DFB-Pokalfinale: ein Blick in die Historie

Von am 23. Mai 2007 – 16.51 Uhr

pokalplakat.jpgZum 27. Mal wird am kommenden Samstag ein DFB-Pokalfinale im Frauenfußball ausgetragen. Womensoccer.de wirft einen kurzen Blick in die Geschichte des Wettbewerbs.

Vom ersten Sieger Bergisch Gladbach über die Erfolg des TSV Siegen, FSV Frankfurt und Grün-Weiß Brauweiler bis hin zum ersten Pokalerfolg des FCR Duisburg, der langen Erfolgsserie des 1. FFC Frankfurt und dem Dreifacherfolg von Turbine Potsdam.

Beim Debüt in der Saison 1980/1981 durfte die SSG Bergisch Gladbach, der Serienmeister der 80-er Jahre, als erster Verein die Trophäe in Empfang nehmen, eine aus 925-er Silber gefertigte Dokumentenrolle mit einem Lorbeerzweig. Belohnung für den souveränen 5:0-Sieg gegen den TuS Wörrstadt. Überragende Spielerin im Finale war damals Doris Kresimon, die drei Treffer erzielte.

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Bekannte Namen prägen den Wettbewerb

In der Debütsaison wurde das Achtel-, Viertel- und Halbfinale noch in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Ab der Saison 1981/1982 gab es pro Runde nur noch ein Spiel. 1982 und 1984 gewann das Team aus Bergisch-Gladbach erneut, im Finale 1984 wurde kurz vor der Pause eine gewisse Silvia Neid eingewechselt, die heutige Bundestrainerin der Nationalmannschaft.

Dann begann schon bald die große Zeit von Vereinen wie TSV Siegen, FSV Frankfurt oder Grün-Weiß Brauweiler. Von 1986 bis 1989 gewann der TSV Siegen nicht zuletzt dank der Treffer der inzwischen nach Siegen gewechselten Neid gleich viermal in Folge und kam dabei niemals auch nur an den Rand einer Niederlage, so dominant war das Team gegen Ende der 80-er Jahre in den Pokalfinals.

Zu Beginn der 90-er Jahre startete die Erfolgszeit des FSV Frankfurt mit dem ersten DFB-Pokalsieg gegen Bayern München. 1992, 1995 und 1996 sollten drei weitere folgen, zweimal setzte man sich gegen Siegen durch, einmal gegen Klinge-Seckach.

Die bisherigen Endspiele im DFB-Pokal im Überblick (PDF)

1991, 1994 und 1997 gewann im schönen Abstand von jeweils drei Jahren Grün-Weiß Brauweiler das Endspiel, nur 1993 musste man sich nach hartem Kampf erst im Elfmeterschießen gegen den TSV Siegen geschlagen geben. Brauweilers erster Erfolg war die größte Sensation der DFB-Pokalgeschichte, denn die Elf mit Silke Rottenberg und Bettina Wiegmann spielte damals in der zweitklassigen Regionalliga West.

Beim Erfolg 1997 stand einer an der Seitenlinie, der diesmal in Berlin auch wieder dabei ist: Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, der damals Trainer von Grün-Weiß Brauweiler war und heute den 1. FFC Frankfurt trainiert. In derselben Saison wurde erstmals eine Mannschaft aus dem Wettbewerb ausgeschlossen. Hertha 03 Zehlendorf hatte in der 2. Runde die gesperrte Ariane Hingst eingesetzt und verlor am grünen Tisch.

1998 tauchte dann erstmals der Name FCR Duisburg in der Siegerliste des DFB-Pokals auf. 6:2 fertigte man im bisher torreichsten Finale den FSV Frankfurt ab. Die überragende Inka Grings schoss drei Tore für den Verein, der den Wettbewerb noch unter dem alten Namen FC Rumeln-Kaldenhausen begonnen hatte.

1999 begann die große Zeit des 1. FFC Frankfurt (bis zum Viertelfinale noch SG Praunheim), der zu einer schier unglaublichen Serie ansetzte. Von 1999 bis 2003 bissen sich im Finale FCR Duisburg, Sportfreunde Siegen, FFC Flaesheim-Hillen, der Hamburger SV und der FCR 2001 Duisburg die Zähne an den Frankfurterinnen aus, die fünfmal in Folge die begehrte Trophäe gewannen.

Martina Voss wird zur tragischen Figur

Flaesheim-Hillen stand kurz davor, dem Favoriten ein Bein zu stellen, denn das Team führte zur Halbzeit 1:0. Doch am Ende unterlag man 1:2 und erstmals verlor die zur Pause führende Elf ein Pokalfinale. 2003 wurde Duisburgs Spielführerin Martina Voss zur tragischen Figur. Sie entschied das Finale per Eigentor in der 89. Minute zugunsten des 1. FFC Frankfurt, dessen Serie aber im kommenden Jahr riss.

Denn Turbine Potsdam brach 2004 den Bann, als man den Hessinnen mit 3:0 die erste von drei schmerzhaften Niederlagen beibrachte. Denn auch in den Jahren 2005 und 2006 behielte das Team von Bernd Schröder jeweils die Oberhand (3:0 und 2:0).

2007 steht Frankfurt nun bereits zum neunten Mal in Folge im DFB-Pokalfinale und will sich den sechsten Titel holen. Doch der FCR 2001 Duisburg wird alles daran setzen, zum Spielverderber zu werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.