Noch immer ist nichts entschieden

Von am 22. April 2007 – 18.00 Uhr 1 Kommentar

Inka GringsInteressante Wendungen brachte heute und gestern der 18. Spieltag der 2. Ligen, erwartete Ergebnisse der 16. Spieltag der 1. Liga. In der Nord-Staffel gelang der SG Wattenscheid 09 ein riesiger Schritt Richtung Aufstieg, TeBe Berlin machte sich mit dem 1:1 gegen den Tabellenzehnten Victoria Gersten vermutlich alle Aufstiegsträume zunichte. Gütersloh wahrte seine Restchance. Und in der Süd-Staffel wird der definitive Aufstieg der Saarbrückerinnen, die heute gegen den aufstrebenden SC Sand nur 1:1 spielten, noch auf sich warten lassen. Sindelfingen hält sich für weitere Patzer der Saarländerinnen bereit.

Grings und Schmidt sind Spielerinnen des Tages

Nicht die nackten Ergebnisse, nein, Einzelspielerinnen waren es heute in der 1. Liga, die die Aufmerksamkeit auf sich richteten (siehe Ergebnisse). Zunächst war es im 11-Uhr-Spiel zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem VfL Wolfsburg „Nicht-Nationalspielerin“ Inka Grings, die von den sieben Eiern, die der FCR den Wölfinnen ins Netz legte, allein fünf versenkte und damit erneut nachhaltig für sich werben konnte. Drei Stunden später schlug die große Stunde der erst 17-jährige Bianca Schmidt. Die Potsdamerin drehte die Partie der Turbinen in Bad Neuenahr quasi im Alleingang. Binnen 28 Minuten wandelte sie den 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung um, die Jennifer Zietz und Isabel Kerschowski noch auf ein 5:2 hochschraubten.

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Frankfurt gegen Freiburg und Essen in Brauweiler gaben sich keine Blöße. Hamburg kann nach dem 1:0-Heimsieg gegen den TSV Crailsheim aller Wahrscheinlichkeit nach auch im nächsten Jahr für die 1. Liga planen. Da neben Freiburg und Rheine heute nichts fürs Punktekonto tun konnte, mutiert das Duell des Tabellenzehnten gegen den -elften am kommenden Sonntag in Freiburg immer mehr zum echten Abstiegsendspiel.

Sindelfingen bleibt Saarbrücken auf den Fersen

In der 2. Liga Süd ist der SC Sand nach drei Siegen in Folge und dem heutigen 1:1 bei Tabellenführer 1. FC Saarbrücken die Mannschaft der Stunde (siehe Ergebnisse). U19-Kapitänin Nadine Keßler war es vorbehalten, die frühe Führung der Südbadenerinnen noch vor der Pause zu egalisieren. Da Saarbrückens Verfolger VfL Sindelfingen souverän beim Karlsruher SC gewann (7:2), bleibt der Aufstiegskampf zumindest rechnerisch weiterhin offen. Da die Saarländerinnen noch zwei Nachholspiele in petto und zwei Punkte Vorsprung haben, müsste es allerdings dennoch mit dem Teufel zugehen, sollte dieser Vorsprung nicht reichen. Die Mannschaften im Abstiegskampf verloren allesamt – Aue knapp gegen Niederkirchen (2:3), Bad Neuenahr II deutlich gegen den FFC Frankfurt II (1:7) und Karlsruhe 2:7 gegen Sindelfingen.

„In jedem Spiel müssten dafür also Punkte eingefahren werden, angefangen am Sonntag in Neubrandenburg“, schrieb ich vor einer Woche über den SuS Timmel. Den Grundstein für ein solches Wunder haben die Ostfriesinnen heute dank der zweifachen Torschützin Wiebke Einolf tatsächlich gelegt (siehe Ergebnisse). Der Rückstand auf den rettenden Platz neun (Neubrandenburg) beträgt jetzt ebenso wie auf Relegationsplatz 10 (Gersten) 11 Punkte bei noch vier ausstehenden Spielen für Timmel. Ohne kräftiges Zutun der Konkurrenz eine schier unlösbare Aufgabe, zumal die Konkurrenten in den Spielen gegeneinander zwangsläufig punkten werden. Ähnliches gilt für Jahn Calden, die dem Überraschungsteam der Liga, dem HSV II, mit 1:3 unterlegen waren.

Wieder eine Überraschung im Norden – Dreikampf um den Aufstieg

Es ist schon beeindruckend, was der ehemaligen HSV-Torfrau Claudia Lanken als verantwortlicher Trainerin in den letzten beiden Jahren gelungen ist. Als Aufsteiger belegt der Club aus der Hansestadt mittlerweile schon Platz drei. Nur einen Punkt hinter Gütersloh (2:1 gegen Turbine Potsdam II) und einen Punkt vor Berlin, die allerdings noch ein Nachholspiel auszutragen haben. Dass Berlin vorübergehend auf Platz vier abgerutscht ist, das haben sich die Hauptstädterinnen allerdings selbst zuzuschreiben. Gegen den Tabellenzehnten Victoria Gersten lag man einige Zeit sogar 0:1 zurück, ehe Aylin Yaren in der 66. Minute den Ausgleich erzielte.

Vier Punkte bei einem deutlich besseren Torverhältnis beträgt damit aktuell der Vorsprung der SG Wattenscheid 09, die beim gestrigen 8:2 gegen Herford nochmal einiges für ihr Torekonto tat. Die Herforderinnen, die so erfolgreich in die Saison gestartet waren, haben mittlerweile nur noch vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Sollte Berlin am 1. Mai sein Nachholspiel gegen Neubrandenburg siegreich gestalten, verspräche das für die letzten Spieltage in der 2. Liga Nord eine kaum zu überbietende Spannung. Denn eines hat diese Saison definitiv gezeigt: Überraschungen sind hier immer drin. Gut so!

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1 Kommentar »

  • schmidt sagt:

    Inka Grings erfolgreiche Goalgetterin mit Torinstinkt gegen Wolfsburg!

    Selbst für jeden Besucher und Fan war es wieder ein Hochgenuss, „unsere Löwinnen“ heute im Heimspiel im PCC-Stadion Duisburg fighten, dominieren und mit einem 7:0 siegen zu sehen, leider nur vor 710 ZuschauerInnen.
    Inka verhilft mit dem ganzen Team dem duisburger Frauenfussball zunehmend zu mehr Bedeutung und Geltung. Mit ihren jetzt 18 Treffern in der Frauenbundesliga, von alleine heute 5 weiteren gegen den VFL Wolfsburg, schoss die „LÖWINNENQUEEN INKA“ sich zur avancierenden Torschützenkönigin 2006 / 2007 , setzt sich sogleich auf Rang 1, zeigt ihrem Team und uns allen, dass noch weitere Ziele erreichbar sind:

    der deutsche Pokal-Final-Sieg in Berlin und der ersehnte deutsche Meisterschaftstitel 2006 / 2007 im Frauenfussball

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