EM-Quali: Schweden siegt mit Mühe

Von am 6. Mai 2007 – 10.09 Uhr

sjoegran_italy_050507.jpgMit einem hart erarbeiten Auswärtssieg gegen Italien ist WM-Teilnehmer Schweden im italienischen Trento zwar erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet, konnte aber vor allem aufgrund des ideenlosen und langsamen Offensivspiels nie richtig überzeugen.

Vier Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft in China war beim Vizeweltmeister noch viel Sand im Getriebe.

Und mit etwas weniger Glück hätte das Spiel sogar schon nach zwei Minuten eine ganz andere Wendung nehmen können. 

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Die hinter dem Stadion Briamasco in Trento vorbei fahrenden Züge sorgten zu Beginn des EM-Qualifikationsspiels zwischen Italien und Schweden für die größte Geräuschkulisse, denn nur 800 Zuschauer hatten sich bei optimalen äußeren Bedingungen eingefunden, um die spannende Auftaktpartie der Gruppe 2 zu verfolgen.

Doch die italienischen Anhänger hätten beinahe schnell Grund zum Jubeln gehabt. Nach einem Freistoß von der rechten Seite von Tatiana Zorri kam die routinierte Spielführerin Patrizia Panico mit dem Kopf an den Ball, nur die Latte verhinderte einen schnellen Rückstand der Schwedinnen (2.).

Nach einer knappen Viertelstunde übernahm Schweden dank der reiferen Spielanlage immer mehr das Kommando, ohne sich gegen die gut gestaffelte italienische Abwehr zunächst zwingende Torchancen zu erarbeiten. Nilla Fischers 18-Meter-Schuss sorgte für den ersten Hauch von Gefahr (18.).

Schweden überlegen, aber ideenlos

Die Schwedinnen versuchten in der Folge den Druck zu erhöhen. Nach einer schönen Stafette ausgehend von Josefine Öqvist im Mittelfeld passte Victoria Svensson vom linken Flügel maßgerecht auf Lotta Schelin, die freistehend aus sieben Metern den Ball über das Tor schoss (26.).

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Die Italienerinnen waren jedoch bei ihren gelegentlichen Vorstößen brandgefährlich. Immer wieder sorgte Panico auf dem rechten Flügel für Unruhe, Stina Segerstöm bekam die Nationalspielerin in ihrem 112. Länderspiel nie in den Griff.

Schwedens Trainer Thomas Dennerby war sichtlich unzufrieden und ließ schon nach einer guten halben Stunde drei Ersatzspielerinnen warm laufen.

Führungstreffer kurz vor der Pause

svensson_italy_050507.jpgUnd der Druck von außen schien die Spielerinnen auf dem Platz zu beflügeln, denn nur wenige Minuten später gelang Caroline Seger per Kopfball über Italiens Torhüterin Chiara Marchitelli hinweg die 1:0-Führung (42.), mit der es in die Halbzeitpause ging.

Die nur selten beschäftigte schwedische Torhüterin Caroline Jönsson lief rechtzeitig aus dem Tor heraus, als Venusia Palotti ihre Teamkollegin Panico steil schickte (49.). Zorri sorgte mit einem Freistoß für ein wenig Gefahr der Italienerinnen (54.).

Nach schöner Vorarbeit von Svensson vergab Therese Sjögran aus 18 Metern eine gute Chance, die Führung auszubauen (60.).

Das Spiel war nun insgesamt zerfahrener als in der ersten Halbzeit, die Fehlpässe häuften sich. Beide Abwehrreihen standen gut, Torchancen gab es nur wenige. Vor allem den Italienerinnen mangelte es in der Offensive an Durchschlagskraft, um die von Hanna Marklund bestens organisierte schwedische Abwehr ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Entscheidung in der Nachspielzeit

Arm an Höhepunkten plätscherte das Spiel bis zum Ende dahin. Marklund hätte mit einem Kopfball nach Eckball von Svensson in der Nachspielzeit ihre starke Leistung fast mit einem Treffer gekrönt. Der war allerdings Nilla Fischer vorbehalten. Sie sorgte per Kopf nach perfekter Flanke von Svensson für die Entscheidung.

Italien – Schweden 0:2 (0:1)

Italien: Marchitelli, Gama, Tavalazzi, Tuttino (46. Paliotti), Tona, Perelli, Domenichetti, Greco (33. Paliotti, 77. Gabbiadini), Panico, Zorri, Fuselli

Schweden: Jönsson, Östberg, Segerstöm, Marklund, Seger, Paulson, Fischer, Sjögran (92. Aronsson), Öqvist (72. Johansson), Schelin (76. Nordin), Svensson.

Tore: 0:1 Seger (42.), 0:2 Fischer (94.)

Zuschauer: 800

Schiedsrichter: A. Ihringova (England)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.