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Saarbrücken doppelt motiviert vor dem “leichtesten Spiel der Saison”

Von am 5. April 2007 – 22.58 Uhr 1 Kommentar

Sonntag ist Pokaltag. Die SG Essen-Schönebeck trifft da um 11 Uhr (live im WDR) auf den FCR 2001 Duisburg. Ein echter Kracher, der in aller Munde ist. Doch es gibt auch noch ein zweites Halbfinale, das nicht wenige wahrscheinlich gedanklich schon abgehakt haben: 1. FFC Frankfurt, Bundesliga-Spitzenreiter, gegen den 1. FC Saarbrücken, ebenfalls Tabellenführer und heißer Aufstiegskandidat in der 2. Liga Süd. Schade eigentlich, denn der Leistung Saarbrückens wird man damit nicht gerecht.

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Auch wenn die Stationen auf dem Weg ins Halbfinale nicht die schwersten waren (siehe Ergebnisübersicht DFB-Pokal 2006/2007), so ist mit den Saarländerinnen zum ersten Mal seit der Saison 1998/1999 (Hertha Zehlendorf) wieder einem Zweitligisten der Sprung in die Vorschlussrunde des DFB-Pokals gelungen.

„Darauf werde ich meine Spielerinnen nochmal hinweisen. Das sollte eigentlich schon als Motivation – auch für die Rückrunde – ausreichen“, meinte Saarbrückens Trainer Guido Mey zu womensoccer.de. Und nicht zuletzt auch Frankfurts Manager Siegfried Dietrich dürfte seiner Elf noch einen zusätzlichen Motivationskick gegeben haben.

„Uns gegenüber fand ich das unfair“

Die Szenen sind vielen sicherlich noch in Erinnerung. Kaum hatte Bundestrainerin Silvia Neid im Rahmen des DFB-Hallenpokals die Lose gezogen, brach bei den Frankfurter Spielerinnen lauter Jubel aus. Wenig später sprach Dietrich – sehr zum Missfallen von Mey – von einem „Traumlos“.

„Ich meine, da kann man sich in der Öffentlichkeit ein bisschen zurücknehmen, aber es bleibt jedem überlassen, wie er das zum Ausdruck bringt. Uns gegenüber fand ich das aber ein bisschen unfair. Es gibt viele Dinge, die kann man mit finanziellen Mitteln erreichen. Und wenn man das erreicht hat, dann gehört auch eine gewisse Seriosität dazu, dass man das so stehen lässt, wie es ist. Da nochmal an die Decke zu springen, weil Saarbrücken zugelost wurde, wäre nicht mein Stil“, so Mey, der in der Vorbereitung auf dieses Spiel alles andere als perfekte Bedingungen vorfand.

„Alle schütteln den Kopf bei so einem Terminplan“

Gleich fünf Spielerinnen aus seinem Kader nahmen in den letzten Tagen am U18-Länderpokal in Duisburg teil. Drei reisen direkt im Anschluss an das Pokalspiel mit der U19 zur 2. EM-Qualifikationsrunde nach Lübeck. Mey leicht frustriert ob dieser Machtlosigkeit: „Wir haben eigentlich nur ein oder zwei Tage, an denen wir gemeinsam trainieren können. Da sehen Sie, mit welchen Problemen der Trainer des 1. FC Saarbrücken sich konfrontiert sieht. Mannschaften wie Frankfurt oder Potsdam geben zwar auch fünf Spielerinnen zur A-Nationalmannschaft ab, aber wir haben eben einen viel kleineren Kader, da fällt das viel mehr ins Gewicht. Wenn wir uns als Zweitligatrainer gemeinsam treffen, dann schütteln alle den Kopf, dass mitten im Ligageschehen so ein Länderpokal platziert wird. Da laufe ich als Vereinstrainer aber auch irgendwie gegen die Wand, weil es dann heißt, es ist eben so, weil es schon immer so war.“

„Frankfurt muss auch vor uns auf der Hut sein“

Dennoch wollen er und seine Truppe das Beste aus dem Gastspiel beim Frauenfußball-Primus machen: „Wir werden heute, wenn die Spielerinnen vom Länderpokal zurückgekehrt sind, uns auch nochmal über die Taktik unterhalten. Aber inwieweit sie in der Lage sind, das in der Kürze der Zeit aufzunehmen und umzusetzen, das muss man abwarten. Sicherlich muss Frankfurt aber auch auf der Hut sein, denn wir haben schließlich einige U19-Spielerinnen in unseren Reihen. So schlecht können die dann ja nicht sein.“

Wie gut sie sind, und ob das Traumlos, was einer Sensation gleichen würde, für Frankfurt vielleicht sogar zu einem Alptraum wird, soll der Sonntag zeigen. So richtig glaubt aber auch Mey nicht daran, das ließ er durchblicken: „Wenn wir mit einem blauen Auge davonkommen, sind wir heilfroh.“

Noch ein Hinweis zum Schluss:

Das ausführliche Interview mit Guido Mey, in dem er auch über die Aufstiegsambitionen und Personalplanungen spricht, erscheint morgen auf www.fansoccer.de.

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1 Kommentar »

  • DEXY sagt:

    Katja hat ja schon alles geschrieben!!! Fingerspitzengefühl war ja noch nie Sigi Dietrichs Stärke, wie auch dies mal!!! Aber vor allem die Reaktion seines Teams, unmittelbar nach der Auslosung, und vor laufenden TV-Kameras, hat für viele wieder dem Klischee von der arroganten, und hochnäsigen Truppe ausreichend Nahrung gegeben!!!
    Aber Frankfurt hatte schon immer ein Problem, sich gegen 100%-ig motivierte Mannschaften durchzusetzen!!! Und die Saarbrückerinnen werden sich förmlich zerreißen, um die Sensation wahr werden zu lassen!!! Sie können eigentlich gar nicht verlieren, nur gewinnen!!!
    Bei Frankfurt wird es schwer aus den Köpfen zu kriegen sein, daß es ja eigenlich nur eine Formsache ist, es ist ja „nur“ Saarbrücken!!!
    Man darf gespannt sein, wer das Finale im Olympiastadion ereichen wird!!!

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