Verdammt, schon wieder ein Kreuzbandriss!

Von am 29. Januar 2007 – 13.04 Uhr

Ich glaubte meinen Augen kaum zu trauen, als ich am Samstag die DFB-News durchforstete und auf die Meldung „Rottenberg fällt mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus“ (mittlerweile bestätigt) stieß. So etwas nennt man wohl Déjà-vu. Denn es war erst zwei Wochen her, als ich im schwedischen Newsblog von Dandal mit der gleichen Verletzung bei Schwedens Nationaltorfrau Hedvig Lindahl konfrontiert wurde.

Nun hat es also siebeneinhalb Monate vor der WM in China die Schlussfrauen des amtierenden Weltmeisters und des Vize-Weltmeisters getroffen. Doch beide sind guten Mutes (ZDF-Beitrag zur Verletzung Rottenbergs), rechtzeitig zu den Titelkämpfen in Fernost wieder fit zu werden. Dazu haben sie auch allen Grund.

Denn für beide ist es ihr erster Kreuzbandriss. Da gelang es beispielsweise dem schwedischen Aushängeschild Hanna Ljungberg, nach ihrem Kreuzbandriss im Januar 2004 bis zu den Olympischen Spielen im August 2004 wieder vollständig auf die Beine zu kommen. Während die Freiburgerin Kerstin Boschert nach ihrem zweiten Kreuzbandriss im Mai 2006 eigentlich zur Rückrunde wieder startklar sein wollte, sich nun aber vermutlich bis Mai gedulden muss, also ein ganzes Jahr lahmgelegt wäre.

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Nicht ohne Risiko

Freilich ist ein frühes Comeback Marke Ljungberg mit einem nicht unbedeutenden Risiko verbunden. Bei wem die Zeit nicht so drängt wie bei den beiden Keeperinnen, der ist gut beraten, seine Verletzung geduldig auszukurieren. Denn die vollständige Einheilung des Transplantats ist, so sagen Experten, erst nach einem Jahr abgeschlossen. Die Frankfurterin Steffi Jones, die in der Vorrunde der WM 2003 im Spiel gegen Argentinien diese so gefürchtete Verletzung ereilte, nahm sich ganze sieben Monate, ehe sie über Kurzeinsätze zurück kam und schließlich in Athen ihrer Mannschaft eine wichtige Stütze war. Die einmalige Nationalspielerin Karolin Thomas erwischte es im Mai 2006. Sie legte sich schon bei ihrem Wechsel von Potsdam nach Frankfurt fest, erst nach der Winterpause wieder gegen den Ball treten zu wollen.

Doch so viel Zeit wollen und können sich Rottenberg und Lindahl nicht nehmen. Denn der Platz im schwedischen Tor ist hart umkämpft und zuletzt hatte Caroline Jönsson ihre Nase knapp vorn. Hinter der vor vier Tagen 35 Jahre alt gewordenen Rottenberg wartet schon seit Jahren und ohne Murren die Potsdamerin Nadine Angerer. Des einen Pech ist zwar nicht unbedingt des anderen Glück, zumindest aber des anderen Chance. Angerer wird diese zu nutzen versuchen. Beim Algarve Cup im März und bei den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande, in Wales und gegen die Schweiz. Wer dann im WM-Eröffnungsspiel am 10. September das Tor des Weltmeisters hüten wird, scheint heute offener denn je.

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