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Unfreiwillige Komik sorgt für Gesprächsstoff

Katja Öhlschläger am 8 Kommentare
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Die WDR-Übertragung vom DFB-Hallenpokal in Bonn ließ ja nicht viel zu wünschen übrig. Kompetente und eloquente Damen und Herren an den Mikrofonen, und Hintergrundberichte, deren Informationsdichte man erstmal verarbeiten musste. Toll. Nur im Spiel des FFC Frankfurt gegen Bayern München hatte sich dann doch mal kurz der Fehlerteufel eingeschlichen. Die Frankfurterin Louise Hansen hatte gerade Bayern-Torfrau Ulrike Metz* zum 5:3 für ihr Team überwunden. Bewundernswert, denn noch drei Minuten zuvor hatte die Dänin das Tor ihrer Mannschaft gehütet und gemeinsam mit Steffi Jones einen Gegentreffer verhindert. Behauptete zumindest der WDR…

Nicht zu fassen…., dass wir Zeugen dieser sensationellen Begebenheit werden durften! Und, wie die Bildregie damit ihren Kommentator im Stich gelassen hatte. Ein unverzeihlicher Fehler. Denn wir alle hatten uns doch schon an dieses geniale Zusammenspiel gewöhnt, dass im Moment eines erfolgsversprechenden Angriffs zuverlässig der Kameraschwenk vom Spielgeschehen an die Bande folgte. Darauf hatte der Kommentator sich verlassen, und nun sah alle Welt zu, wie Keeperin Hansen* sich in Windeseile zur torgefährlichen Feldspielerin gemausert hatte.

Überhaupt, die Bildregie und ihre Verliebtheit in Nahaufnahmen: Wenn sich HSV-Spielerin Tanja Vreden mal die Aufzeichnung ansieht und ihre Torschüsse sucht, wird sie ein Lied davon singen können. Was sie sehen wird, sind die gegnerischen Trainer, und zwar bis in die letzten Poren ihrer Gesichtshaut. Oder auch ihren eigenen Trainer Achim Feifel (oder war es vielleicht doch der Co, nämlich Javier Navarro, der da eingeblendet wurde?).

Ja, sie werden sich viel zu erzählen haben in Hamburg. Silvia Saländer* zum Beispiel, als sie für Shelley Thompson antworten sollte und klarstellen musste: “Ich bin nicht Shelley Thompson!” Und, nein, sie habe auch nicht in der letzten Saison für Duisburg – also das Team, das Saländer, Thompson und Co. gerade aus dem Turnier geworfen hatten – gekickt. Jawoll, wenigstens eine konnte die Dinge mal klarstellen. Eine Ulrike Metz*, eine Silvia Okone de Mabi*, ein Dietmar Sehring* oder eine Janine Haye*, sie alle hatten diese Möglichkeit nicht.

Vielleicht aber wäre es ihnen gegangen wie Inka Grings. Der fiel nach dem Viertelfinal-Aus gegen den HSV (2:3) einfach nichts mehr auf die Frage ein, ob sie denn froh sei, die letzte Chance vergeben zu haben, um so dem ungeliebten Neunmeterschießen entgangen zu sein. Mir auch nicht.

Legende:

Feifel, Achim = Trainer des HSV, leicht gelocktes dunkles Haar
Hansen, Louise: Feldspielerin des FFC Frankfurt
Haye, Janina = Janina Haye, U21-Nationalspielerin
Ironie = eine Äußerung, die oft – aber nicht zwingend – das Gegenteil des Gesagten meint, die mit scheinbarer Ernsthaftigkeit den gegnerischen Standpunkt ins Widersprüchliche zieht (Wikipedia)
Metz, Ulrike = Ulrike Schmetz, Torhüterin des FC Bayern München
Navarro, Javier = Co-Trainer des HSV, eher dünnes Haupthaar
Okone de Mabi, Silvia = Célia Okoyino da Mbabi, deutsche Nationalspielerin
Saländer, Silvia = Silva Lone Saländer
Saländer, Silva Lone ≠ Shelley Thompson
Sehring, Dietmar = Dietmar Sehrig, Trainer des SC Freiburg

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8 Kommentare »

  • HSV-Woman sagt:

    Hallo aus Hamburg!

    Tatsächlich ist es doch viel wichtiger, nicht spielende Frankfurter Spielerinnen zu interviewen oder die Frankfurter Bank, das Trainergespann, den Manager usw. zu zeigen als das Spiel! Das ist doch zu verstehen!!!

    Wer will schon eine Mannschaft sehen, die erwartungsgemäß im Finale steht (in der Vorrunde mit Potsdam und Frankfurt in einer Gruppe zu stehen impliziert ja quasi den Einzug ins Viertelfinale und dort dann Duisburg zu besiegen ist ja auch Normalität).

    Es ist wirklich schade, dass die Übertragung so schlecht vorbereitet war. Es haben sich so viele Menschen gefreut, dass endlich mal Frauenfußball gezeigt wird. Wenn dies aber so wenig ernst genommen wird, dass man sich nicht einmal richtig vorbereitet, dann ist dies kein Fortschritt, sondern blamabel.

    Die Schiedsrichterin wird die schlechte Übertragung gefreut haben: So kann man wenigstens nicht ihren eklatanten Fehler nachweisen, der zum 1:1 für die Frankfurterinnen geführt hat. Zuerst auf Einwurf für Hamburg entscheiden und dann in dem Moment, in dem der HSV wechselt, die Frankfurterinnen aufs Tor schiessen zu lassen und Tor zu geben ist ja irgendwie cool.

    Egal, Hamburg freut sich über den zweiten Platz!

  • Das Hallo geht mit meinem Glückwunsch zum zweiten Platz zurück nach Hamburg!

    Die alljährliche WDR-Übertragung ist zweifellos wichtig für den Frauenfußball und den Hallenpokal. Aber es war in der Tat traurig und zugleich ärgerlich, sich diese Übertragung anzuschauen, wenn einem bewusst ist, welches Potenzial in diesem Turnier steckt und was man daraus bei besserer Vorbereitung und Besetzung hätte machen können. Doch dieses Potenzial wurde nicht nur nicht ausgeschöpft, nein, Sender, Moderatoren und Kommentatoren haben den nötigen Respekt vor den Akteuren vermissen lassen, der sie dazu verpflichtet hätte, sich angemessen vorzubereiten.

    Beim Blick auf die Kameraführung hilft wohl wirklich nur noch Ironie. Vielen Dank fürs Aufnehmen des Staffelstabs!

    Katja Öhlschläger

  • werkselfe sagt:

    danke für den beitrag, sehr amüsant zu lesen. in der legende von falsch ausgesprochenen namen fehlt übrigens noch lira bajramaj. die wurde von herrn bergener dieses jahr zu bajmaraj gemacht und vom letzten jahr will ich gar nicht erst anfangen. mittlerweile hat er 4 verschiedene versionen durch.

    schönes projekt, macht weiter so.
    werkselfe

  • Reiner sagt:

    Hallo,
    möchte mich auch zu der dämlichen Übertragung des WDR äußern. Ich kann sogar noch eine Neuigkeit, die sich der Moderator ausgedacht hatte, hinzufügen, weil ich damals selbst dabei war. Ich habe also den Finaleinzug 2004 miterlebt, die knappe Niederlage damals auch gegen Potsdam und mußte mich vom WDR belehren lassen, dass der HSV 2004 Sieger war.
    Zum bereits gesagten möchte ich hinzufügen, dass die Bevorzugung des FFC Frankfurt nicht neu war und ist und ich gratuliere dem DFB schon jetzt zum Pokalsieg des FFC Frankfurt, denn nach der “Hürde” Saarbrücken wird der Rest in Berlin ein Kinderspiel.
    Schlußendlich Glückwunsch an den HSV für sein Auftreten.

  • Tom Schlimme sagt:

    Man kann sich sicher darüber ärgern, wenn in einer solchen Übertragung ein bekannter und “großer” Verein wie der 1. FFC Frankfurt überproportional gezeigt wird, während die gute Leistung anderer Vereine, in diesem Fall insbesondere des HSV, in der Übertragung untergeht. Das ist einfach nicht in Ordnung. Ich halte es aber für einen Fehler, dies in einen Topf zu rühren mit einer angeblichen Bevorzugung des 1. FFC Frankfurt durch den DFB.

    Dazu zwei Stichworte – wenn man verhindern will, dass Frankfurt Saarbrücken zugelost bekommt, muss man das Losverfahren durch Setzen ersetzen, ansonsten hat jeder gesehen, dass das Losverfahren öffentlich und sauber durchgeführt wurde, und zweitens hat Frankfurt die letzten drei Pokalendspiele verloren und ich wüßte nicht, wieso sie jetzt nicht auch mal wieder gewinnen dürften. Ich traue ich ihnen gegen Duisburg aber auch die vierte Pokalfinalniederlage in Folge zu. Da enthält die Kritik von Reiner dann auch einen schweren Logikfehler: Wenn Frankfurt das Finale sowieso gewinnt, wie Reiner behauptet, wieso sollte Frankfurt dann im Halbfinale gegen Duisburg oder Essen ausscheiden?

    Aber lassen wir das. Ich sehe einen anderen Grund, wieso der WDR Frankfurt so bevorzugt hat: die haben schlicht und einfach zu wenig Ahnung von den anderen Mannschaften und vom Frauenfußball insgesamt. Damit möchte ich auf den Kern des Problems zurückkommen. Diese Übertragung hat in aller Deutlichkeit gezeigt, wie schwach Frauenfußball im Fernsehen wirklich verankert ist. Da sind Leute am Werk, die haben irgendwann mal mitbekommen, 1. FFC Frankfurt, großer Verein, Birgit Prinz, gewinnen immer, sind wichtig, die muss man zeigen. Dann irgendwann mal mitbekommen, dass Shelley Thompson einen superguten Ruf hat und jetzt beim HSV spielt, also muss ein Interview mit Shelley Thompson her. Dass man dann statt Shelley Silva Lone Saländer erwischt, zeigt nur, dass hier Ahnung einfach nur vom Hörensagen existiert.
    Dabei lag es diesmal bestimmt nicht an mangelnder finanzieller Ausstattung. Es waren genügend Kameras und Reporter vor Ort. Aber die können beim besten Willen nicht in einer kurzen Vorbereitungszeit das nachholen, was sie das ganze Jahr über sonst an Informationen verpassen.

    Vielleicht wäre es sinnvoll, möglichst viele Leserbriefe an den WDR zu schreiben und darauf hinzuweisen, dass diese Übertragung nur deshalb ein Desaster geworden ist, weil man das ganze Jahr über nichts über Frauenfußball bringt , jedenfalls was die Liga angeht, obwohl mit Duisburg und Essen zwei Vereine im Sendegebiet nun wirklich herrausragende Leistung zeigen.

  • Reiner sagt:

    Entschuldigung !!
    In meinem Beitrag hat sich ein Schreibfehler eingeschlichen. Ich gratuliere nicht dem DFB sondern dem FFC Frankfurt zum DFB-Pokalsieg 2007. Die Auslosung der Halbfinals war in Ordnung, denn irgendwelche Vorwürfe an den DFB zur Auslosung sind nicht gerechtfertigt.

  • Markus Juchem sagt:

    @Tom

    Ich denke, Du hast da etwas sehr Wahres gesagt. Der Frauenfußball spielt in den Redaktionen das ganze Jahr keine Rolle. Einmal im Jahr ist dann plötzlich Fachwissen gefragt, doch woher soll das kommen? Du hast das ja sehr schön skizziert, dass man sich dann in erster Linie auf Birgit Prinz stürzt. Das hat auch gar nichts mit den Finanzen zu tun.

    Aber eines gebe ich zu bedenken: Ich behaupte einfach mal, dass der großen Mehrheit der Zuschauer diese Fehler nicht einmal aufgefallen sind, sondern nur den Leuten, die sich wirklich regelmäßig mit dem Frauenfußball auseinander setzen. Und das ist ja leider immer noch eine Minderheit.

    Ich will damit sagen: Eine noch so große Anzahl Fehler kann den positiven Effekt einer solchen Übertragung nicht zunichte machen. Wichtig ist, dass überhaupt übertragen wird und derartige Ereignisse erst einmal im Bewusstsein der Zuschauer verankert werden. Dann werden sie sich irgendwann daran gewöhnen, dass Frauenfußball-Übertragungen im Fernsehen etwas Normales, und kein Ausnahmefall sind. Damit wäre schon viel erreicht und dann würde auch das Interesse steigen, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.

    Wichtig wäre nun vor allem einmal, mehr Sendezeit für die Frauen-Bundesliga im TV heraus zu schlagen. Und da ist wohl in erster Linie die Überzeugungsarbeit des DFB gefragt.

  • DEXY sagt:

    Also ich mußte glücklicherweise, dieses mediale Desaster nicht mit ansehen!!! Ich glaube ich wäre am TV geplatzt!!!
    Derartige Übertragungen, wären beim Männerfußball undenkbar!!!
    Es zeugt schon von enormen Desinteresse, wenn man so unvorbereitet auf Sendung geht!!! Auch wenn viele Zuschauer die Pannen bei den Namen nicht bemerkt haben, so doch sicherlich bei den amateurhaften Regieanweisungen!!! Ob die Sportredakteure des WDR die Kritik annehmen, ist eher unwahrscheinlich!!! Man kann es den Frauen aus Duisburg und Essen nur von Herzen wünschen, daß sie möglichst Pokal und Meisterschaft unter sich aufteilen werden, damit beim WDR eventuell das Interesse geweckt wird, und beim nächsten Hallenpokal die Qualität der Übertragung zunimmt!!!
    Sollte aber der FFC Frankfurt das Rennen machen, wäre es wohl besser, sich Kommentatoren vom Hessischen Rundfunk, oder vom RBB aus Brandenburg “auszuborgen”.
    Diese zeigen das ganze Jahr über Berichte von TURBINE POTSDAM, und dem FFC Frankfurt, sind also dazu befähigt, gute Beiträge zustande zu bringen!!!