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Wenn das Abstiegsgespenst dort grüßt, wo es keiner erwartet hatte

Von am 18. März 2007 – 18.20 Uhr

Melanie BehringerWer aktuell die 2. Bundesliga der Männer verfolgt – das tue ich aus eigenem Interesse (noch?) regelmäßig -, der kommt schon auf den Gedanken, dass dort wohl niemand aufsteigen will.

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Ein ähnliches Bild gab heute die 1. Bundesliga der Frauen ab. Mit dem VfL Wolfsburg, Heike Rheine, dem SC Freiburg und Brauweiler Pulheim haben die vier Teams, die vor dem Spieltag die letzten Plätze einnahmen, allesamt verloren. Will denn keiner die Klasse halten?

Brauweiler (0:12! in Duisburg) und Freiburg (1:5 zu Hause gegen Mitkonkurrent Hamburger SV) kassierten dabei gleich noch richtig schmerzhafte Schlappen. Ganz klar, die Breisgauerinnen sind die Verlierer dieses Spieltags und müssen sich mit einer Situation auseinander setzen, die für sie gänzlich unerwartet kommt.

Sehrig als Psychologe gefragt

Wer im Tabellenkeller seit dem 1. Spieltag Stammgast und nun trotz zwischenzeitlicher 1:0-Führung gegen den nur minimal besser platzierten Hamburger SV nicht zu punkten in der Lage ist, der muss wohl oder übel das Wort „Abstiegskampf“ in seinen Wortschatz aufnehmen. Wenig Hoffnung macht da die Einschätzung von SCF-Coach Dietmar Sehrig, der sich gegenüber dem regionalen Online-Magazin Dorfgeschwätz wie folgt äußerte: „Nach dem 1:1 fingen wir an, auseinanderzufallen und bereiteten mit zahlreichen individuellen Fehlern die Gegentore selbst vor.“ Neben dem Trainer Sehrig wird augenscheinlich auch der Psychologe Sehrig in den kommenden Wochen ein gefragter Mann sein.

Tanja Vreden Shelley Thompson

Der HSV hingegen konnte sich durch seinen forschen Auftritt in Halbzeit zwei und die Treffsicherheit von Shelley Thompson und Tanja Vreden ein wenig Luft auf seine Konkurrenten verschaffen, die sich am nächsten Spieltag auch noch gegenseitig Punkte abnehmen müssen. Dann nämlich empfängt Heike Rheine die Wölfe (siehe nächster Spieltag), und spätestens dann muss der VfL, dessen Nachholspiel bei Bad Neuenahr kein leichtes ist, Farbe bekennen, will er sich mit seinen zahlreichen Nationalspielerinnen nicht als Absteiger zum Gespött machen, wenn Anspruch und Wirklichkeit weiterhin auseinander klaffen.

FC Bayern schon Dritter

Nina AignerDie Mannschaft der Stunde ist ohne Zweifel der FC Bayern München, allerdings dicht gefolgt von den fränkischen Württembergerinnen aus Crailsheim, die beim Tabellenvierten Essen-Schönebeck, der ohne die verletzte Linda Bresonik auf verlorenem Posten stand, einen Überraschungscoup landen konnten. Mit zwei Siegen in Folge können die Frauen von Crailsheims Übungsleiter Günther Wörle damit ganz unbeschwert und motiviert dem kommenden Highlight gegen Turbine Potsdam entgegen sehen.

Sie dürften sich damit wohl jeglicher Abstiegssorgen entledigt haben und können wie der FCB, der in einem von der schweren Verletzung Celia Okoyino da Mbabis überschatteten Spiel 2:0 gegen den SC 07 Bad Neuenahr gewann, den Rest der Saison frei von den Zwängen der Tabellensituation angehen. Am nächsten Spieltag sollte in Brauweiler der dritte Tabellenplatz gefestigt werden können. Ein Riesenerfolg für Sissy Raith und ihr Team.

Keine Überraschungen in der 2. Liga

Nur zwei Partien sah der 15. Spieltag der 2. Liga Nord heute. Überraschungen blieben bei der Niederlage des Tabellenletzten aus Timmel gegen Holstein Kiel und dem 3:1 des Tabellenführers der SG Wattenscheid 09 in Gersten aus. In der 2. Liga Süd ist die Abstiegsfrage nach dem Punktgewinn des Karlsruher SC in München zwar noch offener als im Norden, doch an der Tabellenspitze konnte der 1. FC Saarbrücken einen Rückschlag gegen TuS Köln rrh durch das hart umkämpfte 3:3 abwenden. Trotz eines noch fehlenden Nachholspiels hat der Club aus dem Saarland damit sieben Punkte Vorsprung auf Platz zwei.

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