China-Power unweit des Polarkreises

Von am 5. Februar 2007 – 22.35 Uhr

300 Kilometer südlich des Polarkreises liegt Umeå. Eine 100.000-Einwohner-Stadt im Norden Schwedens, die wohl kaum einer kennen würde, würde hier nicht Frauenfußball gespielt. Im Winter fällt hier die Temperatur schon einmal unter minus 30 Grad, dennoch gilt Umeå, von den Schweden „Frauenstadt“ genannt, als Hochburg des Frauenfußballs. Hier spielt nicht nur die brasilianische FIFA-Weltfußballerin Marta, seit heute hat man in den kalten Gefilden einen neuen Trumpf im Ärmel: den chinesischen Nachwuchsstar Ma Xiaoxu.

Umeås cleverem Manager Roland Arnquist ist damit ein neuerlicher Coup gelungen. „Das ist die größte Verpflichtung im schwedischen Fußball, seit Marta vor drei Jahren zu Umeå IK gekommen ist“, freut sich Arnquist.

Die Schwedinnen haben neben der Verstärkung im Sturm eine neue Attraktion, die den Zuschauerschnitt in die Höhe treiben wird. Auch in China darf man sich freuen, denn im harten Tagesgeschäft der schwedischen Damallsvenskan wird die 19-Jährige „Sun Wen junior“ eine vortreffliche Vorbereitung auf die WM im September erhalten. Bis 20. August steht Ma unter Vertrag, mit der Option auf Verlängerung nach der WM.

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Auch Trainer Andrée Jeglertz schäumt über vor Freude: „Das ist die Verpflichtung, nach der wir wirklich Ausschau gehalten haben. Ma ist eine fantastische Spielerin mit enormer Schnelligkeit und Technik …“.

Zum ersten Mal wird eine Chinesin für einen europäischen Verein spielen. Eine neuerliche Bestätigung dafür, dass der asiatische Frauenfußball im Aufschwung ist. Ist die Verpflichtung von Ma der Beginn eines neuen Trends?

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.