Luxus auf dem deutschen Flügel

Von am 26. Januar 2007 – 12.27 Uhr

Deutschland – USA, erstes Spiel Vier-Nationen-Turnier. In der 46. Minute war es soweit. Melanie Behringer kam für Martina Müller in die Partie. Die Freiburgerin setzte Akzente, war ein Aktivposten im Spiel des Weltmeisters. Mal wieder. Doch ein WM-Ticket ist für die 21-Jährige noch in weiter Ferne.

Ein paar Länderspiele hatte sie schon zuvor bestritten, aber der Algarve-Cup im letzten Jahr markierte ihren Durchbruch. Gleich im ersten Spiel gegen Finnland war sie 15 Minuten nach ihrer Einwechslung erfolgreich und erzielte im Anschluss noch weitere zwei Turniertreffer. Dabei übernahm sie nicht zuletzt mit ihren verwandelten Elfmetern im Spiel gegen Schweden und beim Elfmeterschießen im Finale gegen die USA Verantwortung.

Ein schlechtes Spiel im Nationaldress hat sie noch nicht gezeigt. Und doch hat sie das schwere Los gezogen, das sie mit einer Isabell Bachor oder auch einer Simone Laudehr teilt. Auf den Flügelpositionen ist der amtierende Weltmeister bärenstark besetzt. Sind alle an Bord, laufen Kerstin Garefrekes rechts und Anja Mittag oder Conny Pohlers auf links auf. Auch Petra Wimbersky kommt für die rechte Seite in Frage. Und bis zu ihrem Karriereende haben alle hoffentlich noch ein paar Jährchen Zeit.

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Es muss dann schon mal eine der Genannten ausfallen, damit Bachor in die Startformation rückt. Und Behringer, die rutschte erst als Nachnominierte für die verletzte Bachor (Innenbandehnung im Knie) ins Team. Eine Simone Laudehr, die in der Bundesliga toll aufspielt, kam noch nicht einmal über den erweiterten Kreis hinaus.

Die deutsche Abwehr wäre vermutlich froh über ein solches Überangebot. Doch belebt die Konkurrenz hier das Geschäft? Kann man froh sein, für mögliche Verletzungen gut gewappnet zu sein? Setzt Bundestrainerin Neid vielleicht zu einseitig auf eine Garefrekes, Pohlers oder Mittag? Was bedeutet das für das deutsche Mittelfeld?

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