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Frauenfußball auf Hemingways Spuren

Von am 1. April 2007 – 16.59 Uhr

Fidel Castro, Ernest Hemingway, Mojito, Havanna, Zigarren, Guantánamo – beim Stichwort Kuba stellen sich schnell eine Reihe unterschiedlichster Assoziationen ein. An Fußball, und speziell an Frauenfußball, denken wohl die allerwenigsten. Das könnte sich aber bald ändern, denn noch in diesem Jahr wird Kuba erstmals mit einer Frauenfußball-Nationalmannschaft bei einem größeren Wettbewerb antreten.

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Im Rahmen der zwischen dem 15. und 20. Oktober 2007 ausgetragenen ersten Runde der Olympiaqualifikation in Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) wird Kuba in der Karibikzone auf Antigua und Barbuda, die Bermudas und die Dominikanische Republik treffen. „Unsere Frauen wollen so weit wie möglich kommen, denn sie haben ja noch nie offizielle internationale Spiele ausgetragen“, sagt Antonio Garcés, Generalsekretär des kubanischen Fußballverbands.

Um dann eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu stellen, fand bis heute ein Turnier mit sechs lokalen Fußballteams statt, bei dem Nationaltrainer Rufino Sotolongo neue Talente sichtete. Bisher besteht sein Kader hauptsächlich aus Spielerinnen der Regionen Havanna und Villa Clara, wo der Frauenfußball bereits eine gewisse Popularität genießt.

Kubas U-20-Frauen bereits im August im Einsatz

Bereits im August wird Kuba auch mit einem U-20-Team in die erste Ausscheidungsrunde zur Qualifikation für die U-20-Weltmeisterschaft in Chile 2008 gehen. In Havanna wird man es in der Gruppe C der Karibik-Zone zu tun bekommen mit Gegnern wie Barbados, Antigua und Barbuda sowie dem Sieger der Partie Anguila gegen St. Kitts und Nevis.

Ermöglicht hat diese Entwicklung nicht zuletzt der Weltfußballverband FIFA. Denn üppige FIFA-Gelder aus dem Goal-Projekt trugen in den vergangenen Jahren unter anderem dazu bei, die Errichtung eines Trainingszentrums für den Frauenfußball anzugehen.

Nationaltrainer Sotolongo besuchte als Mitglied einer größeren kubanischen Delegation im vergangenen Jahr auch Deutschland, sah sich einige WM-Spiele an und nahm an einem Trainerkurs teil. Kuba scheint die Entwicklung des Frauenfußballs also durchaus ernst zu nehmen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.