Brauweiler und Timmel kurz vor Abstieg

Von am 17. April 2007 – 17.34 Uhr

Sechs Nachholspiele gingen am Sonntag in den Bundesligen über die Bühne. Fünf endeten ohne Überraschungen, lediglich die 1:3-Niederlage des FC Gütersloh bei der Zweitvertretung des Hamburger SV war nur von wenigen erwartet worden. Der FCG muss nun höchstwahrscheinlich wieder einmal seine Aufstiegsträume begraben, während die Hansestädterinnen immer mehr zum Favoritenschreck avancieren, nachdem sie eine Woche zuvor schon die aufstiegswilligen Berlinerinnen punktlos nach Hause geschickt hatten. Nicht zuletzt ein Verdienst von Torjägerin Kathrin Patzke, die erneut zweifach erfolgreich war (siehe Spielschema beim DFB) und mittlerweile schon Platz zwei der Torschützenliste belegt (siehe Torschützenliste bei FanSoccer). Erfolge, denen Spielerinnen und Verantwortliche von Brauweiler Pulheim und dem SuS Timmel derzeit höchstens nachts im Traum begegnen. Für beide scheinen die Tage in ihrer Liga nunmehr endgültig gezählt.

Es war vielleicht noch dieses kleine Fünkchen Hoffnung, von dem Manuel Ortiz Gonzalez und seine noch punktlose Brauweiler Mannschaft lebten. Dieses Spiel gegen den Tabellenvorletzten Heike Rheine, vielleicht endlich die Möglichkeit zu punkten. Doch auch dieses Fünkchen war schnell erloschen – zwei Tore kurz vor und kurz nach dem Pausentee von Melissa Thiem und Jana Leugers brachten die Vorentscheidung (siehe Spielschema beim DFB). Auch den Anschlusstreffer von Anne Kathrin Lenz konterte Anja Siegers prompt. Damit sind die Grün-Weißen in den nächsten beiden Spielen (gegen Essen und in Potsdam) schon zum Punkten verdammt, sonst steht der Abstieg des Traditionsclubs bereits am übernächsten Sonntag fest (siehe Tabelle). Doch schon jetzt glauben ohnehin nur noch die kühnsten Optimisten, dass der Traditionsclub auch 2007/2008 im Routenplaner für die 1. Liga eingespeichert bleiben kann.

Erleichterung in Rheine, Schlüsselspiel in Freiburg steht bevor

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Umso erleichterter war natürlich Rheines Trainerin Nicole Werner. Nicht etwa, weil sich der Vorsprung auf Brauweiler damit auf 13 Punkte erhöhte. Nein, schon ein Unentschieden hätte die Rheinenserinnen in sehr, sehr ernste Probleme gebracht, wie Werner in einem Interview mit der „Münsterschen Zeitung“ offen zugab: „Bei einer Niederlage wäre die Konstellation für uns noch schwieriger gewesen.“ Auf der Mannschaft habe deshalb ein „großer Druck“ gelastet. Dem sie am Sonntag standhalten konnte. Ob ihr das auch am 29. April beim Gastspiel im Freiburger Weststadion gelingt, davon könnte schon alles abhängen. Das Restprogramm von Heike (gegen Bayern München, in Freiburg, gegen Essen, in Potsdam, gegen Crailsheim, in Hamburg, gegen Bad Neuenahr) ist nämlich alles andere als einfach.

Abstieg von Timmel fast sicher

Schon eine Woche vor Brauweiler, nämlich am kommenden Sonntag, könnten beim SuS Timmel die (Zweitliga-)Lichter ausgehen. Lediglich fünf Spiele bleiben den Ostfriesinnen noch, um 13 Punkte auf Victoria Gersten gutzumachen. In jedem Spiel müssten dafür also Punkte eingefahren werden, angefangen am Sonntag in Neubrandenburg. Ein schier unmögliches Unterfangen.

Wenigstens etwas realistischer, aber auch noch ein riesiger Kraftakt wäre der Klassenerhalt für den TSV Jahn Calden, der den Timmelnerinnen am Sonntag beim 3:1-Sieg in Ostfriesland (siehe Spielschema) auch die letzten Hoffnungen stahl. Aussichtsreich für die Hessinnen scheinen bei diesem Unterfangen vor allem die Partien gegen Kiel (29. April), bei Victoria Gersten (13. Mai) und gegen SuS Timmel am letzten Spieltag. Die Maximalausbeute in diesen Spielen ist dann aber schon Pflicht (siehe Tabelle).

In der Süd-Staffel blieben Überraschungen aus. Für die Abstiegskandidaten Bad Neuenahr II und Erzgebirge Aue gab es gegen Wacker München (0:3) (Spielschema) und bei TuS Köln (0:5) (Spielschema) recht klare Niederlagen. Aue bleibt damit auf dem Relegationsplatz 10, bei gegenüber der Konkurrenz noch zwei zusätzlichen Nachholspielen. Der Druck, der dadurch auf Bad Neuenahr II und den Karlsruher SC, den Tabellenschlusslichtern, liegt, ist immens (siehe Tabelle).

Sindelfingen sammelt Selbstvertrauen für nächste Saison

Einen unerwartet klaren Sieg feierte der VfL Sindelfingen beim 3:0 gegen „die Zweite“ vom FFC Frankfurt (Spielschema), die sich bisher zur positiven Überraschung der Liga gemausert hatte. Zumal bei den Frankfurterinnen mit Marleen Wissink, Louise Hansen (nach überstandener Verletzungspause), Karolin Thomas (nach ausgeheiltem Kreuzbandriss), Susanne Hartel und Patrizia Barucha eine Reihe von Spielerinnen aufliefen, die internationale Erfahrungen aufweisen können. Torfrau Alisa Vetterlein, die einen Elfmeter gegen Barucha parierte, und die erst 17-jährige Kim Kulig („Spielerin des Tages“ laut FanSoccer) stachen dabei als überragende Akteurinnen auf VfL-Seite heraus. Psychologisch wichtige Erfolge für die Sindelfingerinnen, die im nächsten Jahr erneut um den Aufstieg mitspielen wollen. Nach dem Sonntag beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Saarbrücken zwar auch nur noch vier Punkte, doch haben die Saarländerinnen noch zwei Spiele mehr zu absolvieren.

Wer macht im Norden das Rennen?

Das Unternehmen Aufstieg – der VfL Sindelfingen wird es auf das nächste Jahr verschieben müssen. Dass Saarbrücken diesen Vorsprung noch verspielt, kann ich mir nicht vorstellen. Umso schwerer fällt ein Tipp in der Staffel Nord. Die besten Karten hat dort weiterhin die SG Wattenscheid 09 mit ihren vier Punkten Vorsprung auf Berlin und Gütersloh. Doch Berlin hat noch ein Nachholspiel gegen Neubrandenburg ausstehen (1. Mai) und wäre dann bis auf einen Zähler „dran“. Was glaubt Ihr, wer wird im Norden das Rennen machen? Und warum?
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