EM-Quali: Portugal sorgt für erste Überraschung

Von am 16. Mai 2007 – 11.11 Uhr

Seit dem 1. April und schon 15 Mal rollte in der Gruppenphase der Qualifikation für die Europameisterschaft 2009 in Finnland das runde Leder über die Fußballplätze Europas. Und Portugal sorgte dabei bereits für das erste unerwartete Ergebnis. In ihren Gruppen favorisierte Teams wie Dänemark, Norwegen und Russland steigen erst ab dem Sommer ins Geschehen ein. Ein Überblick über den derzeitigen Stand in den sechs Qualifikationsgruppen.

England souverän gegen Nordirland

Gruppe 1 hat erst ein Spiel gesehen. Nach Anlaufschwierigkeiten in der 1. Halbzeit erzielten hier die hohen Favoritinnen aus England alle ihre Treffer zum 4:0-Sieg gegen Nordirland im zweiten Spielabschnitt. Leichtes Spiel dürfte in eineinhalb Wochen auch Tschechien als weiterer Kandidat auf die EM-Endrundenteilnahme im Gastspiel beim Aufsteiger aus der mittlerweile abgeschafften B-Gruppe, den Nordirinnen, haben, ehe im Sommer und Herbst Weißrussland und Spanien als Prüfsteine folgen. Die Weißrussinnen hatten in der WM-Qualifikation immerhin ein Unentschieden gegen Tschechien erreicht. Zum direkten Aufeinandertreffen zwischen England und Tschechien kommt es erst am 20. März des kommenden Jahres.

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Irland fordert Ende Mai Italien heraus

Schweden und Italien oder Schweden und Irland? Sind das, knapp zusammengefasst, die Szenarien für Gruppe 2? Gut möglich, an den Schwedinnen wird wohl kein Weg vorbeiführen. In ihrem Auftaktmatch in Italien konnten sie zwar nur bedingt überzeugen, haben damit aber vor allem wichtige drei Punkte gegen den vermeintlich stärksten Gegner eingefahren.

Will die Truppe von Trainer Pietro Ghedin den sicheren Qualifikationsplatz zwei belegen, dann ist sie am 30. Mai bei ihrem Gastspiel in Dublin gefordert. Die Irinnen hatten in ihrem ersten Spiel gegen Ungarn nach einem frühen Rückstand sehr zur Freude ihres Trainers Noel King noch die Kurve bekommen und am Ende einen 2:1-Sieg eingefahren: „Ich war begeistert, wie meine Spielerinnen nach dem Rückstand ins Spiel zurückgekommen sind. Ich hoffe, wir können darauf gegen Italien aufbauen.“

Island will Frankreich das Leben schwer machen 

Gruppe 3, die einzige ohnen einen WM-Teilnehmer, hat ihren großen Favoriten in der Mannschaft Frankreichs, die im vergangenen Herbst gegen England nur hauchdünn die WM-Qualifikation verpasst hatte. Im ersten Spiel dieser Gruppe wurden sie dieser Rolle vollends gerecht und besiegten die Auswahl Griechenlands in Valence dank eines Hattricks von Camille Abily und weiteren Toren von Sandrine Soubeyrand, Hoda Lattaf und Louisa Necib klar und deutlich mit 6:0.

Ebenfalls große Hoffnungen auf eine Reise nach Finnland macht sich Island. Die Isländerinnen steigen am 31. Mai in Griechenland in den Wettbewerb ein – voller Selbstvertrauen, nachdem sie beim Algarve Cup im März mit 4:1 über WM-Gastgeber China triumphierten.

Niederlande kommt gegen Schweiz nicht über ein 2:2 hinaus

In der deutschen Gruppe fühlen sich die Niederländerinnen um Trainerin Vera Pauw dazu berufen, den Großen auch mal ein Bein zu stellen, nachdem sie zuletzt in einem Freundschaftsspiel England besiegten und zum Auftakt der WM-Qualifikation auch Frankreich ein Schnippchen geschlagen hatten. Im ersten Spiel der Gruppe 4 im April in Wattenscheid gelang das nicht – 5:1 hieß es am Ende für den Titelverteidiger.

Und dass nicht nur Deutschland ernstzunehmen ist, stellte sich gerade erst in der vergangenen Woche heraus. In der Schweiz stand es lange 1:1, ehe die Niederländerinnen in der 84. Minute in Führung gingen, in der dritten Minute der Nachspielzeit aber doch noch von den Gastgeberinnen in Person von Isabelle Meyer abgefangen wurden. Der vergebene Strafstoß von Liesbeth Migchelsen tat da umso mehr weh.

Schottland patzt gegen Portugal 

Die bisherigen drei Partien in Gruppe 5 gingen noch ohne den Favoriten Dänemark über die Bühne, sodass die zuletzt stark auftrumpfenden Ukrainerinnen aktuell die Tabellenspitze innehaben. Ihr 4:0 in der Slowakei kam nicht überraschend – das 0:0 Schottlands gegen Portugal dafür umso mehr. Die Ausgangsposition für die Ukrainerinnen vor dem direkten Aufeinandertreffen mit den Schottinnen am 30. Mai könnte nicht besser sein. Dänemark steigt dann erst nach der WM am 27. Oktober gegen Portugal in die Qualifikation ein.

Polen vor Spiel in Russland Spitzenreiter

Erst zwei Partien wurden in Gruppe 6 ausgetragen, in der sich Norwegen und Russland die größten Hoffnungen auf eine EM-Fahrkarte machen dürfen. An beiden war Polen beteiligt, das derzeit mit vier Punkten die Tabelle anführt. Schon in der WM-Qualifikation war ihnen ein Sieg über Spanien geglückt, nun gewannen sie gleich ihr Auftaktspiel in Österreich durch ein Tor von Anna Zelazko mit 1:0. „Wir wussten, dass es schwer wird, aber ein Sieg ist natürlich einfach perfekt“, so die Siegtorschützin. Durch das 2:2 in Israel bestätigte das deutsche Nachbarland seine Führungsposition, ehe dann im Juni Russland den Tabellenführer empfängt und Norwegen sein erstes Qualifikationsspiel in Israel bestreiten wird.

Nur die Gruppenersten sicher qualifiziert

Für die EM-Endrunde in Finnland qualifizieren sich die sechs Gruppenersten direkt. Die Gruppenzweiten sowie die vier besten Drittplatzierten gehen in eine Play-Off-Runde, aus der die fünf Sieger als EM-Teilnehmer hervorgehen und mit Gastgeber Finnland das 12-köpfige Teilnehmerfeld komplettieren.

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