WM-Qualifikation: Neuseeland nicht zu stoppen?

Von am 7. April 2007 – 12.24 Uhr

Für die Crailsheimer Torhüterin Rachel Howard und ihre neuseeländische Nationalmannschaft ist der Druck immens bei der vom 9. bis 13. April auf Papua-Neuguinea ausgetragenen WM-Qualifikation Ozeaniens. Nach dem Wechsel Australiens in die asiatische Fußballkonföderation gilt Neuseeland als haushoher Favorit. Doch stolpert der Goliath möglicherweise über einen der drei Davids?

John Herdman, im Vorjahr bei der U-20-WM Trainer Neuseelands beim historischen Remis gegen Brasilien und seit März auch für die A-Nationalmannschaft verantwortlich, träumt von der „einmaligen Gelegenheit“ der WM-Teilnahme, warnt aber auch vor der „massiven Verantwortung“.

„Die unmittelbare Zukunft des neuseeländischen Frauenfußballs hängt von der WM-Teilnahme ab.“ Herdman setzt auf einen bunt gemischten Kader. Die älteste Spielerin ist die 35-jährige Wendi Henderson, die bereits an der ersten Frauen-WM 1991 in China teilnahm. Die jüngste, Annalie Longo, ist gerade einmal 15.

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Spielplan der WM-Qualifikation Ozeaniens (Uhrzeiten in Ortszeit)

Tonga wird gemeinhin als das schwächste Team eingestuft. Und das, obwohl man bei der vergangenen U-20-Meisterschaft in Ozeanien es bis ins Finale schaffte und laut FIFA-Weltrangliste das zweitstärkste Team der Region ist (55.). Doch vielleicht lässt sich gerade aus der Rolle des verkannten Außenseiters Kapital schlagen.

Die Salomon-Inseln und Papua-Neuguinea wollen sich ebenfalls nicht kampflos geschlagen geben. Die Salomon-Inseln setzen auf eine Mischung aus Erfahrung und Jugend. „Elf Spielerinnen haben bereits mit der U-18, U-19 und U-20 Erfahrung sammeln können“, sagt Diane Justus, die im Verband für die Entwicklung des Frauenfußballs zuständig ist.

Hinzu kommt das 16-jährige Sturmtalent Laydah Samani, die sich ihre Fertigkeiten vor allem im Futsal aneignete und 2006 in der Honiara Women’s League mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet wurde. Mit ihren nicht minder talentierten Teamkolleginnen wird sie alles daran setzen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Gastgeber will für Überraschung sorgen

Bei Gastgeber Papua-Neuguinea und dem brasilianischen Trainer Marcos Gusmao ist man voller Selbstvertrauen. In den Wochen vor dem Turnier feilte das Team vor allem an Kondition, Taktik und Teamgeist. „Unsere Strategie ist es, in den verschiedenen Partien mit jeweils unterschiedlichen Formationen aufzulaufen. Meine Spielerinnen freuen sich schon auf den Tag X“, so Gusmao.

Gleich zu Beginn geht es für Gusmaos Schützlinge im nach dem früheren Generalgouverneur Papua-Neuguineas benannten Sir-Ignatius-Kilage-Stadion gegen die Salomon-Inseln um viel. Will man wirklich Druck auf Neuseeland ausüben, sind drei Punkte Pflicht, doch möglicherweise kommt das Turnier noch etwas zu früh für die Gastgeberinnen.

David Chung, Verbandspräsident Papua-Neuguineas, hat die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. „Auf diese WM-Qualifikation kann Papua-Neuguinea stolz sein. Wir alle müssen unsere Unterstützung gegenüber der Nationalmannschaft bekunden. Wir sollten zu Tausenden in Lae erscheinen, um unsere Elf anzufeuern.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.