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EM 2009: Heißer Kampf um 12 Startplätze beginnt

Von am 1. April 2007 – 2.50 Uhr

Zugegeben: Man könnte den Reigen der 118 Qualifikationsspiele für die EM 2009 in Finnland sicherlich mit einer attraktiveren Begegnung als Irland gegen Ungarn beginnen. Doch auf den zweiten Blick entpuppt sich die Partie am heutigen Sonntag, 1. April, als echter Hingucker. Denn im irischen Kader findet sich eine, die ihren Gegnerinnen sonst im Boxring das Fürchten lehrt: Katie Taylor.

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Die erfolgreichste irische Boxerin, seit November 2006 Weltmeisterin im Leichtgewicht, und zugleich Mittelfeldspielerin in der irischen Nationalmannschaft, gilt als eines der größten Talente im irischen Frauenfußball. Die 20-jährige Spielerin von Peamount United machte bereits in der Vergangenheit in den U-17- und U-19-Auswahlen ihres Landes von sich reden.

Taylor gilt in ihrer Doppelrolle als ideale Botschafterin für ihr Land, denn nur wenige Sportlerinnen weltweit haben es geschafft, in zwei verschiedenen Sportarten auf höchstem Niveau erfolgreich zu sein.

Und auch sonst muss sich das junge irische Team nicht verstecken. Welt- und Europameister Deutschland hat vor allem eine aus dem WM-Qualifikationsspiel in Cottbus noch in lebhafter Erinnerung: Torhüterin Emma Byrne von Arsenal hielt damals so ziemlich alles, was es zu halten gab, nur einmal musste sie hinter sich greifen, am Ende setzte sich Deutschland knapp mit 1:0 durch.

Mit einem langfristigen Entwicklungsplan will sich der Weltranglisten-33. von Trainer Noel King in der europäischen Rangliste nach vorne schieben. „Wir sind dabei, die Lücke zu schließen“, freut sich King.

EM-Qualifikation dokumentiert Aufschwung im Frauenfußball

Waren es 2005 noch 20 Teams, die neben Gastgeber England um die sieben Startplätze kämpften, waren es diesmal erstaunliche 46 der 52 UEFA-Verbände, die für die Qualifikation meldeten.

Übrig geblieben sind 30 Teams, die in sechs Gruppen um den Gruppensieg kämpfen, der zur direkten EM-Teilnahme berechtigt. Darüber hinaus haben die Gruppenzweiten und die vier besten Gruppendritten die Chance, sich im Play-off im Oktober 2008 die verbleibenden fünf Startplätze für die EM neben Gastgeber Finnland zu sichern. Denn 2009 wird das Turnier mit 12 anstatt bisher acht Mannschaften ausgetragen.

Karen Espelund, die Vorsitzende des Frauenfußballkomitees innerhalb der UEFA, freut sich auf die Endrunde 2009 in Finnland: „Das wird ein sehr gutes Turnier werden und Finnland helfen, seinen Frauenfußball weiter zu entwickeln.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.