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Japan und Mexiko kämpfen um WM-Ticket

Von am 9. März 2007 – 10.57 Uhr

Noch zwei Tickets für das 16 Teilnehmer umfassende Feld der Frauenfußball-Weltmeisterschaft im September in China sind zu vergeben. Eines davon wollen sich Japan und Mexiko ergattern, die in zwei Play-off-Spielen am 10. und 17. März erst in Japans Hauptstadt Tokio und dann im mexikanischen Toluca aufeinander treffen werden. Womensoccer.de wirft einen Blick auf das bevorstehende Duell.

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Die beiden Mannschaften sind alte Bekannte, denn schon vor der der WM 2003 in den USA bestritten Japan und Mexiko Play-off-Spiele gegeneinander. Anders als diesmal fand das Hinspiel damals jedoch auf mexikanischem Boden statt, im Aztekenstadion von Mexico-City. Es endete 2:2 und mit einem 2:0-Sieg im Rückspiel sicherten sich die Japanerinnen ihre vierte WM-Teilnahme in Folge.

Trainer Hiroshi Ohashi warnt vor dem Gegner: „Mexiko ist technisch unglaublich stark. Wir müssen eine starke Leistung bringen und sie permanent unter Druck setzen, damit sie ihr eigenes Spiel nicht entfalten können.“ Dass Mexiko ein unbequemer Gegner sein kann, davon wissen die Kanadierinnen ein Lied zu singen, die 2004 die Olympiateilnahme gegen „El Tri“ verpassten. Stattdessen fuhren die Spielerinnen von Trainer Leonardo Cuéllar nach Athen und überraschten mit ihrer Viertelfinalteilnahme.

Japan mit großem Selbstvertrauen

Ohashis Schützlinge, auch Nadeshiko genannt, gehen trotz der Schwere der Aufgabe mit Selbstvertrauen in die Partien, in Sachen Vorbereitung hatte man die Nase vorne. Denn zuletzt erzielte man auf Zypern im Februar beachtliche Ergebnisse, schlug Norwegen (1:0) und Schottland (2:0) und spielte unentschieden gegen Schweden (2:2).

Im Team der Japanerinnen stehen noch acht Spielerinnen, die bereits vor vier Jahren Play-off-Luft schnupperten und reichlich Erfahrung ins Team bringen: Nozomi Yamago, Hiromi Isozaki, Tomoe Sakai, Homare Sawa, Tomomi Miyamoto, Mio Otani, Eriko Arakawa und Karina Maruyama. Die Mischung scheint zu stimmen, denn auch junge Spielerinnen wie Yuri Nagasato oder Aya Miyama wussten bei der Asienmeisterschaft im vergangenen Juli zu gefallen.

Ein Fragezeichen steht hinter der Form der routinierten Sawa, die in 116 Länderspielen 59 Treffer erzielte, sich nach einer Verletzung im Januar aber erst wieder an die Startelf herankämpfen muss. Gespannt darf man sein auf die Leistung der erst 19-jährigen Yuki Nagasato von Beleza, die Torschützenkönigin der abgelaufenen Saison, die aber erst noch internationale Erfahrung sammeln muss.

Mexiko will den Spieß diesmal umdrehen

Mexiko will nach der verpassten Qualifikation für die WM 2003 endlich wieder an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Cuéllar greift dabei auf eine Mischung aus routinierten Spielerinnen und aufstrebenden Talenten zurück. Für Erfahrung stehen Namen wie Maribel Dominguez oder Mónica González, für die Jugend die der erst 15-Jährigen Charlyn Corral und der 19-Jährigen Mónica Ocampo. Letztere meint: „Wir haben eine geschlossene Mannschaft, waren lange zusammen und gehen sehr motiviert in die Spiele.“ Auch Cuéllar ist zuversichtlich: „Wir haben genug Erfahrung im Team, um unser Ziel zu erreichen.“

Lange hat man sich vorbereitet, unter anderem am Strand Acapulcos oder in der Höhenluft von Ixtapan de la Sal, doch die Auswahl der Testspielgegner konnte nicht überzeugen. Auch standen nicht alle Spielerinnen für alle Vorbereitungsmaßnahmen zur Verfügung, was sich als Manko erweisen könnte.

In Japan will man sich mit zumindest einem Remis eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel eine Woche später schaffen. Mit einer offensiven Grundauslegung und der brandgefährlichen Dominguez hofft man auf ein positiveres Ergebnis als vier Jahre zuvor. Um Dominguez gab es auf der Reise nach Japan mächtig Aufregung, nachdem sie ihren Reisepass verloren hatte. Doch solange ihr Torriecher nicht abhanden kommt, wird man ihr das verzeihen…

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.