Den Klischees eins ausgewischt!

Von am 5. Februar 2007 – 22.20 Uhr 1 Kommentar

Gestern war ein trauriger Tag. Nein, nicht für die deutsche Handball-Nationalmannschaft oder Magdalena Neuner. Auch nicht für den FFC Heike Rheine, der dem selbst ernannten Frauenfußball-Primus 1. FFC Frankfurt auf fremdem Platz ein 0:0 abtrotzte. Traurig war der 4. Februar 2007 für alle Klischeebehafteten, die nur noch um die Höhe des Frankfurter Sieges wetteten. Denn die Frauen-Bundesliga ist ja ach so vorhersagbar…

Beim Bundesliga-Tippspiel auf Kicktipp.de tippten mit einer Ausnahme alle auf einen Frankfurter Sieg. Tipps wie 12:0, 12:1 oder 7:0 waren da keine Seltenheit. Dumm gelaufen, kann man da nur sagen. Denn wer der Frauen-Bundesliga, manche tun dies mit einiger Regelmäßigkeit und überzeugungsresistenter Penetranz, das Etikett „langweilig“ anheften möchte, der verkennt nicht nur die positive Entwicklung der letzten Jahre, in denen der FCR Duisburg den „Großen“ aus Frankfurt und Potsdam auf Augenhöhe Paroli bietet und in denen sich der SC 07 Bad Neuenahr oder seit kurzem auch die SG Essen-Schönebeck in Reichweite der Tabellenspitze etabliert haben. Dass Double-Gewinner Turbine Potsdam, so sehr die Abgänge vor der Saison schmerzten und so sehr sie sich um Umbruch befinden, trotz etlicher Nationalspielerinnen gleich auf Platz fünf abrutscht, widerlegt auch die „glorreiche“ These des „Drei vorne, nichts dahinter“!

Nein, wer die Spielausgänge schon vorher zu kennen weíß, der verliert auch den Respekt vor den vermeintlich „Kleinen“ wie Heike Rheine. Zugegeben, auch die Rheinenser selber trauten sich laut einem Bericht der „Münsterländischen Volkszeitung“ nicht gerade Wunderdinge zu. Für mich nicht nachvollziehbar. Denn bekanntlich geht im Sport auch viel über den Kopf. Für ein Erstarren in Ehrfurcht, wenn die Top-Clubs vorbei schauen, besteht kein Grund. Alle werden noch Federn lassen. Man muss sich auch zutrauen, sie – also die Federn, nicht dass hier Missverständnisse entstehen – zu rupfen. Um mit steten Tropfen den Stein der Klischees zu höhlen.

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1 Kommentar »

  • Horst K. Schmidt sagt:

    Hallo,

    man muss sich allerdings fragen, ob diejenigen, die solche Tips abgeben, sich in der Frauenfußballbundesliga überhaupt auskennen und schon mal das ein- oder andere Spiel gesehen haben.

    Die meisten Fans, die regelmäßig Frauenfußballbundesligaspiele anschauen, sind recht objektiv und wissen sehr genau, dass der Frauenfußball in den letzten Jahren ausgeglichener geworden ist und die sogenannten „Kleinen“ durchaus ernst genommen werden müssen.

    Gruß Horst

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