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Auftaktniederlage für Deutschland

Von am 7. März 2007 – 22.30 Uhr

Gleich in zwei Turniere dieses Jahres geht die deutsche Mannschaft als Titelverteidiger. Derzeit, bei der WM-Generalprobe in Portugal, als Vorjahressieger beim Algarve Cup, und im September als amtierender Weltmeister bei der WM in China. Zumindest Titelverteidigung Nummer 1 ist nach dem heutigen Tag erst einmal in weite Ferne gerückt, denn die Truppe von Bundestrainerin Silvia Neid musste sich der Auswahl Norwegens letztlich verdient mit 1:2 geschlagen geben. Das frühe Führungstor durch Ingvild Stensland (15.) per Fernschuss glich Renate Lingor nur drei Minuten später durch einen sehenswerten Freistoßtreffer aus. Nach einem Patzer von Ersatztorfrau Stephanie Ullrich in der 69. Minute besorgte Lindy Melissa Wiik den 2:1-Endstand. Im Anschluss traten Deutschlands Schwächen im Aufbauspiel offen zu Tage.

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Zu umständlich und ungeordnet agierte der Weltranglistenerste nun, als er auf den Ausgleich drängen musste. Die Flügel wurden vernachlässigt, stattdessen zu viel durch die Mitte versucht. Mit Birgit Prinz als hängender Spitze war die für Sandra Smisek eingewechselte Martina Müller gegen die robusten norwegischen Abwehrkräfte zu sehr auf sich allein gestellt. Spielmacherin Renate Lingor agierte aus einer defensiveren Position heraus nur phasenweise kreativ, doch es gelang ihr nicht, das Heft in die Hand zu nehmen. Navina Omilade blieb zudem im Vergleich zu Célia Okoyino da Mbabi in Halbzeit eins blass. Und die Abwehr traf mit dem Weltranglistendritten Norwegen auf einen Gegner, der die schon zuletzt beobachteten Schwächen zu nützen wusste. Für den Titelverteidiger, der fast in Bestbesetzung angereist ist, kommt der Härtetest augenscheinlich zur rechten Zeit. Der Vize-Europameister hingegen präsentierte sich mit gefälligem Kombinationsspiel und auffallend athletischem Spiel schon gut gerüstet für China.

Deutschlands kommender Gegner Frankreich (Freitag 19 Uhr live bei Eurosport) allerdings musste im zweiten Spiel des neuen Trainers Bruno Bini einen herben Rückschlag hinnehmen, so dass am Freitag die beiden Sieger und die beiden Verlierer des heutigen Tages aufeinander treffen. Mit 0:4 kamen „Les Bleues“ gegen Dänemark unter die Räder. Cathrine Paaske-Sørensen (30.), Maiken Pape (68.), Johanna Rasmussen (73.) und Merete Pedersen (89.) waren für den Weltranglistenachten gegen den -siebten erfolgreich. Gegenüber dem 2:0-Sieg gegen China Ende Februar sei Dänemark in allen Belangen viel schneller gewesen, meinte Frankreich Elodie Ramos nach dem Spiel. Ihre Mannschaft habe den Skandinavierinnen viel zu viel Raum gelassen, was Kollegin Sandrine Brétigny auch auf die Umstellung auf ein 4-4-2-System im Vergleich zum China-Spiel (4.-5-1) zurück führte. Einig sind sich beide darin, dass das 0:2 durch Pape die französische „Equipe“ schließlich entmutigt habe. Nun gelte es, sich schnell wieder für das Spiel gegen Deutschland zu motivieren. Kenneth Heiner-Møller und sein Team jedoch können mit breiter Brust dem Spiel gegen Norwegen entgegen blicken.

In Gruppe B hatte Vizeweltmeister Schweden am Nachmittag (MEZ) keine Mühe mit der Überraschungsmannschaft der letzten Europameisterschaft aus Finnland. Nach den Rücktritten von Kapitänin Sanna Valkonen und Rekordnationalspielerin Anne Mäkinen sowie dem Karriereende von Heidi Kackur Ende 2005 befinden sich die „Suomi“, die auch die Qualifikation zur WM verpassten, im Umbruch. Die Schwedinnen, bei denen vor allem Therese Sjögran und Josefine Öqvist zu gefallen wussten, kamen somit durch Tore von Sjögran (22.), der neuen Spielführerin Victoria Svensson (34.) und der eingewechselten Frida Nordin in der Nachspielzeit zu einem ungefährdeten Auftaktsieg.

Nächster Gegner Schwedens ist nun am Freitag WM-Gastgeber China (16 Uhr live bei Eurosport). Die Mannschaft von Interimstrainer Wang Haiming zog gegen den Turnierzweiten des Vorjahres aus den Vereinigten Staaten von Amerika mit 1:2 den Kürzeren. Die 1:0-Führung von Kristine Lilly in der 20. Minute hatte Han Duan kurz darauf egalisiert (23.). Doch dem 2:1 durch Carli Lloyd in der 40. Minute hatten die Frauen aus dem Reich der Mitte schließlich in der zweiten Spielhälfte nichts mehr entgegen zu setzen. Um sich noch eine Restchance auf das Finale zu wahren, müssen die Chinesinnen nun gegen Schweden unbedingt gewinnen. Bei einem Erfolg Schwedens scheint ein Finale um den Gruppensieg am letzten Spieltag gegen die USA wahrscheinlich.

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