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Schlechte Karten für Grings und Pohlers

Von am 28. März 2007 – 23.10 Uhr 7 Kommentare

Nach dem dürftigen Abschneiden beim Algarve Cup und der Ankündigung von Silvia Neid, bei ihren Spielerinnen verstärkt die Leistungen im Vereinstrikot im Auge zu haben, war die Spannung groß, welche personellen Schlussfolgerungen die Bundestrainerin aus der Portugal-Reise und dem Ligageschehen ziehen würde. Heute nun gab die Übungsleiterin ihr Aufgebot für das EM-Qualifikationsspiel am 12. April gegen die Niederlande in Wattenscheid (16 Uhr) bekannt – ohne große Überraschungen, aber auch nicht ohne Fingerzeig.

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Lingor auf der „10“ ohne Alternative?

Ersatztorfrau Stephanie Ullrich muss den Platz für die zurückkehrende Nadine Angerer räumen, ebenso nicht mehr dabei ist die aus der Nationalmannschaft zurückgetretene Steffi Jones. Schmerzlich vermissen wird die Mannschaft darüber hinaus noch einige Zeit Kreativspielerin Célia Okoyino da Mbabi, für deren Comeback nach ihrem Schienbeinbruch frühestens die Testspiele im Sommer in Frage kommen. So ist denn auch im Mittelfeld die zuletzt formschwache Renate Lingor die einzige Spielerin, die die Position der Nummer 10 auszufüllen geübt ist.

Mit Linda Bresonik, die mir als Alternative in den Sinn kommt, plant die Trainerin eher in der Abwehr oder auf den Außenpositionen. Und Navina Omilade, die bereits einige Male in die Rolle der Spielgestalterin zu schlüpfen versuchte, hat Neid für das EM-Qualifikationsspiel gar nicht eingeplant. Fatmire Bajramaj schließlich, die nach ihrer verletzungsbedingten Pause wieder zum Kreis der Nationalmannschaft gehört, fehlt für eine Schlüsselrolle eindeutig noch die Erfahrung. Die verbleibenden fünfeinhalb Monate werden da nicht ausreichen.

Außenverteidigerinnen im Überfluss

In der Abwehr zeichnet sich nach dem Rücktritt Jones‘ das Pärchen Ariane Hingst und Annike Krahn für die Innenverteidigung als erste Wahl ab. So klar die Aufstellung in der Mitte ist, so umkämpft sind die Außenpositionen. Die besten Karten hat hier sicherlich die erfahrene und konstante Kerstin Stegemann als rechte Verteidigerin, doch neben ihr streiten mit Babett Peter, Bianca Rech, Linda Bresonik und der neu ins Team gerutschten Saskia Bartusiak gleich vier Spielerinnen um den Stammplatz. Nicht zu vergessen Sandra Minnert, die auch noch Ansprüche anmelden wird, sobald sie ihre langwierige Verletzung auskuriert hat. Umso schwerer ist es daher nachzuvollziehen, warum eine so kreative und offensiv starke Spielerin wie Bresonik hier mitmischen soll, wo die Alternativen im Mittelfeld doch so rar gesät sind.

Es ist also durchaus viel Bewegung drin im deutschen Team, auf (fast) allen Positionen. Nur der Angriff macht da eine Ausnahme. Obwohl doch in diesem Jahr in sieben Spielen erst vier Tore erzielt werden konnten, könnte man da einwenden. Doch diese Analyse griffe zu kurz, fehlten den Angreiferinnen doch über weite Strecken die entsprechenden Zuspiele und präsentieren sich die vier Nominierten – Anja Mittag, Petra Wimbersky, Birgit Prinz und Martina Müller – aktuell auch in ihren Vereinen sehr ordentlich.

Fingerzeig im Sturm

Was beispielsweise eine Conny Pohlers derzeit nicht von sich sagen kann. Dass sie trotz der mageren Torausbeute der Auswahlmannschaft und dem Verzicht auf Sandra Smisek erneut nur auf Abruf nominiert wurde, kann getrost als Fingerzeig verstanden werden, wer den September anderweitig verplanen kann. Doch, bis zum September ist es noch lang und für Pohlers wie Smisek ist die WM noch in Reichweite. Im Gegensatz zu Inka Grings, die in Neids Planungen momentan augenscheinlich keine Rolle spielt. Die Bundestrainerin vergab für ihren erweiterten WM-Kader nämlich heute schon feste Rückennummern. 31 Spielerinnen (s.u.) umfasst diese Liste. Die Duisburgerin, die sich zuletzt auch im Gespräch mit womensoccer.de sehr vorsichtig hinsichtlich ihrer WM-Chancen äußerste, ist nicht dabei.

Die Rückennnummern in der Übersicht:

1 Silke Rottenberg
2 Kerstin Stegemann
3 Saskia Bartusiak
4 Babett Peter
5 Annike Krahn
6 Britta Carlson
7 Isabell Bachor
8 Sandra Smisek
9 Birgit Prinz
10 Renate Lingor
11 Anja Mittag
12 Nadine Angerer
13 Sandra Minnert
14 Célia Okoyino da Mbabi
15 Martina Müller
16 Conny Pohlers
17 Ariane Hingst
18 Kerstin Garefrekes
19 Navina Omilade
20 Petra Wimbersky
21 Ursula Holl
22 Linda Bresonik
23 Fatmire Bajramaj
24 Bianca Rech
25 Jennifer Zietz
27 Bianca Schmidt
28 Melanie Behringer
29 Ulrike Schmetz
30 Sonja Fuss
31 Simone Laudehr
32 Stephanie Ullrich

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7 Kommentare »

  • Stefanie sagt:

    Ich denke, die Zeit für Renate Lingor ist abgelaufen. Zwar sehr zu meinem Bedauern, aber seit Monaten habe ich von ihr kein gutes Spiel gesehen. Hoffentlich wird da Mbabi fit, sonst sollte Silvia Neid mal Bresonik oder Bajramaj auf dieser Position testen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich weiß nicht, ob sie wirklich schon abgelaufen ist. Richtig ist schon, dass sie seit Monaten ihrer Form hinterher läuft. Ich denke, die nächsten Spiele – DFB-Pokalhalbfinale, EM-Quali gegen Niederlande – werden richtungsweisend sein. Für da Mbabi drückt wohl jeder die Daumen, dass sie wieder fit wird für die WM.

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  • Catherine sagt:

    My German is not so good and babelfish doesn’t help much in this case. Can anyone tell me (auf Englisch bitte!) exactly why Grings and (especially) Pohlers are in trouble? even a short answer would be great, thanks

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  • Antje sagt:

    Hi Catherine,

    the article is analysing the German team performance during the recent Algarve cup and discusses which players will be in the squad for the World Cup. Conny Pohlers is not playing a lot at her club Turbine Potsdam (as she is moving to rivals FFC Frankfurt in the summer) and therefore her chances to impress are limited. She doesn’t have a great season compared to last year when she scored over 30 league goals. Germany also has many options upfront with Birgit Prinz, Anja Mittag, Petra Wimbersky and Martina Mueller, all regulars at their clubs. Pohlers plays left wing most of the time for Germany although this is not her natural position.

    As for Inka Grings, she has a bit of a reputation as a trouble maker. I have to be careful here what to say as it is a hot topic. She had been suspended by her club in autumn after trouble with her coach in Duisburg. Finally the coach left and Inka, who is the longest serving Duisburg player, re-joined the team. But she has not been in the squad for Germany for a while and Silvia Neid seems to be reluctant to take her to China. Possibly because she is aware of Inka’s reputation off the pitch and wants harmony in the team. Again, see above, Germany has many options upfront, although they haven’t scored many goals in their games this year.

    Hope that helps,

    Antje

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    Hi Catherine,

    although we don’t know anything definite why I can only assume the reasons I‘ ll try to explain:

    Grings had to struggle with a lot of injuries during the last years and played merely irregularly in the national team. That’s the first point. But probably it’s more important that she had a lot of trouble with her club FCR Duisburg in the fall. There were different point of views whether she asked her president to dismiss coach Dietmar Herhaus or if it just was a misunderstanding. First of all the club did nothing, than they suspended her. But some weeks later, after Herhaus himself decided to leave Duisburg, both parties agreed to work together again and the club canceled the suspension. Because of that she missed a lot of games while her competitors could try to impress the National Coach with their performances. Finally, I could imagine that the German Soccer Association wasn’t really pleased about this whole thing.

    Pohlers is just now under contract to Turbine Potsdam. Potsdam had to manage a lot of difficulties during this season because important players left. National team player Petra Wimbersky after the last season and Britta Carlson during the winter break. Thus far Navina Omilade (to VfL Wolfsburg) and Ariane Hingst (Djurgarden since April) decided to leave as well. All this turmoil burdened the team and they weren’t as successful as might be desired. Last season Pohlers was first of the scoring charts with 36 goals, this year she scored not more than six goals. Some weeks ago she signed a one year contract in Frankfurt and it’s assumed that her decision was motivated by better chances to re-enter the national team.

    Last point: Silvia Neid has a lot of options with Prinz, Wimbersky, Müller and Smisek. The players that will make it to the World Cup can be really happy.

    Katja

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  • Catherine sagt:

    Hi Antje and Katje,

    Thanks so much for your replies! Now that you mentioned it (very tactfully, I might add) I remember that there were some personal issues with Grings. Enough said about that, I guess.

    Pohlers is more of a puzzle. I am a fan of hers since she played for the Atlanta Beat, so I have been following her and Turbine Potsdam for a few years now. I think Pohlers a great player for what she is… that did not sound nice, but I mean that she is a target player and she needs other players to get her close to the goal. Maybe TP no longer has players who can do that, and if that is true, Pohlers is right to move to Frankfurt. But the national team clearly has such players as well. Why leave a proven goalscorer at home? The Algarve was a nightmare, just terrible.

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  • DEXY sagt:

    Das größte Problem der deutschen Natio ist das zentrale Mittelfeld!!!
    Renate Lingor ist nur noch ein Schatten vergangener Tage, eigentlich nur für den ruhenden Ball gut!!! BRITTA CARLSON läuft ebenfalls ihrer Form hinterher, und wird es wohl sehr schwer haben!!! NAVINA OMILADE muß erst einmal wieder im Verein „erste Wahl“ werden, bevor sie an China denken kann!!! Ob Celia es rechtzeitig schafft, körperlich und mental fit zu werden, ist nicht sicher, sie bleibt fast die einzigste Hoffnung fürs zentrale Mittelfeld!!!
    Einzig die Außenbahnen sind recht stark besetzt. Mt Kerstin Garefrekes, Melanie Behringer, Simone Laudehr, Lira Bajmaraj und JENNY ZIETZ!!! Linda Bresonik ist keine Abwehrspielerin!!! Sie gehört ins Mttelfeld!!! Bei dem Überangebot an guten Abwehrspielerinnen, sollte Silvia Neid mal testen, ob nicht auch eine ARIANE HINGST, oder eine Kerstin Steegemann, ins zentrale Mittelfeld gehen könnten, falls Lingor, CARLSON und OMILADE nicht mehr rechtzeitig in Form kommen!!! Beide spielen im Verein im defensiven, bzw. offensiven Mittelfeld, und beide sind immer für Tore gut!!!
    Zu CONNY kann ich nur sagen, daß sie immer für Tore gut ist!!! Wenn Schröder Wort hält, und sie (genau wie OMMEL), in der Liga spielen läßt, wird sich ihr Toreriecher auch wieder zeigen. Sie ist Stürmerin mit Leib und Seele, und wenns drauf ankommt, hat sie selten enttäuscht!!!
    Bei Inka Grings bin ich mir ziemlich sicher, daß sie nicht mit nach China fährt, obwohl sie zu den besten Stürmerinnen dieser Welt gehört!!! Es hat wohl disziplinarische Gründe!!!

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