DFB-Elf: Schonzeit vorbei!

Von am 12. April 2007 – 9.10 Uhr

Für die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft wird es heute im EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande ernst. Konnte man die mäßigen Leistungen beim Vier-Nationen-Turnier in China und dem Algarve Cup in Portugal noch als vorsaisonale Betriebsunfälle abtun, gilt es im Wattenscheider Lohrheidestadion zu zeigen, dass das Team von Trainerin Silvia Neid auf den Punkt topfit ist.

Vor allem die Leistungsträgerinnen werden im Duell mit dem Weltranglisten-18. gefragt sein. Wie etwa Renate Lingor, die seit Monaten auf der Suche nach der Form ist. Doch die Mittelfeldspielerin des 1. FFC Frankfurt ist optimistisch, dass der Weg nach oben zeigt.

„Ich werde immer fitter“, sagt die 31-Jährige im Hinblick auf die wichtige Partie. Womit auch die spielerische Leistung automatisch besser wird. „Wenn man nicht fit ist, spielt man mehr Fehlpässe, weil man nicht aufmerksam genug ist, der Kopf macht dann einfach nicht mit.“

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Nach und nach die WM-Form erreichen

In den kommenden Monaten will sie sich nun sukzessive in WM-Form bringen und hofft dabei vor allem, dass sie von Verletzungen verschont bleibt. „Im Moment trainiere ich täglich und laufe zusätzlich, um mich im Ausdauerbereich zu verbessern“, so Lingor. „Ich sehe eine Entwicklung, die mich optimistisch macht.“

Lingor erwartet eine defensive niederländische Mannschaft und weiß: „Sie haben eine sehr robuste und kampfstarke Mannschaft.“ Ihr Erfolgsrezept? „Wir müssen kühlen Kopf bewahren und kreativ sein.“

Mit Druck über die Außenbahnen in Person von Kerstin Garefrekes und Fatmire Bajramaj will man gegen die Niederländerinnen zum Erfolg kommen und die ersten drei wichtigen Punkte im Kampf um ein EM-Ticket einfahren. Die bisherige Bilanz in Spielen gegen die Niederlande ist positiv.

Angerer zurück im Team – Test für Bartusiak

Torhüterin Nadine Angerer kehrt nach fünfmonatiger Pause ins Team zurück und soll der Defensive mehr Stabilität verleihen. Die Frankfurterin Saskia Bartusiak erhält die Chance, auf internationaler Ebene eine gute Figur abzugeben.

„Auch wenn sie nicht das erste Mal bei uns dabei ist, muss sie sich bestimmt erst wieder bei uns einfinden. International wird nun einmal ein ganz anderes Tempo gespielt als auf Vereinsebene. Ich bin gespannt, wie sie sich gibt“, so Bundestrainerin Silvia Neid. Personell kann Neid nicht aus dem Vollen schöpfen. Es fehlen die Langzeitverletzten Silke Rottenberg (Kreuzbandriss), Sandra Minnert (Knorpelschaden im Knie) und Célia Okoyino da Mbabi (Schienbeinbruch).

Niederlande erwarten starkes deutsches Team

Beim Gegner gibt man sich trotz der kürzlichen Erfolge gegen Russland, Italien und England realistisch. Niederlandes Trainerin Vera Pauw meinte gegenüber Womensoccer.de: „Das waren nur Freundschaftsspiele, Qualifikationsspiele sind etwas ganz anderes. Deutschland wird die Partie diktieren. Sie haben so viele verschiedene Möglichkeiten, ihr Spiel aufzuziehen.“

Die EURO 2009 in Finnland wird erstmals mit 12 Mannschaften ausgetragen. Neben den Gastgeberinnen qualifizieren sich die Sieger der sechs Qualifikationsgruppen. Um die weiteren fünf Plätze kämpfen in zwei Play-off-Spielen die sechs Gruppenzweiten und die vier besten Gruppendritten.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.