Deutschland gegen Wales – Vorsicht vor Jayne Ludlow!

Von am 9. Mai 2007 – 14.34 Uhr

ger_ned_120407.jpgIm zweiten EM-Qualifikationsspiel muss Welt- und Europameister Deutschland am Donnerstag um 17.20 Uhr (live in der ARD) im winzigkleinen Bridge-Meadow-Stadion von Haverfordwest mit seinen gerade einmal 400 Sitzplätzen zum Auswärtsspiel in Wales antreten.

Auf den ersten Blick nicht mehr als eine Pflichtaufgabe für den Zweiten der Weltrangliste gegen die um 50 Plätze schlechter klassierten Waliserinnen. Doch im Team von Wales steht eine, die derzeit vor Selbstvertrauen nur so strotzt und von Erfolg zu Erfolg eilt: Jayne Ludlow.

Erst am vergangenen Montag schoss die 27-jährige Spielführerin ihr Team Arsenal Ladies mit zwei Treffern zum Gewinn des FA-Cups gegen Charlton Athletic. Und ihr Treffer war es auch, der Arsenal bereits zuvor einen weiteren Titel in dieser Saison bescherte, den Ligapokalsieg gegen Leeds United.

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Die DFB-Elf sollte die Mittelfeldstrategin, die schon mit 15 in der Nationalmannschaft debütierte, im Auge behalten. Denn der größte Traum der gelernten Physiotherapeutin ist es, mit Wales einmal an einem großen Turnier teilzunehmen.

Neid erwartet defensiven Gegner

neid_holland_120407.jpgUnterschätzen sollte das deutsche Team den Gegner also nicht, auch wenn Wales die Generalprobe zuletzt bei der 1:4-Niederlage gegen Irland verpatzte. Bundestrainerin Silvia Neid erwartet einen defensiven Gegner.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Waliserinnen weit zurückziehen und auf Konter lauern werden, dabei müssen wir aufpassen, weil sie zwei schnelle Spitzen haben“, so die DFB-Trainerin.

Neid setzt im zweiten EM-Qualifikationsspiel bis auf wenige Ausnahmen auf einen nahezu identischen Kader wie im Spiel gegen die Niederlande. Isabell Bachor wurde kurzfristig für Petra Wimbersky nachnominiert, die Beschwerden im linken Oberschenkel plagen. Isabel Kerschowski von Turbine Potsdam gehört erstmals zum Kader der A-Nationalmannschaft.

Jubiläumsspiel für Garefrekes

Für Kerstin Garefrekes steht ein kleines Jubiläum an. Die Frankfurterin wird ihr 75. Länderspiel bestreiten. Doch der Blick zurück liegt ihr nicht besonders, sie schaut lieber nach vorne. Die Weltmeisterschaft 2007 im September in China hat sie fest im Blick. „Der Vorbereitung auf das Turnier gilt meine volle Konzentration“, erklärt sie.

Denn sie weiß: „Vor allen Dingen auf internationalen Niveau wachsen die Ansprüche im Frauenfußball. Das macht sich natürlich vornehmlich bei Spielen der Nationalmannschaft bemerkbar. Deswegen ist hier der Anspruch an den Sport auch am höchsten, hier wird große Professionalität verlangt.“

Man kann nur hoffen, dass Deutschland neben einem Sieg mit der Erkenntnis aus Wales zurückkehrt, dass man im Hinblick auf die WM weitere Fortschritte im spielerischen Bereich gemacht hat. Denn die werden vonnöten sein, will man in China um den Titel mitspielen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.