Frauenfußball in den USA: neue Profiliga, neues Glück?

Von am 22. März 2007 – 11.53 Uhr 2 Kommentare

Tonya Antonucci bastelt als WSII-Verantwortliche am Comeback einer professionellen Frauenfußball-Liga in den USA.Unter der etwas ungewöhnlichen Webadresse http://wsii.typepad.com/ verbirgt sich eine Initiative, die es in sich hat: die Women’s Soccer Initiative, Inc. (WSII). Im November 2004 gegründet, hat sie sich zum Ziel gesetzt, dem professionellen Frauenfußball in den USA neues Leben einzuhauchen. Offensichtlich mit einem ersten Erfolg. Im April 2008 soll es mit sechs Mannschaften los gehen.

Entstanden aus dem Reorganisations-Komitee der im Jahr 2003 zusammen gebrochenen Profiliga WUSA wurden auf einem Krisengipfel in New York im Juli 2004 zwei Dinge beschlossen: potenziellen Sponsoren zu vermitteln, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben, und eine Organisationsform zu schaffen, um eine neue Liga zu gründen.

Unzählige Marktanalysen und Machbarkeitsstudien später ist man nun also soweit. Mit sechs Teams wird die Major Pro Women’s Soccer League im kommenden Jahr ihr Debüt feiern. Mit dabei sind zu Beginn Mannschaften aus Los Angeles, Dallas, St. Louis, Washington, D.C. und Chicago. Ein sechstes Team wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

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Man hofft vor allem, den positiven Schwung der WM in China im September mitnehmen zu können. Das wird auch bitter nötig sein, denn das Interesse am Frauenfußball ist in den USA in den vergangenen Jahren deutlich zurück gegangen, wie Zuschauerzahlen deutlich unter 10.000 bei den Spielen der Nationalmannschaft belegen.

Franchise-Modell als Schlüssel zum Erfolg?

Neu ist, dass die Teams nach einem Franchise-Modell als selbstständige Einheiten geführt werden. Die neue Liga soll keine zweite Geldvernichtungsmaschine werden, deswegen beruht der Geschäftsplan auf einem konservativen Ansatz. Man hofft, durch Partnerschaften mit anderen Fußballteams, wie etwa aus der Major League Soccer (MLS), Synergieeffekte zu erzielen.

Wer WSII-Chefin Tonya Antonucci (Bild), übrigens eine begnadete Fußballspielerin, die an der Stanford-Universität zusammen mit Julie Foudy kickte, persönlich kennt, weiß, mit welcher Beharrlichkeit und Hingabe die frühere Yahoo!-Managerin ihre Ziele verfolgt.

Mit einer Mischung aus nationalen und internationalen Spielerinnen soll der sportliche Wert der neuen Liga dem der WUSA in nichts nachstehen. Wird die Profiliga also erfolgreich sein?

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Jürgen Schulz sagt:

    Interessanter Beitrag, dann werden bald die deutschen Frauen Ihre Vormachtstellung verlieren.
    Gibt es in der USA vielleicht für talentierte Nachwuchskickerinnen aus Deutschland ein Schülerausstauschprogramm?

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  • Soccerfan sagt:

    Den Beitrag den du kommentierst, ist schon alt.
    Mittlerweile steht das Gerüst für die neue Profiliga in den USA schon.

    Guck doch mla auf http://www.womensprosoccer.com 😉

    Über ein Schüleraustauschprogramm weiß ich nichts, jedoch gibt es die möglichkeit in den USA mit einem Sportstipendium zu studieren.
    Das heißt, man kann dort Collegesoccer spielen, und studiert gleichzeitig.

    Dazu benötigt man jedoch Abitur, oder zumindest Fach-Abitur.

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