auch die Einsätze von CONNY zu wenig!!! Wie Katja schon schrieb, ist dies aber ein anderes Thema, und sollte vielleicht in einem Extra Beitrag beleuchtet werden!!! Denn hier scheint auch Silvia Neid nicht ehrlich gewesen zu sein!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke für den Hinweis, Detlef, habe es korrigiert.

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  • Catherine sagt:

    I second Detlef’s call for additional information/discussion on Pohlers, Omilade, and the national team. What is going on? What is Neid thinking? Ich verstehe sie nicht.

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