Kommt noch einmal Spannung in den Abstiegskampf?

Von am 18. Mai 2007 – 16.19 Uhr

Während sich an der Spitze der Frauenfußball-Bundesliga drei Spieltage vor Ende der Saison der 1. FFC Frankfurt und der FCR 2001 Duisburg ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Meistertitel liefern, hat auch der Abstiegskampf noch Spannung zu bieten.

Der Tabellenzehnte SC Freiburg hat zwar einen anscheinend komfortablen Fünf-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge, doch Heike Rheine hat nach dem überraschenden Punktgewinn bei Turbine Potsdam neuen Mut geschöpft. Doch ist die Hoffnung wirklich berechtigt?

Die Moral der Rheiner Elf ist ungebrochen, mit etwas mehr Glück hätten es in Potsdam sogar drei Punkte werden können. So vergab allein die niederländische Nationalspielerin Dyanne Bito drei hochkarätige Chancen, bei der besten scheiterte sie aus spitzem Winkel, nachdem sie bereits die komplette Abwehr düpiert hatte.

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Abschlussschwäche als großes Manko

„Unsere Chancenverwertung ist unser größtes Manko“, ärgerte sich Rheines Trainerin Nicole Werner. Dennoch hat die Mannschaft viel Selbstvertrauen getankt und glaubt mehr denn je an den Klassenerhalt. Am Sonntag sind im Heimspiel gegen den TSV Crailsheim drei Punkte Pflicht, sonst dürfte sich das Thema 1. Bundesliga bereits erledigt haben.

Doch einfach wird dieses Unterfangen mit Sicherheit nicht. Denn auch die Crailsheimerinnen wollen bei neun Punkten Vorsprung auf Rheine und dem besseren Torverhältnis die minimalen rechnerischen Zweifel am Erstligaverbleib mit einem Punktgewinn ausräumen. Das Hinspiel gewann der TSV Crailsheim durch einen späten Treffer von Claudia Nußelt knapp mit 3:2.

Rheine hofft auf Freiburger Ausrutscher

Zeitgleich trifft der SC Freiburg im Heimspiel auf den VfL Wolfsburg und in Rheine hofft man, dass die Freiburgerinnen nach dem 0:3 auf eigenem Platz vergangene Woche gegen Bayern München auch diesmal den Kürzeren ziehen. Doch diese waren gegen Bayern nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt.

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Die Wolfsburgerinnen fahren zudem personell geschwächt mit nur 14 Spielerinnen, davon zwei Torhüterinnen, in den Breisgau. Andrea Wilkens bleibt aus familiären Gründen in Wolfsburg, Saskia Kampf bereitet sich auf die Abschlussprüfung als Physiotherapeutin vor.

Dennoch sind drei Punkte fest eingeplant, obwohl man in dieser Saison noch nie zwei Spiele in Folge gewann. „Wir wollen den siebten Tabellenplatz bis zum Saisonende verteidigen“, so Co-Trainer Frank Pichatzek, der in dieser Woche das Training beim VfL leitete.

Restprogramm kommt Rheine entgegen

Bei einem Rheiner Sieg und einer Niederlage der Freiburgerinnen würde der Rückstand auf zwei Punkte schmelzen. Und dann würde es womöglich noch einmal richtig spannend. Denn das Restprogramm spricht eher für Rheine (Auswärtsspiel in Hamburg, Heimspiel gegen Bad Neuenahr) als für Freiburg (Auswärtsspiel in Essen, Heimspiel gegen Potsdam).

Sollte Freiburg beide Spiele verlieren, würden Rheine in den beiden abschließenden Spielen sogar zwei Remis zur Rettung reichen. Utopisch ist dieses Szenario sicherlich nicht.

Der Sonntag hat also einiges an Spannung zu bieten, an der Tabellenspitze wie im Abstiegskampf gleichermaßen!

Alle Spiele vom 20. Spieltag im Überblick

SC Freiburg – VfL Wolfsburg
1. FFC Frankfurt – Hamburger SV
Heike Rheine – TSV Crailsheim
FCR 2001 Duisburg – Turbine Potsdam
Bayern München – SG Essen-Schönebeck
Brauweiler Pulheim – SC 07 Bad Neuenahr

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.