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Kann Umeå seine Führungsstellung behaupten?

Von am 11. April 2007 – 22.22 Uhr

„Umeå eller Linköping?“ (Umeå oder Linköping?), so überschreibt der schwedische Fußballverband seinen Vorbericht zur neuen Saison der schwedischen Liga, die heute mit dem ersten Spieltag begann. Mit ganzen 21 Punkten Vorsprung – da spricht nochmal einer von der langweiligen deutschen Liga – hatte sich UIK in der vergangenen Spielzeit vor Djurgården Damfotboll (ehemals Djurgården/Älvsjö) den Meistertitel geholt. Man muss keine prophetischen Kräfte besitzen, um vorauszusagen, dass sich diese Dominanz 2007 nicht wiederholen wird. Zu groß waren die personellen Umwälzungen beim schwedischen Top-Club und zu stark sind die Konkurrenten von Djurgården, Linköping oder vielleicht auch Kopparbergs/Göteborg besetzt. Schließlich ließ in der Spielpause auch noch ein Aufsteiger mit namhaften Neuverpflichtungen die Konkurrenz mächtig aufhorchen.

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Kommen und Gehen bei UIK 

Vollkommen klar, UIK bleibt auch in diesem Jahr Titelkandidat Nummer eins. Doch es wird spannend zu beobachten sein, wie die Nordschwedinnen den enormen Aderlass, den sie nach der vergangenen Saison verzeichneten, kompensieren können. Kapitänin Malin Moström, deren Trikotnummer 6 auf Ewigkeit unbesetzt bleiben soll, beendete – ebenso wie Nationalspielerin Anna Sjöström – ihre Karriere und fehlt nun als Denkerin und Lenkerin im Mittelfeld. Darüber hinaus verließen die finnischen Nationalspielerinnen Anne Mäkinen und Sanna Valkonen sowie Keeperin Sofia Lundgren den Verein. Umso beruhigender für Manager André Jeglertz, dass Weltfußballerin Marta und die schwedische Starspielerin Hanna Ljungberg dem Verein die Treue hielten und mit dem chinesischen Riesentalent Ma Xiaoxu und der erst 16-jährigen Ramona Bachmann zwei echte Farbtupfer Mannschaft und Liga bereichern werden. Ma gab Anfang April im Supercup-Finale gegen Linköping ihr Debüt und durfte gleich einen 3:1-Sieg bejubeln (siehe Video).

Linköping und Djurgården mit hohen Ambitionen

Beste Karten, um UIK Paroli zu bieten, werden dem Vorjahreszweiten Djurgården Damfotboll um die deutsche Nationalspielerin Ariane Hingst und Pokalsieger Linköpings FC eingeräumt. „DIF“ weiß, um mit der norwegischen Nationalkeeperin Bente Nordby, Hingst und der neuen schwedischen Kapitänin Victoria Svensson nur einige zu nennen, zahlreiche Spitzenspielerinnen in seinen Reihen, musste mit der dänischen Spielführerin Katrine S. Pedersen und der finnischen Nationalspielerin Laura Kalmari aber auch zwei herbe Verluste verkraften. Linköping wird hoch gehandelt, kann man deren „große Namen“ doch schon nicht mehr an einer Hand aufzählen: Torfrau Hedvig Lindahl (fällt noch wegen eines Kreuzbandrisses aus), Josefine Öqvist, Anna-Kaisa Rantanen, Frida Östberg, Caroline Seger, Tiffeny Milbrett (für die ersten acht Spiele, danach zurück zu den Vancouver Whitecaps) – sie alle tragen das dunkelblaue Trikot der Truppe von Trainer Daniel Pettersson.

Geheimtipp Kopparbergs/Göteborg? 

Doch Namen reichen oftmals ja nicht aus, wie gleich der heutige erste Spieltag gezeigt hat. Da nämlich entführte Kopparbergs/Göteborg – mit Schwedens Spielerin des Jahres, Lotta Schelin, und der vom norwegischen Meister Kolbotn IL gekommenen Ingvild Stensland so etwas wie ein Geheimtipp – die drei Punkte aus Linköping. Schelin war hier gleich zweifach erfolgreich. Ebenfalls einen Auswärtssieg (1:0 in Bälinge) landete der Verein, der allen noch als Malmö FF ein Begriff ist. Zum Unmut einiger Spielerinnen und Fans wurde der Club, für den u.a. die Nationalspielerinnen Frida Nordin, Therese Lundin, Caroline Jönsson und Therese Sjögran auflaufen, nach der bekannten Hautpflegemarke LdB des neuen Sponsors Hardford in LdB FC Malmö umbenannt. Etwa 330.000 Euro Sponsorengelder sind allerdings auch nicht zu verachten, zumal der Verein im letzten Jahr hart für eine neue Lizenz arbeiten musste.

AIK – viele bekannte Namen, was springt dabei heraus? 

Lundgren, Kalmari, Valkonen – sie alle wurden schon genannt. Zusammen mit der finnischen Nationalspielerin Jessica Julin, die Göteborg verließ, haben sie allesamt bei Aufsteiger AIK angeheuert, der damit ganz klar höhere Ansprüche als den Klassenerhalt anpeilt, wenngleich das heutige Auftaktmach gegen Djurgården mit 0:3 klar verloren ging. Sie wollen sich wie Sunnanå SK und KIF Örebro DFF im Mittelfeld tummeln, dessen Erreichen für Bälinge um Finnlands Rekordnationalspielerin Anne Mäkinen, Hammarby IF DFF, Aufsteiger Falköpings KIK und QBIK schon einen Erfolg bedeutete. Ob Jennifer Meier mit Karlstad erneut die Klasse hält? Wie es den anderen Bekannten aus der Bundesliga, Pavlina Scasna in Örebro und Rebecca Smith in Sunnanå ergehen wird? Und in erster Linie, wer diesmal das Rennen um den Meisterpokal macht? Lassen wir den Ball rollen!

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