Zurück in die Zukunft

Von am 2. April 2007 – 22.50 Uhr

Lediglich vier Partien in der 1. Liga fanden gestern statt. Zwei wurden wegen des U18-Länderpokals verlegt, die 2. Liga, die traditionell mehr Spielerinnen für das Sichtungsturnier in Duisburg abstellt, pausierte ganz. Aktiv dabei waren mit Rheine, Wolfsburg und – auch noch nicht ganz gerettet – dem Hamburger SV auch drei abstiegsgefährdete Teams. Einen dieser drei Vereine oder den SC Freiburg, dessen Partie gegen Brauweiler zu den verlegten gehörte, wird es am Saisonende treffen.

Die Niederlage der Rheinenserinnen in Duisburg (0:4) (siehe alle Ergebnisse) kam gewiss nicht unerwartet, doch die Nervosität dürfte weiter anwachsen, hat doch Wolfsburg gegen die konstanten Crailsheimerinnen zu Hause wenigstens einen Punkt geholt und nun schon fünf Punkte samt besserem Torverhältnis Vorsprung auf Heike. Unterdessen probte Potsdams Trainer Bernd Schröder mit seinem „Team 2007/2008“ gegen den Hamburger SV – mit Erfolg.

Direkte Duelle am 29. April

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Auf die noch punktlose Truppe aus Brauweiler treffen die vier Abstiegskandidaten alle noch, am 17. Spieltag werden sich Freiburg und Rheine sowie Wolfsburg und Hamburg gegenüberstehen. Dort könnte eine Vorentscheidung fallen. Die besten Karten hat mit Sicherheit der HSV, der es immerhin schon auf 16 Zähler bringt und auch das mit Abstand beste Torverhältnis aufweisen kann. Nur Freiburgs Torverhältnis ist noch desolater als das der Heike-Mannschaft (16:39 bei Freiburg, 17:39 bei Rheine), was die Wichtigkeit des direkten Duells am 29. April im Freiburger Weststadion verdeutlicht.

In den beiden anderen Begegnungen kam der SC 07 Bad Neuenahr in Essen zu einem angesichts der angespannten Personalsituation beim Kurstadtclub etwas überraschenden 2:1-Sieg. Auch, weil Kerstin Wasems in der Nachspielzeit einen von Charline Hartmann geschossenen Handelfmeter parieren konnte und vor allem wohl auch, weil die Gedanken der Essenerinnen an das am Sonntag anstehende Pokal-Highlight gegen den FCR Duisburg (11 Uhr live im WDR) nicht an den Trainingsklamotten haften blieben. Bad Neuenahr sagte „Danke“ und packte die Chance beim Schopfe.

Durchschnittsalter 21

„Zurück in die Zukunft“, mit diesem an die gleichnamige Science-Fiction-Trilogie angelehnten Motto könnte die gestrige Aufstellung von Turbine Potsdam umschrieben werden. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu einer Mannschaft mit einem Durchschnittsalter knapp über der 20. Um das mal anschaulich zu machen: die gestrige Startelf kam auf ein Durchschnittsalter von 21 Jahren, wobei die „alten Hasen“ Angerer (28), Podvorica (28) und Kameraj (24) den Durschnitt stark nach oben ziehen.

Freilich aber eine wichtige Basis, um den blutjungen Spielerinnen wie der erst 17-jährigen Doppeltorschützin Bianca Schmidt den Druck zu nehmen. Es spielte also die Mannschaft, mit der Coach Schröder die kommende Saison angehen will. Die vor dem Weggang stehenden Nationalspielerinnen Conny Pohlers und Navina Omilade durften ihren Nachfolgerinnen von der Bank aus zuschauen, sollen aber mit Blick auf die WM-Ambitionen der beiden Abtrünnigen im Rest der Saison wieder zu Einsatzzeit kommen.

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