DFB-Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 13. April 2007 – 18.07 Uhr

Das gestrige 5:1 gegen die Niederlande war sicherlich Balsam auf die Seele der deutschen Spielerinnen und vor allem für das Selbstbewusstsein der gesamten Mannschaft wichtig. Dennoch gab es Spielerinnen, die sich doppelt freuen können, weil sie auch individuell überzeugten. Andere wiederum haben ihr Formtief noch nicht hinter sich gelassen. Die eingesetzten Spielerinnen in der Einzelkritik:

Nadine Angerer: Leichte Unsicherheiten am Anfang, vor allem aber mit gutem Auge für die Spielsituation. So konnte sie einige Fehler der Innenverteidigung ausbügeln. Ein sicherer Rückhalt, beim Gegentor zunächst mit guter Parade, dann chancenlos.

Kerstin Stegemann: Bleibt wie die gesamte deutsche Abwehr (Ausnahme gestern Bianca Rech, siehe auch Statement der Bundestrainerin nach dem Spiel) hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Abstimmung zwischen den Abwehrspielerinnen passt nicht. Konnte die Müdigkeit der Niederländerinnen in der zweiten Hälfte für einige, meist gelungene Vorstöße nutzen.

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Annike Krahn: Anfangs wie ihre Kollegin Ariane Hingst mit Fehlern beim Ballstoppen und im Stellungsspiel. Die Abstimmung ist stark verbesserungswürdig. In der zweiten Spielhälfte dann ohne große Probleme, da die Niederländerinnen kaum noch vor das deutsche Tor kamen. Ließ gelegentlich ihre Gefährlichkeit bei Standardsituationen aufblitzen.

Ariane Hingst: Ähnlich wie Annike Krahn, hinzu kamen bei ihr aber auch noch sichtbare Defizite bei der Schnelligkeit. Hatte beim 0:1 ihre Gegenspielerin Jessica Torny aus den Augen verloren, weswegen die Torschützin den Abpraller von Angerer problemlos aufnehmen konnte. Kurz darauf sah sie bei einem Laufduell erneut sehr schlecht aus. Weit von ihrer gewohnten Form entfernt.

Bianca Rech: Die mit Abstand stärkste Abwehrspielerin. Stand gut und bügelte in der Anfangsphase einige Fehler ihrer Kolleginnen aus. Immer präsent, stark im Zweikampf. Passsicher und durchsetzungsstark im Spiel nach vorne. Ihr Fernschuss an die Latte leitete das 2:1 ein. Hat ihre Chance ganz klar genutzt.

Kerstin Garefrekes: Immer anspielbereit, mit vielen Ballkontakten. Die meisten Angriffe liefen über ihre Seite. Gleich nach vier Minuten mit einer Großchance, doch ihr schön mit dem Außenrist weitergeleiteter Schuss traf nur an die Latte. Stellte bei ihrem Tor ihre Kopfballstärke unter Beweis.

Renate Lingor: In ihrem 125. Ländersiel mit einer relativ unauffälligen ersten Halbzeit, in der sie mit ihrem Ballverlust das Gegentor einleitete. Steigerte sich in der zweiten Halbzeit deutlich und bewies einige Male ihre Spielübersicht. Bei den Standardsituationen wechseln sich Licht und Schatten noch ab. Dennoch: Ihre Formkurve zeigt nach oben.

Fatmire Bajramaj: Zeigte eine engagierte Partie. Trat unbekümmert auf und versuchte sich immer wieder mit Fernschüssen. Immer zu Beginn der Halbzeiten auffällig, tauchte dann aber mit zunehmender Spieldauer ab. Gutes Zusammenspiel mit Rech auf der linken Seite.

Linda Bresonik: Vergab nach 15 Minuten eine Großchance und fiel danach in der ersten Spielhälfte nur wenig auf. Harmonierte mit zunehmender Spieldauer immer besser mit Lingor, war im zweiten Abschnitt besser in das Offensivspiel integriert. Insgesamt aber noch zu zaghaft und mit zu wenig Zug nach vorne.

Anja Mittag: Emsige Arbeiterin in der Sturmspitze, wurde von ihren Mitspielerinnen gesucht und oftmals gefunden. Zweikampfstark, griff ihre Gegenspielerinnen immer wieder früh an, um sich Bälle zu erobern. Ihr Treffer war die logische und verdiente Folge.

Birgit Prinz: Wurde ihrer Verantwortung als Spielführerin gerecht, indem sie an fast allen Offensivaktionen beteiligt war und mit ihrem sehenswerten Ausgleichstreffer die Mannschaft zurück in die Spur brachte. Ist aufgrund ihrer Präsenz, Torgefährlichkeit aus allen Lagen und körperlichen Stärke unverzichtbar.

Die eingewechselten Conny Pohlers, Petra Wimbersky und Debütantin Saskia Bartusiak waren zu kurz im Spiel, um noch aufzufallen.

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