Frankfurt kann Meistersekt kalt stellen – Rheine abgestiegen

Von am 20. Mai 2007 – 19.33 Uhr 1 Kommentar

ffc_hsv.jpgDem 1. FFC Frankfurt ist die Meisterschaft nach dem 20. Spieltag wohl kaum noch zu nehmen. Der Tabellenführer feierte einen Arbeitssieg gegen den Hamburger SV.

Verfolger FCR 2001 Duisburg hat nach der Heimniederlage gegen Turbine Potsdam bei fünf Punkten Rückstand nur noch eine rechnerische Chance auf den Titel. Heike Rheine steht als zweiter Absteiger aus der Frauenfußball-Bundesliga fest.

Am „wichtigsten Spieltag der Saison“ (FFC-Manager Siegfried Dietrich) lief bei den Frankfurterinnen in der ersten Halbzeit nicht alles rund. Zwar erarbeitete sich das Team vor allem in Form von Birgit Prinz zahlreiche Torchancen, doch insgesamt fehlte es der Elf am nötigen Biss in den Zweikämpfen und der letzten Entschlossenheit.

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Zudem präsentierte sich HSV-Torhüterin Bianca Weech in starker Form, so etwa bei einem Schuss von Birgit Prinz (16.) oder bei einer hundertprozentigen Chance für Kerstin Garefrekes kurz vor der Pause (45.). Doch direkt nach der Pause passierte, was HSV-Trainer Achim Feifel „unbedingt vermeiden“ wollte, ein schneller Gegentreffer. Eine scharfe Prinz-Hereingabe von links verwertete Garefrekes mit ihrem 18. Saisontreffer zur erlösenden FFC-Führung.

Führung bringt Frankfurter Spiel in Gang

Nun lief des Spiel der Frankfurterinnen merklich runder, etwa bei einer schönen Kombination ausgehend von Judith Affeld über Pia Wunderlich und die sonst unauffällige Sandra Smisek, deren Vorlage Prinz an den Pfosten setzte (57.). Eine knappe Viertelstunde vor Schluss leitete die überragende Prinz die Entscheidung ein, als sie im Laufduell Friederike Engel stehen ließ und den Ball maßgerecht auf Pia Wunderlich legte, die unbehindert einschob (77.).

Doch die gut agierenden Hamburgerinnen ließen sich weiter nicht entmutigen und versuchten immer wieder über Tanja Vreden schnelle Konter einzuleiten. Doch erst in der Nachspielzeit hatten die Hanseatinnen Erfolg. Die Ex-Frankfurterin Marion Wilmes setzte sich am linken Flügel durch und ließ FFC-Keeperin Uschi Holl mit einem platzierten Schuss keine Chance (90. + 2.) und sorgte für den 2:1-Endstand.

HSV trotz Niederlage zufrieden – Klassenerhalt gesichert

Beide Trainer waren am Ende zufrieden. FFC-Trainer Hans-Jürgen Tritschoks erklärte: „Es war ein Arbeitssieg, wir waren in den Zweikämpfen nicht bissig genug. Ich möchte heute Birgit Prinz besonders hervorheben, die mit ihrem Einsatz Vorbildcharakter hat. Sie hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit mitgerissen.“

HSV-Trainer Achim Feifel erklärte: „Ich gratuliere Frankfurt zum Sieg. Man kann wohl vorzeitig zur Meisterschaft gratulieren. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, das Spiel war relativ offen. Torchancen lassen sich gegen ein Spitzenteam wie Frankfurt nicht verhindern. Wir wollten ein Remis holen, aber der erste Gegentreffer war der Knackpunkt. Wir waren aber ein ordentlicher Gegner, Birgit Prinz hat heute den Unterschied gemacht.“

Duisburg verliert trotz Überzahl – Rheine zweiter Absteiger

Ohne die verletzte Inka Grings musste sich der FCR 2001 Duisburg mit 0:1 gegen Turbine Potsdam geschlagen geben, das in diesem Jahr weiter ungeschlagen ist. Aferdita Podvorica erzielte per Foulelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die Führung, die die Gäste nicht mehr her gaben. Dabei musste man bereits ab der 34. Minute ohne Aferdita Kameraj auskommen, die die Gelb-Rote Karte sah.

Heike Rheine verspielte mit einer 2:3-Niederlage gegen den TSV Crailsheim nach 2:0-Halbzeitführung die letzte rechnerische Chance auf den Ligaverbleib. Doch auch ein Sieg hätte nichts geholfen, da zeitgleich der SC Freiburg den VfL Wolfsburg mit 4:0 abfertigte.

Bayern München feierte einen ungefährdeten 3:1-Sieg gegen die SG Essen-Schönebeck, Brauweiler Pulheim kassierte im 20. Saisonspiel die 20. Niederlage, doch das Team war einem Punktgewinn nahe. Gegner Bad Neuenahr erzielte den entscheidenden Treffer zum 3:2-Auswärtssieg erst in der 88. Minute durch Isabell Bachor.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Julia sagt:

    Und Sandra Albertz hat zum Abschied auch nochmal getroffen. 🙂

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