Neuseeland bucht letzte Fahrkarte nach China

Von am 13. April 2007 – 11.36 Uhr

Durch ein klares 7:0 gegen Papua-Neuguinea hat sich Neuseeland das letzte der 16 Tickets für die Weltmeisterschaft vom 10. bis 30. September in China gesichert. Die „Kiwis“ sind damit seit sechzehn Jahren erstmals wieder und zum zweiten Mal insgesamt beim wichtigsten Frauenfußballturnier dabei. Begünstigt durch Australiens Wechsel in die asiatische Konföderation konnten die Neuseeländerinnen das Endturnier in Papua-Neuguinea mit einer fast makellosen Bilanz abschließen.

Vier Tore binnen zehn Minuten

21:1 lautet das Torverhältnis am Ende – keine Frage, so sieht ein überlegener Sieger aus. In jedem Spiel gelangen der Elf von Spielführerin Rebecca Smith (ehemals FFC und FSV Frankfurt) mindestens sechs Tore, im Entscheidungsspiel gegen Papua-Neuguinea waren es bereits zur Halbzeit vier. Abby Erceg (20.), Zoe Thompson (23.), Ria Percival (26.) und Kirsty Yallop nahmen ihren Kontrahentinnen binnen zehn Minuten jegliche Hoffnungen auf eine handfeste Sensation. In der zweiten Halbzeit war es dann erneut an Yallop (62.), Anna Green (65.) und schließlich Hayley Moorwood (87.), für ein für diesen Anlass standesgemäßes Resultat zu sorgen.

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„Die unmittelbare Zukunft des neuseeländischen Frauenfußballs hängt von der WM-Teilnahme ab“, sagte Kiwi-Coach John Herdman schon vor der Finalphase. Verständlich, dass sich die Begeisterungsstürme über den Erfolg nun dementsprechend euphorisch anhören.

Verbandspräsident Graham Seatter betont die positive Entwicklung des neuseeländichen Frauenfußballs, nachdem im vergangenen Jahr bereits die U20-Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft teilnehmen konnte und dem Halbfinalisten Brasilien dabei ein 0:0 abtrotzte. „Der Frauenfußball hat in Neuseeland erhebliche Fortschritte gemacht und ich denke, die WM-Teilnahme wird die Initialzündung für weitere und noch größere Erfolge sein“, so Seatter.

Olympia-Qualifikation als nächster Schritt

Ein nächster Schritt könnte Anfang nächsten Jahres folgen. Nach einem Beschluss des Ozeanischen Fußballverbandes trifft Neuseeland dann in einem Hin- und Rückspiel auf den Sieger der diesjährigen Südpazifik-Spiele. Wer aus diesen Spielen als Sieger hervorgeht, wird die Teilnahme an den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Peking vergönnt sein.

Jackman in der FIFA-Weltauswahl

Man muss kein Prophet sein, wenn man Neuseeland schon jetzt exzellente Chancen auch in diesem Duell bescheinigt. Doch außerhalb Ozeaniens wird sich noch weisen müssen, wie konkurrenzfähig die Mannschaft des früheren U20-Trainers John Herdman ist. Bei der letzten WM-Teilnahme 1991 gab es in der Vorrunde klare Niederlagen gegen Dänemark (0:3), Norwegen (0:4) und Gastgeber China (1:4).

Die letzten Testspiele gegen Australien Anfang Februar gingen jedenfalls mit 0:6 und 0:1 verloren, im November gab’s gegen China ein 0:4 und ein 0:3. Erste Eindrücke, wie nah man der Weltspitze schon ist, kann am 21. April schon einmal Defensivspielerin Maia Jackman sammeln. Sie wird Neuseeland im Spiel der Weltauswahl gegen WM-Gastgeber China vertreten.

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