Okoyino da Mbabi: „Die WM ist immer noch mein Ziel“

Von am 19. März 2007 – 12.21 Uhr

Célia Okoyino da Mbabi im Krankenhaus München-Bogenhausen am 19. März 2007.Am Tag nach dem Bruch des rechten Schienbeins und der am Sonntag um 15 Uhr erfolgten Operation huschte in Zimmer 313 des Städtischen Krankenhauses München-Bogenhausen trotz der Schmerzen und des Brennens schon wieder so etwas wie ein Lächeln über das Gesicht von Célia Okoyino da Mbabi.

Der behandelnde Arzt Dr. Rudolph Haushofer hatte der am Boden zerstörten 18-jährigen kurz zuvor die positive Botschaft übermittelt, dass sie schon bald wieder ins Geschehen wird eingreifen können. Zudem freute sie sich über den farbenfrohen Blumenstrauß, den Womensoccer.de ihr als Trostspender mitgebracht hatte.

Da Mbabi gab sich im Gespräch mit Womensoccer.de kämpferisch: „Ich werde mich ranhalten wegen der WM und ganz normal die Reha durchziehen.  Der Arzt hat gesagt, ich kann in drei Monaten wieder spielen. Die WM ist immer noch mein großes Ziel.“

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Bereits in zehn Tagen wird die Mittelfeldspielerin des SC 07 Bad Neuenahr wohl wieder ein erstes Bewegungstraining absolvieren können. In vier bis sechs Wochen soll sie wieder ins Training einsteigen, in drei Monaten wieder spielen können.

„Der Bruch ist unkompliziert und ich erwarte keine Probleme beim Heilungsprozess“, so Dr Haushofer. Bereits morgen oder übermorgen soll Okoyino da Mbabi in eine Klinik in ihrer Heimat verlegt werden, nur die Kostenfrage muss noch geklärt werden, da wegen der ausreichenden Versorgung in München die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt.

Kein Vorwurf an die Gegenspielerin

Da Mbabi schildert die Szene, die zur Verletzung führte, aus ihrer Sicht: „Ich habe einfach nur den Ball auf mich zukommen sehen, und wir kamen beide von einer anderen Seite. Ich dachte mir: ‚Jetzt ziehst Du voll durch, sonst endet es böse, wenn Du nicht durchziehst, und dann ist es unglücklicherweise passiert.’ Danach kann ich mich bis zum OP an gar nichts mehr richtig erinnern.“

Sie wusste sofort, dass etwas Schlimmeres passiert ist. „Ich hatte enorme Schmerzen, wie noch nie. Ich habe gehofft, dass nichts gebrochen ist. Aber ich wusste, das sind keine normalen Schmerzen nach einem Pressschlag.“

Für die deutsche Nationalspielerin war es die erste schwere Verletzung auf dem Fußballplatz. „Vor zwei Jahren kurz vor der EM hatte ich einen Innenbandriss im Knie vom Skifahren. Aber beim Fußballspielen hatte ich noch nie so eine schwere Verletzung.“

Célia Okoyino da Mbabi (re.) im Gespräch mit Karin Danner, Frauenfußball-Koordinatorin bei Bayern München.Karin Danner, Frauenfußball-Koordinatorin bei Bayern München, überbrachte beste Genesungswünsche. „Es war ein unglücklicher und blöder Zusammenprall. Das ist immer tragisch und es tut uns für Célia Leid. Aber passiert ist passiert und man muss jetzt das Beste daraus machen.“

Über die Darstellung des Hergangs in anderen Medien meinte sie: „Es muss jeder selber wissen, wie er das darstellt. Aber im Fußball kann so etwas immer passieren. Das hätte auch im Training passieren können. Natürlich wird der Sport immer athletischer, aber ich denke nicht, dass es extremer ist als früher.“

Bundestrainer Silvia Neid meint: „Wir können jetzt nur abwarten. Ich hoffe für sie und drücke ihr beide Daumen, dass sie zur WM fit wird.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.