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Immer mehr Wölfinnen im Zoo Neid

geschrieben von – 7. März 2007, 16:08 Uhr | 1.545 Leser1. Kommentar abgeben

Rang drei für den VfL Wolfsburg! Klasse, oder? Wölfe-Coach Bernd Huneke wäre sicherlich glücklich über eine solche Platzierung im Gesamtklassement der 1. Liga. Doch nein, ich meine „nur“ die Anzahl der vertretenen Spielerinnen im Aufgebot für den heute beginnenden Algarve-Cup in Portugal. Ein „nur“ ist hier allerdings unangebracht, denn die internationale Präsenz, die der VfL seinen Nationalspielerinnen zu verdanken hat, macht den Werksclub schon jetzt zu einer der attraktivsten Adressen im deutschen Frauenfußball. Auch, aber nicht nur für abwanderungswillige Potsdamerinnen.

Schaut man sich den aktuellen Wolfsburger Kader an, dann haben mit Annelie Brendel, Cristiane, Paula, Stephanie Ullrich und Britta Carlson bereits fünf Spielerinnen in der Vergangenheit das Trikot des 1. FFC Turbine Potsdam getragen. Die geografische Nähe zu Potsdam hat zweifellos geholfen, um schon jetzt, gleich nach dem Wiederaufstieg, schon eine so namhaft bestückte Truppe zusammen zu haben. Für mehr oder weniger unzufriedene Turbinen war und ist der VfL ein beliebtes Auffangbecken. Jüngstes Beispiel: Navina Omilade, Nationalspielerin und noch bei Turbine Potsdam unter Vertrag, verstärkt die Wölfinnen ab der kommenden Saison.

Doch es spräche für eine reichlich verengte Sicht auf die Dinge, würde man sich mit dieser Erklärung für den Wolfsburger Aufstieg zufrieden geben. Mindestens so aufschlussreich und lohnenswert ist ein Blick zurück auf die vergangene Saison. Dort spielte Huneke mit seiner Mannschaft zweitklassig, was Nationalstürmerin Martina Müller nicht davon abhielt, dem Verein, zu dem sie erst im Januar 2005 gewechselt war, die Treue zu halten. Sie und Weltmeisterin Steffi Gottschlich (musste mittlerweile verletzungsbedingt ihre Karriere beenden) als zentrale Stützen der Mannschaft glaubten an eine Perspektive für den Frauenfußball im Gesamtverein.

Der sofortige Wiederaufstieg hat die Reputation der Frauenfußball-Abteilung entscheidend verbessert, sagte Trainer Bernd Huneke mir schon vor der Saison in einem Interview für FanSoccer. „Desweiteren ist es umso wichtiger gewesen, dass diese Spielerinnen in der Außendarstellung mit anderen Spielerinnen diesen positiven Weg des VfL Wolfsburg repräsentieren. Mittlerweile ist der VfL Wolfsburg für wesentlich mehr Spielerinnen, die sich sportlich sowie beruflich verändern wollen, interessant als noch zu früheren Zeiten!“, zeigt sich der Wölfe-Coach jetzt im Gespräch mit womensoccer.de sehr zufrieden mit der Entwicklung in jüngster Vergangenheit. Dass auch die Zusammenarbeit mit Hauptsponsor VW, Arbeitgeber einiger Kickerinnen, hilft, Talente in Wolfsburg zu halten und Spielerinnen von anderen Vereinen abzuwerben, ist ohnehin kein Geheimnis.

Mit Navina Omilade könnte der Verein in der nächsten Saison bereits vier Nationalspielerinnen haben. Doch Huneke hofft auch, dass einige junge Spielerinnen schon bald den Sprung in die Auswahlmannschaft schaffen: „Bei den jungen Spielerinnen werden die Nominierungen den Ehrgeiz zusätzlich erhöhen, im Training und Spiel alles zu geben, denn durch die vielen Sichtungen und die gute Zusammenarbeit mit den Nationaltrainerinnen ist es immer möglich, auf sich aufmerksam zu machen! Mit Franziska Unzeitig, Maren Tetzlaff, Jennifer Horwege und natürlich Nathalie Bock (U19-Nationalspielerin) haben wir viele junge Talente, die, wenn Sie weiter intensiv an sich arbeiten, noch viel im Frauenfußball erreichen können!“ Könnte also gut sein, dass demnächst auch ein paar Jungtiere in den Natio-Zoo einziehen…

Schlagwörter:
Katja Öhlschläger

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