Bibiana Steinhaus vor Beförderung

Von am 25. Mai 2007 – 13.40 Uhr 5 Kommentare

Dem deutschen Fußball steht eine Premiere bevor. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus aus Hannover soll nach Angaben von DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel ab der kommenden Saison Zweitliga-Partien im männlichen Profifußball leiten.

Schon seit 2001 pfeift die 28-Jährige Regionalliga-Spiele und fungiert seit 2004 als Linienrichterin in der 2. Liga. „Ich gehe davon aus, dass Bibiana Steinhaus aufsteigt“, sagte Strigel nun dem Fachblatt „Kicker“.

Von dieser Entscheidung dürfte eine Signalwirkung ausgehen, Steinhaus steht ab sofort verstärkt im Visier der Beobachter. Denn nur schwer vorstellbar ist, dass die Fußball-Fans Steinhaus wie jeden neuen männlichen Schiedsrichter registrieren und einfach nur zur Kenntnis nehmen werden.

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Macht sie ihre Sache gut, wird das der weiblichen, pfeifenden Zunft Balsam auf die Seele sein angesichts der harschen Kritik, die die deutschen Unparteiischen Woche für Woche in Empfang nehmen „dürfen“. Läuft’s schlecht, so werden der Spruch „Frauen können das nicht“ oder ähnliche pauschalen Verbalkeulen nicht lange auf sich warten lassen.

Es wird ein Test für alle Seiten: Für Bibiana Steinhaus im Speziellen. Für die Frauen an der Pfeife im Allgemeinen. Aber auch für abertausende Fußball-Fans, ob sie der alten Machokultur noch verhaftet sind oder ob aufgeklärte Fans ohne Scheuklappen mittlerweile die Oberhand gewonnen haben.

Und nicht zuletzt auch für die Frauenfußball-Fans, die Steinhaus nun im direkten Vergleich mit ihren männlichen Kollegen begutachten können. Mit Videobeweis, Zeitlupen, verschiedenen Kameraperspektiven und allen anderen Hilfsmitteln, die im Frauenfußball noch fehlen. Das dürfte helfen, so manches Fehlurteil zu korrigieren. Für alle Beteiligten.

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5 Kommentare »

  • KaDe sagt:

    Ich bin sicher, dass Bibiana Steinhaus der Sache gewachsen ist und ihre Aufgaben souverän erledigen wird. Und mit der zu erwartenden Kritik (wie bei jedem/r Schiri) wird sie umzugehen wissen.
    Als regelmäßiger Besucher der FF-Spiele in Frankfurt kann ich sagen, dass sie die Beste ihres Faches ist. Eine weitere Kandidatin für „höhere“ Aufgaben wäre für mich auch Miriam Dräger.

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  • Bernhard sagt:

    Ja hoffentlich dürfen dann auch mal Männer Frauenbuli pfeifen…

    Das wäre der eigentliche positive Effekt dieser Beförderung!

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  • schmidt sagt:

    Vielleicht muß auch ein Wasserball-Schiedsrichter-Gespann ran, wenn sich das enorme Unwetter mit Wassermassen, Blitz und Donner vom Freitagabend auch am Samstag ins Stadion zur Pokalzeit kommt!

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  • Rainer48 sagt:

    Auf jeden Fall eine positive Entwicklung. In der Schweiz leitet am Pfingstmontag Nicole Petignat als erste Frau das Pokalfinale bei den Männern…

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  • Alex sagt:

    Mal schauen was sich letztendlich ergibt.

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