Turbine wird zum Stolperstein für Frankfurt

Von am 7. Mai 2007 – 22.57 Uhr

Das Rennen um die deutsche Meisterschaft ist wieder offen. In einem hochklassigen Spitzenspiel in Frankfurt trennten sich der Tabellenführer aus der Mainmetropole und Dauerrivale Turbine Potsdam 1:1. Der FCR Duisburg, der seinerseits Freiburg mit 6:2 nach Hause schickte, konnte dadurch bis auf zwei Punkte aufschließen. Auf den ersten Blick erscheint allerdings das Restprogramm der Frankfurterinnen einfacher.

Unterdessen hat der 1. FC Saarbrücken rechtzeitig in die Erfolgsspur zurückgefunden und den Angriff des FF USV Jena auf die Tabellenspitze der 2. Liga Süd abwehren können (siehe Nachholspiel Jena – Saarbrücken). Jahn Calden, der Karlsruher SC und der SC 07 Bad Neuenahr II haben ebenso wie der FFC Heike Rheine in der 1. Liga nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Mit Potsdam ist im nächsten Jahr wieder zu rechnen

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Wer sich zuletzt das Restprogramm der Meisterschaftsfavoriten aus Frankfurt und Duisburg – auch rechnerisch kommen nur noch diese beiden Teams für den Titel in Frage – angesehen hat, kam schnell darauf, dass Turbine Potsdam wenn nicht der letzte, so zumindest der vorletzte Stolperstein für Frankfurt sein dürfte. Dieser Rolle sind die Potsdamerinnen gerecht geworden, indem sie dem Tabellenführer ein 1:1-Unentschieden abtrotzten und damit schon einmal ein Signal für die kommende Saison setzten, dass nämlich mit den Turbinen wieder zu rechnen sein wird. Dabei waren die Brandenburgerinnen nach 53 Minuten durch Carolin Schiewe sogar in Führung gegangen, ehe Birgit Prinz 14 Minuten später den Endstand markierte.

Oftmals ist es ja so, dass der Verfolger ausgerechnet in diesen Situationen ebenfalls Federn lässt, doch die Duisburgerinnen ließen sich auch von einem frühen Gegentor im Heimspiel gegen den FCR Duisburg nicht beeindrucken, drehten die Partie und kamen schlussendlich zu einem klaren 6:2-Erfolg, zu dem Inka Grings drei Tore beisteuerte und damit die Führung in der Torschützenliste übernommen hat.

Restprogramm als zusätzlicher Vorteil für Frankfurt

Zwei Punkte Rückstand sind es damit nur noch für die Truppe von Thomas Obliers. Da die Tordifferenz nahezu identisch ausfällt, müssten die Frankfurterinnen daher mindestens einmal die für einen Sieg zu vergebenden drei Punkte verpassen, damit die Löwinnen bei maximaler Ausbeute noch Platz eins erklimmen können. Doch diese maximale Ausbeute müssen sie auch erstmal erreichen, müssen sie doch in der Neuauflage des Pokal-Halbfinals am Sonntag erstmal in Essen antreten und schließlich in den letzten drei Partien gegen Potsdam, in Crailsheim und gegen Hamburg bestehen. Die Frankfurter Spiele in Crailsheim, gegen Hamburg, in Bad Neuenahr und gegen Brauweiler könnten durchaus leichter sein. Doch das möge jeder für sich beurteilen.

Abschied Stegemanns aus Rheine steht bevor

Leicht – eine Vokabel, die in Rheine derzeit eher unangebracht ist. Schwierig, sehr schwierig ist die Lage dort. Sechs Punkte Rückstand vier Spiele vor Schluss, nachdem das achtbare 1:2 gegen Essen (siehe alle Ergebnisse 18. Spieltag) erneut keine Punkte einbrachte, ist eine alles andere als aussichtsreiche Situation. Nicht zuletzt im Wissen um komplizierte Personalverhandlungen, da Nationalspielerin Kerstin Stegemann im Falle des Abstiegs ihren Weggang angekündigt hat. „In der 2. Liga kann ich nicht spielen“, sagte sie der Münsterschen Zeitung.

Saarbrücken zurück in der Erfolgsspur

Ebenfalls im nächsten Jahr nichts mit der 2. Liga zu tun haben will der 1. FC Saarbrücken. Die Saarländerinnen waren zuletzt mit zwei Unentschieden in Folge etwas ins Straucheln geraten, konnten diese kleine Schwächephase aber rechtzeitig überwinden, um die Tabellenführung gegen den FF USV Jena zu verteidigen. Mit 3:1 triumphierten sie in der Saalestadt. Bei einem Spiel mehr für Jena hätten die Thüringerinnen mit einem Sieg gegen den 1. FCS nämlich vorübergehend die Tabellenführung übernehmen können. So aber bleibt der VfL Sindelfingen (2:0 gegen Bad Neuenahr II) ärgster Verfolger mit drei Punkten Rückstand und einem Spiel mehr. Es scheint, als habe die Mannschaft von Trainer Guido Mey noch einmal die Kurve gekriegt, um in wenigen Tagen die Sektkorken knallen lassen zu können.

Keine Sekt-, dafür Wasserduschen gab es gestern auch in Calden nach dem 0:6 des Gastgebers. Nicht bei der Heimmannschaft brach der Jubel aus – die ist so gut wie abgestiegen -, dafür umso heftiger bei den Gästen vom Herforder SV. Der Aufsteiger konnte bereits drei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt perfekt machen.

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