Positive Signalwirkung

Von am 27. Mai 2007 – 10.38 Uhr 2 Kommentare

Berlin – Das 27. DFB-Pokalfinale der Frauen wird sicherlich nicht als das qualitativ hochwertigste in die Geschichte eingehen. Doch die wichtigste Botschaft, die von Berlin aus an diesem Tag an die Öffentlichkeit ausgesandt wurde, war eine andere: Der Frauenfußball in Deutschland ist keine Ein-Team-Show.

Die Favoritenbürde und die Erinnerung an die drei in Folge verlorenen Pokalfinals schien dem 1. FFC Frankfurt trotz des schnellen Führungstreffers die Beine zu lähmen, so dass nicht an die Leistung der vergangenen Wochen angeknüpft werden konnte.

Dass die Duisburgerinnen kurz vor der Pause den Ausgleich erzielten und in der zweiten Halbzeit gar in die Nähe eines Siegs kamen, dürfte den FFC-Verantwortlichen gar nicht geschmeckt haben.

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Für den Frauenfußball war der spannende Verlauf der zweiten Halbzeit aber sicherlich positiv. Denn nichts wäre für die Zuschauer langweiliger gewesen, als die Dominanz einer der beiden Mannschaften, die in einem 4:0- oder 5:0-Sieg geendet wäre.

„Das Spiel war auf jeden Fall gut für die Außenwirkung. Es war viel Kampf im Spiel, wir haben den Gegner gut unter Druck gesetzt und teilweise super nach vorne gespielt. Es haben nur die Tore gefehlt“, so Duisburgs Trainer Thomas Obliers.

Dies war aber wohl der einzige Punkt, in dem sein Gegenüber Hans-Jürgen Tritschoks in der Bewertung des Spiels an diesem Tag übereinstimmte. „Für den Frauenfußball war der Spielverlauf sehr gut. Es war eine ausgeglichene Partie mit guten Spielszenen. Das Tempo war gut, es ging rauf und runter“, so Tritschoks.

FFC-Manager Siegfried Dietrich bewertete die Partie etwas differenzierter und machte das Wetter dafür verantwortlich, dass das Spiel der beiden besten deutschen Frauenfußball-Mannschaften nicht auf dem gewünschten technischen Niveau stand. „Ich hatte mir vom Spiel wesentlich mehr erhofft, aber der Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Kompliment für Ihren objektiven und sympathischen Artikel Herr Juchem. Mich hätten auch noch die angekündigten Meinungsartikel mit Namensnennung interessiert: warum Duisburg oder Frankfurt den Pokal holen werden!

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Herr Schmidt,

    danke für das Kompliment. Die angekündigten Meinungsartikel haben wir mangels ausreichender Resonanz wieder aus dem Plan genommen. Unsere Aktion kam wohl etwas zu kurzfristig. Beim nächsten Mal werden wir früher damit starten.

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