Domanski-Lyfors neue Nationaltrainerin Chinas?

Von am 17. März 2007 – 14.54 Uhr

Zwei alte Bekannte, Tina Theune-Meyer (li.), und Marika Domanski-Lyfors (re.), begrüßen sich beim Spiel Deutschland gegen Italien am 14. März 2007 in OlhãoDer chinesische Fußballverband CFA ist weiter auf der Suche nach einer europäischen Trainerin für die angeschlagene Frauenfußball-Nationalmannschaft. Und nach der Absage der früheren deutschen Bundestrainerin Tina Theune-Meyer hat man nun eine andere im Visier: Schwedens ehemalige Nationaltrainerin und heutige U-21-Trainerin Marika Domanski-Lyfors. Und die ist alles andere als abgeneigt.

„Mit dieser Anfrage habe ich nicht gerechnet, aber es ist klar, dass ich mich darüber freue.  Das ist eine Herausforderung, die mich kitzeln würde. Ich vermisse die großen Spiele“, so Domanski-Lyfors. Der CFA ist bereit, für die neue Trainerin tief in die Tasche zu greifen. So soll sie fast 22.000 Euro pro Monat Gehalt beziehen. Ihr Gehalt wäre somit höher, als das von Schwedens Nationaltrainer Lars Lagerbäck.

Beim schwedischen Fußballverband ist man nicht gerade begeistert von den Plänen, will man doch nicht einem Konkurrenten so kurz vor der WM Hilfestellung leisten. „Auf der ganzen Welt gibt es auch niemanden, der unsere Nationalmannschaft besser kennt, als Marika“, sagt Verbandspräsident Lars-Åke Lagrell, betont aber auch, dass man Domanski-Lyfors keine Steine in den Weg legen wolle. „Es ist letztendlich ihre Entscheidung.“

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Domanski-Lyfors will sich zunächst am Wochenende noch mit ihrer Familie und dem schwedischen Verband besprechen. „Das Bauchgefühl soll entscheiden“, sagt sie. Doch im Kopf sind die Würfel bereits gefallen: Pro China!

Weder Domanski-Lyfors selbst noch der schwedische Fußballverband waren am frühen Samstagnachmittag für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zuletzt hatte sich auch Chinas Fußball-Legende Sun Wen in einem offenen Brief für das Amt empfohlen, doch der CFA ist nach den Enttäuschungen der vergangenen Jahre fest davon überzeugt, dass nur eine Trainerin europäischen Formats die derzeitige Misere beenden kann.

Profil Marika Domanski-Lyfors

Geboren: 17. Mai 1960
Spielerkarriere: Nödinge SK 1971 – 1974, Surte IS 1975-1979, Jitex BK 1980-1985, GAIS 1986-1988
Trainerkarriere: Tyresö FF 1989-1993, U-20-Trainerin 1991-1993, Assistenztrainerin der A-Nationalmannschaft 1992-1996, Trainerin der A-Nationalmannschaft 1996-2005, 2005-2007 U-21-Trainerin, ab 2007 Trainerin der chinesischen Nationalmannschaft?
Größter Erfolg: Vize-Weltmeisterin 2003, Vize-Europameisterin 2001

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.