WM 2011: DFB benennt 12 Städte

Von am 11. Mai 2007 – 14.11 Uhr 13 Kommentare

wm_2011_logo.jpgMit zwölf Städten und Stadien bewirbt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beim Fußball-Weltverband (FIFA) um die Ausrichtung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011.

Damit bestätigte das DFB-Präsidium auf seiner heutigen Sitzung den Vorschlag des WM-Bewerbungskomitees.

Neben 12 strahlenden Gesichtern gibt es große Enttäuschung bei den elf abgelehnten Kandidaten.

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Mit der Hauptstadt Berlin (Olympiastadion, 74.000 Sitzplätze), Bochum (Stadion Bochum, 24.000 Sitzplätze), Frankfurt am Main (Stadion Frankfurt, 49.000 Sitzplätze), Magdeburg (Stadion Magdeburg, 27.000 Sitzplätze), Mönchengladbach (Borussia-Park, 46.000 Sitzplätze) und Wolfsburg (Stadion Wolfsburg, 25.000 Sitzplätze) gehören sechs bereits komplett fertig gestellte und bewährte Arenen zum Kreis der Bewerber.

Hinzu kommen mit Bielefeld (Stadion Bielefeld, Umbau/Modernisierung bis 2008, 28.000 Sitzplätze), Essen (Georg-Melches-Stadion, Umbau/Modernisierung bis 2009, 26.000 Sitzplätze) und Leverkusen (Stadion Leverkusen, geplante Erweiterung bis 2009 auf 30.000 Sitzplätze) drei Stadion-Projekte, die im Rahmen geplanter Umbaumaßnahmen erweitert und modernisiert werden.

Komplettiert werden die zwölf Kandidaten durch Stadion-Neubauten in Augsburg (Arena FC Augsburg, 26.000 Sitzplätze), Dresden (Rudolf-Harbig-Stadion, 27.000 Sitzplätze) und Sinsheim (TSG-Arena, 26.000 Sitzplätze).

Dr. Zwanziger begründet Entscheidung

 „Aus 23 hervorragenden Bewerbungen zwölf auszuwählen, war keine leichte Aufgabe. In einem jederzeit transparenten Verfahren haben die bekannten Kriterien den Ausschlag gegeben. Ganz wichtig war uns eine ausgewogene Verteilung der möglichen Spielorte über das ganze Land. Nun sind wir sehr zuversichtlich, gemeinsam mit den Bewerberstädten den Endspurt einläuten und der FIFA am 1. August eine überzeugende Kandidatur präsentieren zu können“, so der Kommentar von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

Er ergänzt: „Ausgehend von 16 Mannschaften, fordert die FIFA nur vier bis sechs Stadien. Wir bewerben uns mit zwölf Arenen, um so auch frühzeitig zu signalisieren, dass wir bereit wären für eine mögliche Erweiterung des Teilnehmerfeldes auf 24 Teams.“

Als Bewertungs-Maßstab dienten dem DFB-Präsidium und dem WM-Bewerbungskomitee die Unterlagen, die bis zum 30. April 2007 auf Grundlage eines 103 Seiten umfassenden Pflichtenheftes in der DFB-Zentrale eingegangen waren. Daneben mussten die Städte eine allgemeine Verpflichtungserklärung sowie jeweils einen Rahmenvertrag für das Stadion und die Trainingsplätze unterzeichnen.

Bereits bei der Ausschreibung hatte das Bewerbungskomitee angekündigt, dass Stadien der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nur bedingt berücksichtigt werden. Deshalb erhielten aus diesem Kreis lediglich Frankfurt am Main und Berlin den Zuschlag.

„Aufgrund der zentralen Lage, dem internationalen Flughafen und dem Sitz des DFB soll in Frankfurt das organisatorische und logistische Herz der WM 2011 schlagen. Dies war auch schon so beim FIFA Confederations Cup 2005. Außerdem zählt Frankfurt traditionell wie kaum eine andere Stadt zu den Hochburgen des Frauenfußballs weltweit,“ sagt Hannelore Ratzeburg, Mitglied im WM-Bewerbungskomitee und DFB-Vorstand.

Entscheidung über WM-Ausrichter am 31. August

Die Berücksichtigung von Berlin erklärt Dr. Thomas Bach, DOSB-Präsident und Mitglied des WM-Bewerbungskomitees, wie folgt: „Die Hauptstadt Berlin als Spielort signalisiert, dass ganz Deutschland hinter der Bewerbung für diese Weltmeisterschaft steht. Es hätte sicher auch einen gewissen Charme, das Eröffnungsspiel der WM 2011 im Olympiastadion anzupfeifen, dort wo das Finale der so erfolgreichen WM 2006 stattgefunden hat. Sollte Deutschland den Zuschlag bekommen, würde diese Entscheidung aber natürlich der FIFA obliegen.“

Die Entscheidung über den Ausrichter der WM 2011 trifft das Exekutivkomitee der FIFA am 31. August 2007. Neben Deutschland haben sich Australien, Frankreich, Kanada, Peru und die Schweiz beworben.

Die 12 WM-Städte im Überblick

Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bochum, Dresden, Essen, Frankfurt, Leverkusen, Magdeburg, Möchengladbach, Sinsheim, Wolfsburg

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Christian sagt:

    Im großen und ganzen eine nachvollziehbare Auswahl. Allerdings geht für mich der hohe Norden durch die Nichtberücksichtigung Hamburgs überraschenderweise leer aus.
    Daß dann andererseits Mönchengladbach UND Leverkusen den Zuschlag erhalten, paßt für mich nicht ganz. Da hat Bayer wohl wieder seinen Einfluß geltend gemacht und seine Zurücksetzung bei der Männer-WM entschädigt sehen wollen…

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  • Eve sagt:

    Über das ganze Land verstreut! Ja klar!
    Was ist denn mit dem Süden, sprich Stuttgart, Freiburg etc.!!!

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  • Christian sagt:

    @Eve
    Stuttgart hat sich doch gar nicht beworben. Der Süden ist ansonsten mit Augsburg, Sinsheim und Frankfurt/Main noch im vertretbaren Rahmen berücksichtigt.

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  • Stimmt, der „hohe Norden“ geht leer aus, das war allerdings zu erwarten. Die Austragungsorte der Männer-WM hatten generell schlechtere Chancen – dass es da nur Frankfurt als Standort der DFB-Zentrale und Berlin als Hauptstadt in die nächste Runde schaffen, kommt nicht überraschend. Meines Erachtens hat man es im Norden verpasst, sich abzustimmen und ähnlich wie – nachträglich – in Bayern gemeinsam für eine Stadt zu werben. Bremen oder Kiel wären hier möglicherweise in Frage gekommen. Ich denke, es wäre dem DFB dann auch schwergefallen, einen Bogen um den Norden zu machen.

    Ähnlich wie in Leverkusen dürfte bei Sinsheim der Einfluss von SAP und deren Firmenchef Dietmar Hopp als Finanzquelle der TSG Hoffenheim keine kleine Rolle gespielt haben. Freiburg und Karlsruhe hatten hier dann das Nachsehen, was im Endeffekt bei der Eingrenzung auf 4-6 Stadien jedoch ein Argument für Augsburg sein könnte. Dort steht der Verband geschlossen hinter der Bewerbung, zudem liegt Sinsheim doch schon deutlich näher an Frankfurt als Augsburg. Dass sowohl der hohe Norden als auch der tiefe Süden ausgespart werden, ist, glaube ich, nicht zu erwarten.

    Ich würde mal tippen wollen, dass – fünf Austragungsorte vorausgesetzt – am Ende Frankfurt, Berlin, Magdeburg, Augsburg und Essen das Rennen machen.

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  • Satine sagt:

    Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn das brandneue (!) Magdeburger Stadion am Ende zu den WM-Stadien gehören würde.

    Dort findet am 29.7. auch ein Testspiel der Nationalmannschaft statt.

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  • Markus Juchem sagt:

    Und der Gegner in Magdeburg wird wohl Dänemark sein, auch wenn der DFB dies bisher nicht bestätigen will 😉 http://www.womensoccer.de/2007/03/30/deutschland-in-wm-vorbereitung-gegen-daenemark/

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  • Mir fehlt der hohe Norden auch. Allerdings hätte Bremen eine Chance verdient gehabt. Das Weserstadion wurde doch schon zur WM 2006 nicht berücksichtigt.

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  • Satine sagt:

    Juchu! Dänemark!
    Okay, mir wäre jede Mannschaft recht. Ich bin da nicht so wählerisch. Es ist nur toll, überhaupt Länderspiele im Magdeburger Stadion zu sehen.
    Ich hoffe nur, die regionalen Medien verpassen es nicht, genug Werbung zu machen.

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  • Mark sagt:

    Ich würde mich tierisch freuen wenn die neue LTU-Arena in Düsseldorf zum Austragungsort der WM werden würde, um auch mal dieses Stadion und unsere wunderschöne stadt zu präsentieren.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Mark, Düsseldorf hat sich leider gar nicht als Spielort für die Frauenfußball-WM 2011 beworben. Aber wenn Du in Düsseldorf lebst, hast Du ja für die WM eine gute Ausgangsposition, denn in Deiner Nähe wird es sicherlich ein bis zwei Spielorte geben. 😉

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  • Uwe sagt:

    Warum bekommt Leipzig kein Spiel ??
    Den Stadionumbau in Dresden kann man sich doch sparen und das Geld für wichtigere zwecke verwenden !
    Ich muss es sowieso nicht verstehen warum die meisten Spiele in den westteil von Deutschland gehen , im ostteil von Deutschland gibt es doch genug gute Stadions für große Fußallspiele !

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  • Max Diderot sagt:

    Sie haben Recht! – Sie müssen es nicht verstehen, könnten aber auch etwas dafür investieren, es unternehmen zu wollen. Im Leipziger Stadion fanden während der Fußball-WM 2006 immerhin 5 Partien statt. Und stellen Sie die Frage, warum, weshalb „nur“ zwei von 12 Stadien aus den östlichen Bundesländern vorgesehen worden sind, doch einmal NOFV (Nordostdeutscher Fußball-Verband).

    Oder schlagen Sie die Zeitung auf … oder, noch besser, richten Sie eine Anfrage an Amnesty International. Am allerbesten wäre es aber, wenn auch Sie missionarisch tätig würden und den rechten Dumpfbacken in Halle, Leipzig und anderswo zu verstehen geben, dass deren gewalttätiges Tun weder mit den Menschenrechten noch dem Sport vereinbar ist.

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  • Christian sagt:

    Berlin gehört übrigens auch zum Gebiet des NOFV. 😉

    Im übrigen empfehle ich Deutschland nicht nur nach Ost und West einzuteilen – es gibt auch die Himmelsrichtungen Norden und Süden. Überall soll und will man an der WM teilhaben. Und ich bin zuversichtlich, daß der DFB eine insgesamt zufriedenstellende Auswahl treffen wird.

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