Pakistans erste Schritte im Frauenfußball

Von am 27. April 2007 – 10.35 Uhr

irfan_pff.jpgNoch sucht man vergeblich nach dem Namen Pakistan in der 142 Mannschaften umfassenden Frauen-Weltrangliste. Dies könnte sich jedoch schon bald ändern. Denn der Ehrgeiz ist groß, sich langfristig im Frauenfußball in Asien zu etablieren.

Mit finanzieller, technischer und personeller Unterstützung des Weltverbands FIFA und der asiatischen Fußball-Konföderation AFC soll eine systematische Talentsichtung erfolgen. Das Debüt im internationalen Frauenfußball soll noch in diesem Jahr erfolgen: bei der Qualifikation zur 16. Asien-Meisterschaft.

Treibende Kraft hinter der Entwicklung ist Makhdoom Syed Faisal Saleh Hayat, seit Ende 2003 Präsident des pakistanischen Fußballverbands (PFF). Auf Initiative von Hayat wurde 2005 erstmals eine nationale Meisterschaftsrunde ausgetragen.

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2005 und 2006 fanden in Islamabad jeweils Seminare statt, die den Frauenfußball in Pakistan fördern sollen. Auch im Frauen-Futsal unternahm man bereits erste Schritte. Im Mai 2006 reiste die pakistanische Futsal-Nationalmannschaft mit zehn Spielerinnen zur einwöchigen Futsal-Meisterschaft in Jordaniens Hauptstadt Amman, um auch international auf die eigenen Bestrebungen aufmerksam zu machen – ein wichtiger Schritt nach vorne.

Neben der Teilnahme an der Qualifikation der Asien-Meisterschaft  folgt dann im August die dritte nationale Frauenfußball-Meisterschaft. Wie ernst es Pakistan mit der Entwicklung des Fußball, nicht nur im Frauenbereich ist, belegt Hayats Aussage: „Wir werden definitiv an den Qualifikationsspielen für die WM 2010 in Südafrika teilnehmen. Und wir verhandeln mit mehreren Ländern über mögliche Testspielserien.“

Wachsende Aktivität im Fußball

In den vergangenen Jahren hat die Fußball-Aktivität um 90 Prozent zugenommen. „Mit Hilfe von FIFA und AFC haben wir den Frauenfußball angestoßen und die Frauenfußball-Verantwortliche Robina Irfan macht alles Mögliche, damit er im Land weiter wächst“, so Hayat.

So soll die Frauenfußball-Nationalmannschaft demnächst auf eine Länderspielreise nach Sri Lanka gehen. Zuletzt weilte der Verbandspräsident im Iran und in Marokko, um mit den Verbänden Freundschaftsspiele und Austauschprogramme etwa für Schiedsrichter und Trainer zu vereinbaren.

Auch AFC-Präsident Mohammed Bin Hamman ist von Pakistans Bestrebungen überzeugt: „Sie haben eine starke Sporttradition und Fußball wird langsam zu einer Leidenschaft der Pakistani. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, haben wir auch den AFC President’s Cup in dieses Land vergeben.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.